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Neue Forschung

Der Elch als Kulturstifter

Publicerat måndag 23 april 2012 kl 08.29
Der Mensch folgt dem Elch
(3:32 min)

Neue archäologische Untersuchungen der Steinzeit haben Verwunderliches über den König der schwedischen Wälder zutage gebracht. Der Elch ist nicht nur ein fester Bestandteil der schwedischen Kultur. Der Elch war die entscheidende Ursache dafür, dass die Menschen in Nordeuropa sesshaft wurden.

Für viele Schweden ist es ein Moment, auf den sie hinfiebern: den Startschuss zur Elchjagd. Anfang September ist es im Norden des Landes so weit, im Oktober auch im Süden. Rund 300.000 Schweden streifen dann durch die Wälder. Jedes Jahr werden etwa 80.000 Elche erlegt. Dabei ist es auch eine Frage, wie die Jagd abläuft. Manche bewachen einen Platz und warten darauf, dass ein Elch vorbeikommt. Andere machen den Lockruf der Elchkuh nach und hoffen so auf Erfolg. Es gibt die Treibjagd in größeren Gruppen oder die Jagd mit einem Hund, wie bei Michaela Fridell in der Gegend um Jönköping:

„Wir jagen mit einem stellenden Hund. Der Hund und wir laufen im Gegenwind, damit der Elch unsere Witterung nicht aufnehmen kann. Bemerkt der Hund einen Elch, dann bellt er. Dadurch wird der Elch paralysiert, und wir haben die Möglichkeit, uns anzuschleichen."

Jagdmethode entscheidend

Seit Jahrtausenden werden Elche in Skandinavien gejagt. Doch bisher war nicht bekannt, wie sehr der Elch das Leben der Menschen im Norden Europas geprägt haben könnte - und schon damals war es eine Frage der Jagdmethode. Geht es nämlich nach der Stockholmer Archäologin Ylva Sjöstrand, dann war der Elch vor 6.000 Jahren die Ursache dafür, dass die Menschen der Steinzeit sesshaft wurden. Sjöstrand hat in Norrland geforscht, entlang altbekannter Wanderrouten der Elche. Dabei stieß sie auf Tausende von Gruben, die als Elchfallen gedient hatten. Mit der Radiokarbonmethode ließen sich die ältesten etwa auf das Jahr 4.000 vor Christus datieren. Doch wer Fallen aufstellt, muss sie auch bewachen und in Stand halten. So kam Ylva Sjöstrand zu ihrer Schlussfolgerung.

Die Rolle des Elches habe dafür gesorgt, dass die Menschen an einem bestimmten Ort bleiben mussten, sagt Sjöstrand. Es gebe verschiedene Hinterlassenschaften der Steinzeitmenschen, die diese hätten pflegen müssen, und das habe Kontinuität und Organisation verlangt.

Elch beeinflusst das Denken

Zu den Hinterlassenschaften zählt Sjöstrand auch sogenannte Brannthügel - Fundplätze, die Archäologen unter anderem als Kochstellen deuten. Sjöstrand stieß dort auf eine große Menge an Elchknochen. Dass die Menschen im Norden Schwedens sesshaft wurden, wird ansonsten mit dem Aufkommen der Landwirtschaft verknüpft. Das geschah jedoch erst zweieinhalb Jahrtausende später in der Jungsteinzeit.

Wie vor allem die Fallen zeigen würden, sagt Sjöstrand, habe die Bedeutung des Elches auch das Denken der Menschen verändert - und damit genau für jene Voraussetzungen gesorgt, die sich später auch in der landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft widerspiegeln würden.

Dass der Elch nicht nur das Essen und das Wohnen der Steinzeitmenschen bestimmt habe, sondern gerade auch ihr Denken, das schließt Ylva Sjöstrand aus den erhaltenen Höhlenzeichnungen: 90 Prozent aller gefundenen Motive würden Elche darstellen.

Jan Kröger

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