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Viel beachtetes Urteil

Harte Strafen für kriminelles Netzwerk

Publicerat onsdag 1 augusti 2012 kl 15.43
"Wir müssen die Neurekrutierung verhindern"
(2:27 min)
Der Prozess war einer der größten in Schwedens Geschichte

In einem der größten Gerichtsprozesse aller Zeiten in Schweden wurden am Mittwoch die Urteile gesprochen. Der Anführer des so genannten Södertälje-Netzwerks wird demnach zu Lebenslang verurteilt, weitere der insgesamt zwanzig Angeklagten erhalten teils hohe Gefängnisstrafen.

Der Prozess gegen die weit verzweigte kriminelle Bande in Södertälje bei Stockholm ist vielfach als „Schwedens erster Mafia-Prozess“ bezeichnet worden. Auf das Konto der Verurteilten, die zum Teil miteinander verwandt sind, gehen neben mehreren Morden Menschenraub und Erpressung. Jahrelang hatten sie die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Allein der 31-jährige Bandenchef wird nun für neun verschiedene Straftraten verurteilt, darunter wegen Anstiftung zum Mord und wegen Erpressung. Sein Anwalt gab sich nach der Urteilsverkündung am Nachmittag ob des strengen Urteils gleichwohl überrascht. Die Beweise gegen seinen Klienten seien nicht sorgfältig genug geprüft worden, weshalb man nun in Berufung gehen werde. Die Gangster von Södertälje dürften die Steuerzahler also weitere Millionen kosten. Bisher werden die Kosten allein für die Anwaltsgehälter auf umgerechnet sechs Millionen Euro geschätzt. Die Ermittlungen waren die umfangreichsten in Schweden seit der Ermordung von Ministerpräsident Olof Palme 1986; das Ermittlungsmaterial umfasst 18.000 Seiten, die Urteilsschrift ist 500 Seiten schwer.

Ziel: Herrschaft über illegalen Spiel-Markt

Nur zwei der zwanzig Angeklagten sprach das Gericht frei. Zwölf Jahre Gefängnis erhält der Cousin des Bandenchefs. Als dessen „rechte Hand“ hat er sich nach Überzeugung des Gerichts unter anderem des Mordes schuldig gemacht. Übergeordnetes Ziel der Bandenmitglieder sei es stets gewesen, sich im Konkurrenzkampf mit einer weiteren kriminellen Organisation, dem so genannten X-Team, zu beweisen und die Herrschaft über den illegalen Spiel-Markt in Södertälje zu behalten.

Die Kommunalratsvorsitzende Boel Godner begrüßte gegenüber der Nachrichtenagentur TT die Urteile. Dies sei ein erster wichtiger Schritt, um deutlich zu machen, dass die Gesellschaft die Bildung von Parallelgesellschaften nicht akzeptiere. Schon seit der Festnahme der Hauptverdächtigen hat sich die Lage in Södertälje merkbar beruhigt: Im Laufe des zurückliegenden Jahres ist die Zahl angezeigter Verbrechen um ein Drittel zurückgegangen. Laut Boel Godner geht es nun vor allem darum, zu verhindern, dass in der stark von Arbeitslosigkeit und sozialen Problemen geprägten Stadt junge Menschen von kriminellen Vereinigungen angeworben werden. Ansonsten, so die Kommunalpolitikerin, „stehen wir in fünfzehn Jahren wieder dort, wo wir einst waren“.

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