Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Homo-, Bi- und Transsexuelle

Stockholm profiliert sich als Regenbogen-Stadt

Publicerat torsdag 2 augusti 2012 kl 13.41
"Die Klientel schätzt schwedische Offenheit"
(4:12 min)
Hat viel zu bieten

Die schwedische Hauptstadt profiliert sich als „Regenbogen-Stadt“. Im Frühjahr hatte die renommierte amerikanische Internet-Zeitung Edge Stockholm zum weltweit beliebtesten Reiseziel für Homo-, Bi- und Transsexuelle gekürt. Doch man will noch besser werden: Das staatliche Tourismus-Unternehmen Visit Sweden versucht gezielt, homo-, bi- und transsexuelle Touristen anzulocken.

„Zum Teil betreiben wir traditionelles Marketing, beispielsweise mit Annoncen“, sagt der Geschäftsführer von Visit Sweden, Thomas Brühl. „Aber sehr stark investieren wir auch im Bereich der sozialen Medien.“

Das kann dann folgendermaßen aussehen: In einem Internet-Video berichten ein Mann und eine Frau von einem romantischen Treffen in Stockholm. Als Zuschauer fasst man die beiden zunächst ganz selbstverständlich als ein verliebtes Paar auf – bis die Frau eine andere Frau umarmt und der Mann das Bild eines anderen Mannes zeigt. Der Werbefilm war Teil der Kampagne „Win a date in Stockholm“, „Gewinne eine Verabredung in Stockholm“, die im Frühjahr in den USA lief.

Cityflair und Natur vom Feinsten

Seit langem gilt Schwedens und insbesondere Stockholms Image unter Homo-, Bi- und Transsexuellen als ausgezeichnet. Entsprechend rosige Zeiten sieht man bei Visit Sweden: Laut einer Analyse des Unternehmens wollen etwa eine Million Menschen aus der Zielgruppe der HBTQ-Personen, wie man sie hier zu Lande nennt, in den kommenden drei Jahren Schweden besuchen. „Die HBTQ-Klientel ist am Erlebnis Großstadt interessiert“, sagt Geschäftsführer Brühl, „gern in Kombination mit Erlebnissen wie beispielsweise einem Besuch im Eishotel in Kiruna oder in den Stockholmer Schären.“

Seit sieben Jahren wendet man sich ganz gezielt an Homo-,Bi- und Transsexuelle, allerdings bislang nur in zwei Ländern, in den USA und in Frankreich. Thomas Brühl hält nämlich nichts vom Gießkannenprinzip: „Wenn man versucht, sich mit vergleichsweise geringen Mitteln an vielen Plätzen gleichzeitig anzupreisen, verzettelt man sich leicht. Es ist besser, die Ressourcen auf ein paar wenige Stellen zu konzentrieren, daher haben wir in den USA und in Frankreich begonnen.“

Markenzeichen Toleranz

Werbetrommeln rührt man dabei nicht nur für Cityflair und spannende Natur. „Was außerdem an Schweden lockt, ist die Tatsache, dass das Land für Offenheit und Toleranz steht“, betont Thomas Brühl. Nicht zuletzt auch die hiesige HBTQ-Bewegung gilt nach Einschätzung von Beobachtern als sehr wach, wenn es darum geht, grundsätzlich Rechte von Minderheiten zu verteidigen. Während in anderen Ländern Europas rechtsextreme Kreise in den vergangenen Jahren erfolgreich in dem Bemühen waren, Teile der HBTQ-Bewegung für anti-islamische Rhetorik zu vereinnahmen, sind solche Erfolge in Schweden nicht sichtbar. Im Gegenteil hat sich hier bereits eine gesonderte Gruppe gebildet, die sich gegen solcherart Vereinnahmung zur Wehr setzt.

Schweden also das gelobte Land für all jene, die in dieser Woche im Rahmen des Stockholm Pride-Festivals unter den Farben des Regenbogens versammelt sind? Nicht ganz. Wie eine aktuelle Statistik des Verbandes für sexuelle Gleichstellung, RFSL zeigt, sind Attacken gegen Homosexuelle zwischen 2010 und 2011 zwar zurückgegangen. Markant gestiegen, und zwar von 31 angezeigten Fällen 2010 auf 52 ein Jahr später, sind Verbrechen gegen Transpersonen. Dabei gilt die Dunkelziffer als hoch; extrem niedrig ist allerdings die Zahl der Fälle, die zu einem Rechtsverfahren führen, und noch nie ist in Schweden jemand wegen eines Verbrechens mit transphobischen Motiven verurteilt worden. Sofia Kuno von RFSL sieht denn auch Nachholebedarf: „Betroffene sind häufig verunsichert, sie wissen nicht, wie sie von der Polizei oder auch von anderen öffentlichen Stellen behandelt werden. Es mangelt häufig noch an Kompetenz bei Polizei und in Behörden – dagegen müssen wir etwas tun.“

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".