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Finanzmarktminister forder Kontrolle

Banken wehren sich gegen Vorsicht bei Hypothekenvergabe

Publicerat fredag 27 juli 2012 kl 10.57
"Wir können nicht öffentlich anprangern"
(3:23 min)
Peter Norman (Foto: Fredrik Sandberg / Scanpix)

Der schwedische Bankenverband verwahrt sich gegen eine Forderung von Finanzmarktminister Peter Norman, das Branchenorgan solle seine Mitglieder bei der Vergabe unsicherer Hypothekenkredite stärker kontrollieren.

Der Minister hatte moniert, dass zahlreiche Banken gegen die vom Verband aufgestellten Richtlinien für die Vergabe von Hypothekenkrediten an Privathaushalte verstoßen, indem sie Kunden Kredite ohne Rückzahlungsforderung gewähren.

„Wir können als Verein mit freiwilliger Mitgliedschaft nicht Mitglieder öffentlich an den Pranger stellen“, empört sich der Geschäftsführer des Bankenvereins, Johan Hansing, und fügt hinzu, die Richtlinien seien nicht absolut und sollten in erster Linie den Mitgliedern helfen, flexibel arbeiten zu können.

Warnungen von OECD und IWF

Schweden hat, das ist allseits bekannt, vergleichsweise geordnete Staatsfinanzen. Mehrere Institutionen, darunter die OECD und der Internationale Währungsfonds, warnen jedoch bereits seit mehreren Jahren vor einer alarmierenden Verschuldung der Privathaushalte. Im Mai lag die Verschuldungsrate bei 170 Prozent der verfügbaren Einkommen.

Die hohe Verschuldung ist insofern ein Alarmzeichen, als sie bei einbrechender Konjunktur eine kaum zu stoppende Schuldenlawine auslösen kann, die den gesamten Banksektor in den Ruin reißen kann. Prominente Beispiele sind die Subprime-Kredite in den USA 2008, und als jüngstes Beispiel darf Spanien genannt werden. Die Bemühungen des Finanzmarktministers zielen darauf ab, diese Gefahren einzudämmen. Unter anderem haben sich die Banken freiwillig verpflichtet, bei der Vergabe von Immobilienkrediten an Privatpersonen Vorsicht walten zu lassen. Die Regierung hat die Regeln verschärft. So darf eine Immobilie beispielsweise heute nur noch zu 85 Prozent mit Hypotheken belastet werden, und die Banken sind angehalten, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden genauestens zu prüfen.

Regeln werden umgangen

Doch immer mehr Banken umgehen diese Richtlinien, zum Beispiel indem sie Restfinanzierungen zu höheren Zinsen anbieten und somit die 85-Prozent-Klausel umgehen. Noch größer ist jedoch das Problem, dass die meisten schwedischen Kredite völlig ohne Rückzahlungsforderung vergeben werden. Der Kunde zahlt lediglich den Zinssatz, doch die Schuld an sich wird niemals kleiner. Da sich in den 70er- und 80er-Jahren alle Zinskosten von der Steuer absetzen ließen, sind diese Kredite ohne Rückzahlungsforderung eine schwer zu brechende Tradition in Schweden.

Da der der Bankverein jedoch eine Richtlinie an seine Mitglieder vergeben hat, sei es die Verantwortung des Vereins, ihre Mitglieder zur Einhaltung zu bringen, fordert nun der Minister. „Die Banken haben eine Übereinkunft geschlossen, dass bei Krediten über 75% des Immobilienwertes grundsätzlich Teilrückzahlungen mit dem Kunden vereinbart werden. Daher finde ich der Branchenverband hat alle Möglichkeiten zu dokumentieren, welche Banken sich nicht an diese Übereinkunft halten“, so Norman.

Lieber Gesetzgebung als freiwillige Kontrolle

Unangenehm, findet Vereinsgeschäftsführer Hansing. Er mag sich mit seinen Mitgliedern nicht anlegen und sähe lieber ein neues Gesetz. „Ich bin offen für eine Diskussion über eine Gesetzgebung.“  Für eine gesetzliche Regelung hat sich unter anderem Reichsbankchef Stefan Ingves ausgesprochen.

Luise Steinberger

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