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Ein Jahr nach Anschlägen in Norwegen

Utøya und die Folgen: Breivik prägt Rhetorik

Publicerat fredag 20 juli 2012 kl 14.54
„Breivik hat die Rhetorik beeinflusst"
(3:19 min)

Vor einem Jahr erschütterten die Anschläge in Oslo und auf Utøya mit 69 Toten Norwegen und die Welt. In Schweden hat der Zuspruch zu den Bewegungen am rechten Rand sowie den rechtspopulistischen Schwedendemokraten nicht abgenommen. In der breiten Öffentlichkeit hat sich beim Thema Rassismus und dessen äußerster Konsequenz jedoch einiges getan.

Ali Esbati ist einer der Teilnehmer am politischen Jugendlager auf Utøya im Juli 2011, der während des Massakers die Flucht ins Wasser antrat und sich ans Festland rettete. Der Politiker der Linkspartei und seine Frau gehörten zu den Personen, auf die Massenmörder Anders Behring Breivik es gezielt abgesehen hatte, wie der Prozess ans Tageslicht brachte. 

Esbati war selbst im Osloer Gericht dabei und hat den Ausführungen Breiviks aus nächster Nähe zugehört. Er findet es positiv, dass weite Teile des Prozesses live übertragen wurden, erklärt Esbati gegenüber Radio Schweden: „Das Wichtigste ist, dass dieses Trauma von vielen Seiten und über einen langen Zeitraum hinweg beleuchtet wird. Die Übertragung hat dazu geführt, dass mehr Menschen über die Bluttat nachgedacht haben, warum das passiert ist und welche Bedeutung dies für unsere Gegenwart hat.“ 

Daniel Poohl, Chefredakteur der anti-rassistischen Zeitschrift Expo, die die Bewegungen am rechten Rand genau verfolgt, ist überzeugt, dass sich sowohl das Massaker als auch der Prozess auf die öffentliche Meinung ausgewirkt haben: „Der Massenmord hat vor allem Einfluss auf den Antirassismus gehabt. Die Tat hat den Menschen die Augen für die äußersten Folgen von Rassismus und Intoleranz geöffnet. Das ist wohl die größte Veränderung seitdem.“

"Mehr und mehr klingen wie Breivik"

Am rechten politischen Rand sehe es dagegen anders aus, betont Poohl. So genießen etwa die rechtspopulistischen Schwedendemokraten dieselbe Zustimmung wie vor den Anschlägen. Und obwohl die Partei auf Distanz zu Attentäter Breivik gegangen sei, habe sich an ihrer fremdenfeindlichen Rhetorik erstaunlich wenig geändert, so Poohl. 

„Die Schwedendemokraten sind nach dem Attentat etwas zurückhaltender geworden, nähern sich aber langsam wieder dem Niveau vor der Tat an. Es lässt sich auch feststellen, dass sich von Breivik geprägte Begriffe in den Sprachgebrauch einschleichen. Bevor Breiviks Manifest zugänglich wurde, sprach niemand von ‚Kulturmarxismus‘, der in seiner Definition einer Art Ideologie gleichkommt. Heute taucht der Begriff ständig auf. Breivik hat also die Rhetorik in diese Richtung beeinflusst. Mehr und mehr Leute klingen wie er.“

Verneinen der Ideologie gefährlich 

Zehn Wochen dauerte der Prozess gegen den Massenmörder. Das Urteil wird am 24. August gefällt. Ob die Richter Breivik letztlich als zurechnungsfähig einschätzen oder als verrückt einstufen, spielt Expo-Chefredakteur Poohl zufolge nur bedingt eine Rolle. 

„Man kann ja gleichzeitig ideologisch getrieben und verrückt sein. Wenn das Gericht ihn als unzurechnungsfähig betrachten und ihn in eine psychiatrische Anstalt einweisen sollte und die Tat damit als Werk eines Verrückten ohne jegliche ideologische Motivation betrachtet, dann ist das durchaus gefährlich. Gleichzeitig müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass nicht jeder, der kritisch gegenüber Einwanderung ist, losgeht und mordet. Ganz unabhängig von seiner Ideologie gibt es etwas in Breivik, dass ihm das Begehen dieser Tat ermöglicht hat.“

Liv Heidbüchel/Zana Shiroyi

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