Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Arbeitsmarkt

Billiglöhne durch "Neustarter-Jobs"

Publicerat tisdag 8 maj 2012 kl 10.20
"Gezielte Subventionen sind kaum möglich"
(4:25 min)
Werden hier Billiglöhne gezahlt? (Foto: Hasse Holmberg/Scanpix)

Die so genannten „Neustarter-Jobs“ können von schwedischen Arbeitgebern für Dumpinglohn-Anstellungen missbraucht werden. Das berichtet „Sveriges Radio“. Durch die Neustarter-Maßnahme sollen die Arbeitgeber mittels staatlicher Zuschüsse dazu bewegt werden, Langzeitarbeitslosen eine neue Chance zu geben, sich auf dem Arbeitsmarkt zu bewähren. Doch weil die Arbeitsvermittlung nicht immer genau hinsieht, wird teilweise unter Tarif bezahlt.

Das Neustarter-Modell sieht vor, dass der Staat die Arbeitgeber-Abgaben nicht einzieht, sondern für einen auf bis zu zehn Jahre begrenzten Zeitraum an die Arbeitgeber auszahlt. Wo ein Unternehmen im Normalfall für einen Lohn von umgerechnet rund 2.800 Euro fast 900 Euro Arbeitgeberbeitrag zahlen muss, wird eben diese Summe für „Neustarter“ an den Arbeitgeber ausgezahlt. Für diesen ergibt sich somit eine monatliche Ersparnis von fast 1.800 Euro.

Das Problem: Während die Arbeitsvermittlung bei Anweisung eines Praktikumsplatzes für Arbeitslose die zuständige Gewerkschaft kontaktieren und die Arbeitsstelle auf die Einhaltung der tariflichen Übereinkünfte überprüfen muss, ist dies bei den Neustarter-Vermittlungen nicht der Fall. Hier reicht es – zumindest theoretisch - wenn sich die Arbeitsvermittler versichern, dass der Lohn tarifgerecht ist. In der Praxis passiert aber manches Mal nicht einmal das.

Weniger als  der halbe Lohn

Im Falle eines Ingenieurs mit zwanzigjähriger Berufserfahrung führte das dazu, dass der Ingenieur anstatt der tariflichen 4.200 Euro Lohn im Monat weniger als die Hälfte, nämlich nur 1.900 Euro erhält. Wie er sagt, hat sich sein Arbeitgeber die Höhe des Lohnes in Absprache mit der Arbeitsvermittlung selbst aussuchen können.   

Darüber, was mit den „Neustartern“ nach der Vermittlung geschieht, weiß die Behörde denn auch nicht viel. Im Falle des Ingenieurs kam es so, dass dieser nun nach Bedarf eingesetzt – und bezahlt wird. So gab es Monate, in denen er nur zwischen 550 Euro und 900 Euro ausbezahlt bekam, Überstunden und Zulagen werden gleich gar nicht angerechnet.

„Bei der ersten  Auszahlung wird kontrolliert. Die Angaben zum Lohn müssen zusammen mit dem Anstellungsauftrag eingesandt werden, der ursprünglich eingereicht wurde. Dann machen wir Stichprobenkontrollen, die ein ziemlich enges Sicherheitsnetz spannen“, so Gert Sternskog, zuständiger Programmchef der schwedischen Arbeitsvermittlung. Für den genannten Ingenieur war das Netz jedoch ganz offenbar zu weitmaschig. Beklagen will sich der Mann, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte, allerdings über seinen Arbeitgeber nicht: „Er ist der einzige, der mich anstellen wollte und er ist mit mir sehr zufrieden. Wenn ich mich woanders bewerbe, wird er sagen, dass ich ein guter Ingenieur bin“, ist er überzeugt.

Besorgnis bei Gewerkschaften

Eine genauere Untersuchung der Anstellungsverhältnisse der „Neustarter“ gestaltet sich unterdessen schwierig. Gert Sternskog bedauert die Geheimniskrämerei: „Leider ist der Eindruck entstanden, dass wir es sind, die im Rahmen dieses Programms sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Programmverantwortlichen etwas im Dunkeln lassen wollen. Wir haben aber gar keinen Grund, irgendetwas zu verheimlichen, unser Tun sollte im Gegenteil für alle transparent sein, finde ich.“

Doch das ist es offenbar nicht. Aus der nur wenig detaillierten Statistik der Arbeitsvermittlung geht unter anderem hervor, dass die meisten der „Neustarter“ im privaten Sektor beschäftigt werden, dass viele von ihnen in Unternehmen arbeiten, in denen mehr als 20 „Neustarter“ angestellt sind und dass sie zumeist männlich sind und häufig nicht aus Europa stammen. Zeichnet sich hier eine systematische Ausnutzung von Arbeitskräften ab?

Seitens der Gewerkschaften macht sich jedenfalls die Besorgnis breit, dass die billigen „Neustarter“ das Tarifsystem aushöhlen und dass sie Arbeitslosen, die kürzer als ein Jahr ohne Job sind und somit nicht als „Neustarter“ arbeiten können, die Chancen auf eine Rückkehr auf den regulären Arbeitsmarkt verbauen.

Eine Untersuchung des staatlichen Instituts für arbeitsmarkts- und ausbildungspolitische Auswertung (IFAU) ergab jüngst, dass zwei Drittel aller „Neustarter-Jobs“ auch ohne die Subventionen zustande gekommen wären. Verglichen mit anderen Arbeitsmarktsubventionen sei dies allerdings ein ordentliches Ergebnis, meint IFAU-Forscherin Anna Sjögren: „Es ist unglaublich schwer, Subventionen auf genau die Personen auszurichten, die sonst keinen Job gefunden hätten.“

Cornelius von Tiedemann

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".