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Forderung: Höhere Eingangsgehälter

Krankenschwestern protestieren

Publicerat tisdag 24 april 2012 kl 12.28
„Unvorsichtiger Umgang mit Pflegeressourcen“
(3:34 min)
Ulrika Blumfeld führt den Protest der Schwesternschülerinnen an

In ganz Schweden demonstrieren Hunderte von Schwesternschülerinnen. Sie fordern die Anhebung der Anfangsgehälter in Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen von umgerechnet rund 2100 Euro auf 2400 Euro. Bei Nichterfüllung ihrer Forderung drohen sie damit, für die bevorstehende Sommerferiensaison nicht als Urlaubsvertretungen zur Verfügung zu stehen.

Die Tage der Florence Nightingale sind in Schweden ganz offenbar vorbei. Junge Krankenschwestern sind heute nicht mehr bereit, für Niedriglöhne zu arbeiten. Die Forderung nach 300 Extra-Euro auf das Eingangsgehalt, das bisher durchschnittlich bei 2100 Euro liegt, haben bereits 50 Pflegerinnen erfüllt bekommen, erklärt Ulrika Blumfeld, Mitorganisatorin der Demonstrationskampagne. „Eine Handvoll von ihnen arbeitet in den großen Krankenhäusern. Die meisten jedoch in der Altenpflege und in der Psychiatrie. Das sind zwar keine Traumjobs, aber hier ist der Wille größer, auf das Personal einzugehen. Und als Mitarbeiter wünscht man sich ja, dass der Arbeitgeber unsere Leistung würdigt“.

Vergleich mit Ingenieuren

Die jungen Krankenschwestern – zumeist Frauen – argumentieren mit Gerechtigkeit. Sie vergleichen sich mit Ingenieuren, die nach drei Jahren Hochschulausbildung mit rund 2700 Euro ins Arbeitsleben einsteigen. Warum sollen Krankenschwestern, die in Schweden ebenfalls drei Jahre an der Hochschule studieren, weniger bekommen?

Die Arbeitgeberseite – die Provinzialverwaltungen, die für die gesamte Krankenpflege verantwortlich zeichnen und diese mit Steuergeldern bestreiten – kontert mit Gerechtigkeitsargumenten anderer Art. „Wir haben ganz einfach keine unbegrenzten finanziellen Ressourcen. Wir haben einen Topf mit Steuergeld, der muss für viele verschiedene Dinge reichen“, sagt etwa Mats Udin, Personalleiter der Provinzialverwaltung in Östergötland und damit unter anderem zuständig  für die Personalversorgung großer Kliniken in Norrköping und Linköping. Es mangele also an Geld. Zudem, so Udin weiter „widerspräche eine Erhöhung der Eingangsgehälter unserem Wunsch, die Löhne der Pflegerinnen individueller zu gestalten. Wir streben eine gerechte Gehaltsentwicklung je nach erbrachter Leistung an.“

Abwanderung nach Norwegen

Ob dieser Wunsch erfüllbar ist, wird sich zeigen müssen. Kurzfristig haben viele Krankenhäuser im ganzen Land, darunter auch die renommierte Karolinische Universitätsklinik in Solna bei Stockholm, große Probleme, für die Sommerferienzeit Personal zu rekrutieren. Womöglich werden sie auf die Forderungen eingehen müssen. Denn bereits seit einem Jahrzehnt protestieren Schwedens Krankenschwestern mit den Füßen und wandern reihenweise ins reichere Nachbarland Norwegen ab, wo höhere Gehälter bezahlt werden. Und der Auswanderungstrend ist derzeit im Begriff, auch auf die Schwesternhelferinnen überzugreifen.

Laut Statistischem Zentralamt werden in Schweden in 20 Jahren etwa 30.000 Krankenschwestern fehlen – und das nicht nur in den Sommermonaten. Ulrika Blomfeld: „Wir wollen mit unseren Demonstrationen heute einer breiteren Öffentlichkeit vor Augen führen, dass die Provinzialverwaltungen bei der Planung des öffentlichen Gesundheitswesens unvorsichtig mit den Ressourcen umgehen. Es besteht ein Mangel an Pflegepersonal – nicht nur in Schweden, sondern weltweit. Daher wird es künftig einfach mehr kosten, Krankenschwestern zu beschäftigen. Das müssen die Pflegeplaner berücksichtigen.“

Luise Steinberger

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