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Politische Meinungsbildung

Ich blogge, also bin ich

Publicerat måndag 7 maj 2012 kl 09.23
Viel Blog um Nichts?
(3:13 min)
Alles muss raus

Krankenversicherung und Arbeitsfragen sind die Themen, mit denen sich die stetig wachsende Zahl von Schwedens politischen Bloggern auseinandersetzt. Dies belegt eine aktuelle Studie im Auftrag der Angestelltengewerkschaft Unionen. Dabei wurde auch ein leichtes Übergewicht für die Grünen und die kleinen bürgerlichen Parteien ausgemacht. Vielen Bloggern geht es aber auch lediglich darum, die eigene Eitelkeit zu befriedigen.

Fredrik Antonsson nennt sich selbst „Tokmoderaten“ was so viel wie der verrückte konservative Moderate bedeutet. Der ehemalige Kommunalpolitiker hat seine politische Karriere an den Nagel gehängt und widmet sich jetzt lieber täglich zwei bis drei Stunden dem Schreiben seiner Blogs. Dabei ziert er sich auch nicht, Leute aus den eigenen Reihen zu kritisieren. Dann ist nicht einmal der Ministerpräsident vor ihm sicher: „Wenn mich irgendwas stört, dann schreibe ich das. So habe ich zum Beispiel mal geschrieben, dass Fredrik Reinfeldt langweilig ist“, erzählt Antonsson dem Schwedische Fernsehen.

Er hat vor fünf Jahren mit dem Bloggen begonnen, aus Frust, weil Fragen, die er für wichtig befunden hat, einfach nicht auf die politische Tagesordnung gekommen waren. Jetzt hat er 35.000 Leser im Monat. Das gibt ihm mehr als seine Tätigkeit als Kommunalpolitiker, so Antonsson:„Ich erreiche einfach mehr Leute auf diese Weise“, meint er.

Leichtes Übergewicht für Grüne

Der Gewerkschaftsverband Unionen hat knapp eine Million Beiträge von 3.000 politischen Bloggern untersucht. 2.000 bekennen sich zu einer politischen Ausrichtung und repräsentieren dabei im Großen und Ganzen die Kräfteverhältnisse im Reichstag – mit einem leichten Übergewicht für Grüne, Liberale und Zentrum. Dabei ist der Fokus ganz klar auf einige wenige Themen gerichtet, wie Jonas Ulvenlöv von Unionen bestätigt: „Was uns ein wenig überrascht hat, ist, dass ziemlich umfassend über Krankenversicherung, Arbeitslosenhilfe und Tarifverhandlungen gebloggt wird“, so Ulvenlöv.

Welchen Einfluss die Blogger letztlich auf die Meinungsbildung haben, wurde dagegen nicht untersucht. Aber die Politikerwissenschaftlerin Jenny Madestam kann ein konkretes Beispiel nennen:„Vor den letzten Wahlen hatte eine Bloggerin über ihre Mutter berichtet, die nach langer Krankheit keine Unterstützung mehr bekommen hatte. Das führte dazu, dass die Krankenversicherung am Ende des Wahlkampfes als Thema aufgekommen war. Manche meinen sogar, dass dies auch das Wahlergebnis beeinflusst hat.“

Ego befriedigen

Antonsson ist dagegen weniger davon überzeugt, dass er Konkretes mit seinem Blogg erreichen kann: „Nein, das glaube ich nicht. Ich mach das, weil es mir Spaß macht und mein Ego befriedigt.“

Wenn es ihm tatsächlich allein um die Befriedigung der Eitelkeit geht, hätte Antonsson mit seinen 35.000 Lesern im Monat vielleicht doch ein anderes Genre auswählen sollen. In der Bloglandschaft insgesamt dominieren nämlich keinesfalls politische Themen. So deckt eine der Erfolgreichsten der Branche, 21-Jährige BlondinBella, mit ihrem Blogg hauptsächlich die Themen Shopping, Lifestyle, Klatsch und Tratsch ab und erreicht 400.000 Leser – in der Woche.

Dieter Weiand

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