Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Rassismusvorwürfe

Die Ministerin und die Torte

Publicerat onsdag 18 april 2012 kl 13.00
"Eine rassistische, stereotype Darstellung"
(2:56 min)
"Painful cake" - das Kunstwerk, das seit Sonntag für heftige Diskussionen sorgt. (Foto: Åsa Andersson)

In Schweden sorgt eine Torte für politische Diskussionen. Am Sonntag war Schwedens Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth bei einer Veranstaltung im Stockholmer Museum für moderne Kunst zu Gast – ein Termin, der sie jetzt in Schwierigkeiten bringt. Denn ihr wird vorgeworfen, sich an einer „rassistischen Kundgebung“ beteiligt zu haben. Der Auslöser ist besagte Torte. Oder besser: ein Kunstwerk in der Form einer Torte.

Sonntagnachmittag, im Museum für moderne Kunst in Stockholm. Wir hören das Kunstwerk „Painful Cake“ von Makode Linde. Wir hören es, denn der Künstler ist selbst ein Teil davon. Auf einem Tisch steht eine Torte. Sie sieht aus wie der Körper einer nackten schwarzen Frau. Wann immer jemand die Torte anschneidet, schreit die Frau – schreit Makode Linde, der unter dem Gesicht seines Kunstwerks sitzt. Für ihn ist es Aktionskunst, um auf die Beschneidung von Frauen aufmerksam zu machen:

„Ich habe dabei auf ein altes Bild von schwarzen Menschen zurückgegriffen. Mit diesem Gesicht, das benutzt wurde, um schwarze Menschen zu verspotten. Es sind Karikaturen, die verdeutlichen sollen, welche Vorurteile es gegenüber Schwarzen gibt.“

Ministerin zwischen Kunstfreiheit und verletzten Gefühlen

Am Ende ist der Körper der Frau vom Unterleib bis über den Bauchnabel aufgeschnitten. Unter dem schwarzen Überzug ist die Torte fleischrot. Eine Provokation, die schnell für öffentliche Wirkung gesorgt hat, denn zu den Gästen, die die Torte am Sonntag angeschnitten haben, gehörte Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth. Sie habe sich an einer „rassistischen Kundgebung“ beteiligt, lautet der Vorwurf des Verbands afrikanischstämmiger Schweden. Dessen Vorsitzender Kitimbwa Sabuni fordert den Rücktritt der Ministerin:

„Man schaut auf diese sogenannte Installation. Es ist eine rassistische, stereotype Darstellung einer schwarzen Frau. Und die Ministerin hielt es für angebracht, da hinein zu schneiden.“

Ministerin Adelsohn Liljeroth steht nun im Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit und verletzten Gefühlen, und hat sich vorerst auf eine diplomatische Sowohl-als-auch-Haltung verlegt. Die Situation am Sonntag sei äußerst bizarr gewesen. Sie habe die Torte vorher nicht gesehen und könne verstehen, wenn jemand das Werk geschmacklos finde. Dennoch habe sie die Torte angeschnitten, weil – wie sie sagt: die Freiheit der Kunst für sie als Kulturministerin sehr wichtig sei.

Diskussion geht auf Facebook weiter

Die Diskussion um das Kunstwerk läuft derweil auf der Facebook-Seite von Makode Linde weiter. Menschen aus aller Welt kommentieren seine Torte, die überwiegende Mehrheit ablehnend. So schreibt eine Nutzerin aus den USA, sie fühle sich als Afroamerikanerin beleidigt. Wer das Leiden von Frauen so ausnutze, mache sich schuldig. Makode Linde aktualisiert seine Seite währenddessen mit immer neuen Berichten über sein Kunstwerk. Für ihn selbst ist es ein Erfolg.

Jan Kröger

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".