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15. Pride-Festival eröffnet

Intoleranz in eigenen Reihen bekämpfen

Publicerat tisdag 31 juli 2012 kl 11.01
Pride-Festival in 45.000 Versionen
(4:27 min)

Vor Beginn des 15. Pride-Festivals in Stockholm ist eine Diskussion darüber entbrannt, wie politisch die Veranstaltung sein soll. Während sich das Festival mehr Toleranz für Homo-, Bi- und Transsexuelle auf die Fahnen schreibt, gibt es immer mehr Splittergruppen innerhalb der Bewegung, die eher durch Intoleranz motiviert scheinen.

Das Stockholmer Pride-Festival ist das größte seiner Art in Skandinavien. 45.000 Besucher werden zur Abschluss-Parade erwartet, die sich am Samstag vom Humlegården in der Innenstadt bis zum Pride Park auf Södermalm schlängeln wird. Was nicht zuletzt Außenstehenden wie eine einzige Party erscheinen mag, ist jedoch in den letzten Jahren verstärkt von Konflikten innerhalb der Homosexuellenszene gekennzeichnet. 

Vor vier Jahren entschieden die schwedischen Streitkräfte, dass Pride keine politische Veranstaltung sei, und gestattete ihren homosexuellen Soldaten, in Uniform an der Parade teilzunehmen. Mutig, könnte man meinen, in einer Branche, in der Schwulsein nicht gerade zu Sympathiebekundungen einlädt. Unmöglich, findet dagegen das antimilitaristische Netzwerk Ofog. Bei der letzten Parade umzingelten Aktivisten des Netzwerkes die Soldaten mit Plakat-Botschaften wie „Ich töte genauso gut wie ein Hetero-Soldat“. 

Mehr Toleranz? 

„Die Betroffenen haben das als starken Angriff auf den Einzelnen gewertet“, betont der Vorsitzende der Vereinigung der Homo-, Bi- und Transsexuellen bei den Streitkräften, Johan Hamnegård, gegenüber Radio Schweden. „Diejenigen, die dabei waren, hat das ziemlich aufgeregt. Man kann immer diskutieren, welche Existenzberechtigung die Streitkräfte haben. Das bedeutet aber nicht, dass man einzelne Personen beleidigen muss – vor allem nicht in dieser besonderen Situation. An der Parade teilzunehmen, kann für den Einzelnen ein Riesenschritt sein.“ 

Neben den Streitkräften gehen auch homosexuelle Polizisten und Feuerwehrleute uniformiert bei der Parade mit. Auch Behördenvertreter sind mit dabei, etwa von der Migrationsbehörde. Dazu sagt Catti Laska vom antimilitaristischen Netzwerk Ofog: „Es geht nicht darum, dass einzelne Vertreter des Militärs, der Polizei oder der Migrationsbehörde, die als Behörden gegen die Menschenrechte verstoßen, nicht an der Parade teilnehmen dürfen. Uns stört, dass sie Reklame für Behörden machen und etwa mehr Soldaten rekrutieren wollen. Würden sie in Zivil kommen, hätten wir überhaupt nichts dagegen.“ 

Nur gleichgesinnte Teilnehmer  

Nicht nur in Stockholm findet alljährlich das Pride-Festival statt, sondern landesweit werden, wenngleich deutlich kleinere, Festivals veranstaltet. Auch dort wird deutlich, dass die Meinungen weit auseinander liegen, wenn es darum geht, wer bei der Veranstaltung für mehr Toleranz gegenüber Homo-, Bi- und Transsexuellen teilnehmen darf. In Göteborg etwa musste die Migrationsbehörde ein Seminar aufgrund von Protesten abbrechen. Steifer Wind weht auch stets den Christdemokraten entgegen, die mit ihrer konservativen Familienpolitik in Homo-Kreisen auf wenig Gegenliebe treffen. 

In Uppsala durften im Frühjahr alle politischen Parteien teilnehmen, bis auf die Liberalen – sie glaubten an die freie Wirtschaft und seien nicht sozialistisch, hieß es seitens der Festivalleitung. Was das mit Fragen der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Neigung zu tun habe, fragten sich daraufhin auch die Grünen und sagten ihre Teilnahme kurzerhand ab. 

Kein Falsch und Richtig 

Die Diskussion jedenfalls zeigt: Pride ist weit mehr als eine muntere einwöchige Party von lederbesetzen Homosexuellen unter der Regenbogenflagge. Alf Kjellen, Leiter von Stockholm Pride, betont denn auch gegenüber Radio Schweden, dass das Festival zur Debatte lädt, bei der keineswegs alle derselben Meinung sein müssen. 

An der Parade dürfe nur teilnehmen, wer auch die anderen Aktivisten respektiere, so Kjeller: „Pride ist natürlich politisch, so wie ja alles eigentlich. Wir ermöglichen verschiedene politische Diskussionen aus den unterschiedlichsten Teilen der Gesellschaft und der Community. Wir zeigen das dadurch, dass wir hier offene Konservative, genauso wie Vertreter der Linkspartei haben. Als Phänomen betrachtet, ist Pride also sehr politisch.“ 

Bei 45.000 Teilnehmern der Parade gäbe es weit mehr als nur eine Auslegungsart, was Pride sei. Jeder habe seine eigene Definition. „Es gibt kein richtiges und kein falsches Pride“, so Veranstalter Alf Kjeller.

Liv Heidbüchel/Ingrid Forsberg

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