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Situation der Schule

Hilfs-Paket für eingewanderte Schüler

Publicerat tisdag 8 maj 2012 kl 13.18
"Wir müssen den Neuankömmlingen mehr Chancen geben"
(4:01 min)
Bildungsminister Jan Björklund

Um die wachsenden Probleme mit Segregation in der schwedischen Schule zu bekämpfen, plant die bürgerliche Regierung eine Reihe von Sondermaßnahmen für eingewanderte Schüler. So ist für Kinder und Jugendliche, die lange nach Schulbeginn nach Schweden eingewandert sind, eine verlängerte Schulpflicht bis zum Alter von achtzehn Jahren angedacht. Noch in dieser Woche soll die Arbeit für entsprechende Reformen beginnen, erklärten Repräsentanten der Regierung am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Schwedens Schule gilt seit geraumer Zeit als akutes Krisengebiet. Verschärft hat sich in jüngster Zeit laut einem aktuellen Bericht der Schulbehörde nicht zuletzt die Kluft zwischen „guten“ und „schlechten“ Schulen – wobei zu den „schlechten“ vornehmlich Schulen in Einwanderergebieten zählen. Die tiefe Segregation in der schwedischen Gesellschaft macht sich also schon in der Schule fest. Die Folge: ein eklatanter Bildungsmangel vor allem unter eingewanderten Jugendlichen, was sich wiederum in hohen Arbeitslosenzahlen niederschlägt.

Bessere Chancen

Drei Minister – Bildungsminister Jan Björklund, Vize-Bildungsministerin Nyamko Sabuni und Integrationsminister Erik Ullenhag – bot die Regierung an diesem Dienstag auf, um das Gewicht des geplanten Reformpakets deutlich zu machen. Ziel der angedachten Maßnahmen wie der verlängerten Schulpflicht ist es laut Jan Björklund, neu angekommenen Schülern bessere Chancen zu geben: „Nehmen wir an, man kommt im Alter von zwölf, dreizehn Jahren nach Schweden - soll man da wirklich schon mit sechzehn fertig sein? Vielleicht ist man vorher in gar keine Schule oder in eine sehr schlechte Schule gegangen. In diesem Fall fängt man praktisch mit zwölf noch einmal von vorn an. Und dann soll man in zwei, drei Jahren all das schaffen, wofür andere neun Jahre Zeit hatten. Das kann gar nicht funktionieren. Für den Unterricht für diese Gruppen müssen wir also mehr Zeit veranschlagen.“

Derzeit gilt die allgemeine Schulpflicht in Schweden ab Herbst des Jahres, in dem das Kind sieben Jahre alt wird, bis nach Beendigung des neunten Schuljahres. Die Verlängerung der Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr ist nun nur ein Punkt des geplanten Pakets. Ein weiterer Punkt ist der Auftrag an die Schulbehörde, die Vorkenntnisse der neu in Schweden angekommenen Schüler zu messen. Bei einem sehr geringen Kenntnisniveau müsse man die Kinder dann gemeinsam mit jüngeren schwedischen Altersgenossen unterrichten, so Nyamko Sabuni: „Wir finden es wichtig, dass wir uns besser über die individuellen Vorkenntnisse informieren, um entscheiden zu können, in welche Klassenstufe der Junge oder das Mädchen am besten passt.“ Allerdings sollen Kinder höchstens zwei Jahre zurückgestuft werden können; alles andere, so Jan Björklund, würde soziale Probleme schaffen. Neben der Zurückstufung und einer verlängerten Schulpflicht sind auch Regelungen über zusätzliche Unterrichtsstunden für Einwanderer angedacht.

Gerechtere Bewertung

Eine weiter Maßnahme richtet sich speziell an die Adresse der Schulen mit einem hohen Einwandereranteil unter den Schülern. Sie sollen in vergleichenden Leistungsstatistiken gerechter behandelt werden, so Bildungsminister Björklund: „Die Statistik wird künftig so gestaltet, dass Schüler in den ersten vier Jahren nach der Ankunft in Schweden mit ihren Noten nicht berücksichtigt werden. Auf diese Weise kann man sich ein besseres Bild von den tatsächlichen Gegebenheiten machen. Nach vier Jahren sollte es dann gelungen sein, die Leistungen dieser Schüler auf ein akzeptables Niveau anzuheben.“

Die vorgeschlagenen Maßnahmen dürften in Schwedens Schulen große Beachtung finden. Das komplexe Problem Einwanderung und Schule ist allzu offenbar: 70.000 Kinder und Jugendliche, nahezu zehn Prozent aller Schüler der neunjährigen Grundschule, sind im Ausland geboren. Nur 63 Prozent von ihnen schafften im Jahr 2010 aber den Abschluss, der zum Besuch einer weiterführenden Schule berechtigt. Um die um sich greifende Perspektivlosigkeit einzudämmen, tut Hilfe not – jetzt.

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