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(Publicerat idag kl 15.15)
Bulgaren vor Stockholmer Botschaft

Beerenpflücker-Skandal weitet sich aus

Uppdaterat onsdag 25 juli 2012 kl 15.33
Publicerat onsdag 25 juli 2012 kl 14.47
„Es gibt Anzeichen für Kriminalität"
(5:32 min)
Der bulgarische Botschafter informiert schriftlich.

Die schwedischen Behörden suchen weiter nach Lösungen, wie dem Problem mit Tausenden von arbeits- und wohnungslosen Beerenpflückern in den Wäldern beizukommen ist. Inzwischen hat sich Bulgariens Botschafter an Ort und Stelle ein Bild von der Situation gemacht. Am Mittwochnachmittag kam der Bescheid, dass alle gestrandeten Beerenpflücker auf Botschaftskosten mit dem Bus zurück nach Bulgarien fahren dürften.

Offenbar kommt es immer ganz darauf an, wer mithört. Auf Anfrage des Lokalsenders des Schwedischen Rundfunks, was nun mit den derzeit 63 Beerenpflückern vor der Botschaft geschehen soll, antwortete Botschafter Svetlan Stoev: „Ich wollte deutlich machen, dass ich im Bilde bin und dass sie sich, wenn es irgendwelche Probleme gibt, an mich wenden können."

Die Beerenpflücker im Wald südlich von Söderhamn hingegen bekommen eine andere Ansage. Übersetzerin Evelina Adelblom leitet weiter, was Daniel Tomov vom Botschafter zu hören bekam: „Die Beerenpflücker sollen keine Hilfe erwarten, denn die Situation sei sehr ernst. Es seien so viele in Not, dass nicht allen geholfen werden könne. Wenn man hierhergekommen ist, muss man auch wieder abreisen können. Sich an die Botschaft zu wenden, sei aussichtslos."

Nichts gewusst?

Der Nachrichtenagentur TT sagte Stoev, er sei enttäuscht von den Kommunen, dass sie die Beerenpflücker zur Botschaft schicken. Damit würde das Problem lediglich verlagert. Zudem sei die Situation überraschend, weil man von Botschaftsseite nichts von dem Problem gewusst habe.

Dies muss die Unwahrheit sein, denn schon in den vergangenen Jahren waren Bulgaren zahlreich nach Schweden gereist, um in den hiesigen Wäldern Beeren zu pflücken - für die sich offenkundig bislang immer genug Abnehmer fanden, so dass sich das Beerenpflücken als Einnahmequelle in Bulgarien herumgesprochen hat. Insbesondere vergangenes Jahr sorgten allerdings verstärkt die unwürdigen Verhältnisse für Schlagzeilen, in denen thailändische Beerenpflücker in Schweden mehr schlecht als recht lebten. Ob es den Bulgaren in ihren selbstgebauten Zelten in der Vergangenheit so viel besser ging als diesen Sommer, ist fraglich.

Zu viele Pflücker

Hauptproblem jetzt: Es gibt zu viele Beerenpflücker - und das zu einem Zeitpunkt, da die Beeren größtenteils noch gar nicht reif sind. Diese Einschätzung nimmt Tommy Innala vor, Chef von Polarica, eine der größten Firmen, die landesweit tiefgefrorene Beeren verkauft.

„Schweden kann vielleicht 4.000 Beerenpflückern einen guten Aufenthalt ermöglichen, sowohl was Unterkünfte als auch Transport angeht, mit guten Kontrollen, so dass sie mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause fahren und gern wiederkommen."

An die 6.000 Pflücker werden aus Thailand und anderen Drittländern erwartet. Ihre genaue Anzahl ist bekannt, weil die Migrationsbehörde Aufenthaltsgenehmigungen für die Unternehmen ausstellt, die nachweisen können, dass sie ihre Arbeiter entlohnen können. Dass mit fast 6.000 Aufenthaltsgenehmigungen für Beerenpflücker die sinnvolle Obergrenze längst überschritten ist, scheint für die Behördentätigkeit irrelevant zu sein.

Auf Dauer kann Schweden durch die Missstände einen schlechten Ruf davontragen, mit der Folge, dass es keine Arbeitskraft mehr in die schwedischen Wälder lockt, so die Befürchtung von Tommy Innala.

Gleiche Bedingungen für alle

Wie dem Problem beikommen? Dazu sagte die konservative Abgeordnete und Vorsitzende des Arbeitsmarktausschusses, Elisabeth Svantesson, im Schwedischen Rundfunk: „Wir können nicht verhindern, dass sich Menschen innerhalb der EU frei bewegen, das ist schließlich ihr Recht. Aber wir können dafür sorgen, dass die Menschen ausreichend darüber informiert werden, dass jeder Arbeitnehmer in Schweden das Recht auf gute Arbeitsbedingungen hat - unabhängig vom Herkunftsland."

Der am Dienstag präsentierte Vorschlag des Arbeitsmarktministeriums sieht vor, dass sich alle Unternehmen, die Arbeitnehmer entsenden, melden müssen. Bringen kann dies jedoch kaum etwas, da der überwiegende Teil der Bulgaren auf eigene Faust eingereist ist und freiberuflich arbeitet.

Steuern meiden

Dies hat nicht zuletzt steuerliche Gründe, erklärt Pia Blank Thörnroos von der Steuerbehörde: „Bei den Beerenpflückern aus anderen EU-Ländern wissen wir nicht, ob sie für jemanden arbeiten oder nicht. Die Steuerregeln unterscheiden sich enorm, je nachdem ob man entsandt ist oder die Arbeitnehmerfreizügigkeit nutzt. Für sowohl die Aufkäufer als auch den einzelnen Arbeiter ist die Freiberuflichkeit lukrativer."

Die Steuerbehörde hat Blank Thörnroos zufolge keinerlei Kontrolle über die Arbeiter, die kurzfristig zur Beerensaison einreisen.

Ein weiteres Problem, das in der bisherigen Debatte nur ungern angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass es sich bei den meisten Bulgaren um Roma handelt. In ihrem ohnehin schon armen Heimatland mit schlechten Jobaussichten sind sie vielfach Diskriminierung ausgesetzt. Diese Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Schweden zu locken, fällt denn auch unter die Kategorie Menschenhandel, meint Patrik Cederlöf, der in der Region Stockholm Beauftragter für eben Menschenhandel und Prostitution ist.

„Viele der Betroffenen gehören einer Minorität an, die in ihrem Heimatland unter minimalen finanziellen und sozialen Umständen lebt. Oftmals tritt dieselbe Personenkategorie auch in Fällen von Prostitution in Erscheinung. Ein Mann ist ja bereits festgenommen worden. Das deutet darauf hin, dass es durchaus Anzeichen für Kriminalität im Zusammenhang mit den Beerenpflückern gibt."

Liv Heidbüchel/Anton Dyrssen

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