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Schwedisch-Norwegische Nachbarschaft

Norweger-Invasion nährt Sozialneid

Publicerat fredag 3 augusti 2012 kl 14.22
Großer Bruder schmollt wegen norwegischen Reichtums
(2:39 min)
Norweger befriedigen nur unmoralische Gelüste, meckern die Schweden.

Schweden gilt im skandinavischen Selbstverständnis traditionell als Norwegens großer Bruder. Durch den Ölreichtum Norwegens scheinen sich die Rollen mehr und mehr zu vertauschen. Die neureichen Norweger lösen in den Grenzgemeinden gemischte Gefühle aus.

Die beiden Kommunen Eda und Årjäng in der Provinz Värmland könnten sich über den Andrang aus dem Nachbarland eigentlich freuen. Eda mit seinen rund 8.500 Einwohnern und Årjäng mit knapp 10.000 liegen direkt an der norwegischen Grenze. Grenzhandel hat es hier immer gegeben. Früher fuhren auch die Schweden auf die andere Seite und kauften Butter, Sahne und andere Produkte, die günstiger waren. Die Kaufkraft der Schweden hat jedoch in den letzten Jahren rapide abgenommen – ganz im Gegenteil zu der der Norweger. Immer mehr von ihnen kommen nach Schweden, um hier für viele Schwedenkronen einzukaufen. 

Übergangene Bürger 

Wie sich dieses Ungleichgewicht auswirkt, erforscht Eva Olsson, Soziologin an der Universität Karlstad. Im Schwedischen Rundfunk erklärte sie: „Meine Interviewpersonen sprechen oft von der norwegischen Invasion. Die Bürger aus Eda und Årjäng fühlen sich von den Lokalpolitikern übergangen und finden, dass sie mehr Rücksicht auf die Interessen der Norwegen nehmen als auf die Einwohner der Kommunen.“ 

In ihrem Forschungsbericht warnt die Soziologin davor, dass die Spannungen zu einer sozialen Krise führen können. Als Beispiel nennt Olsson die lautstarken Proteste in Årjäng, als die Kommunalpolitiker gegen den Willen der Einwohner ein Baugrundstück an Norweger verkauften, die dort ein Einkaufszentrum errichteten. 

Unmoralisches Shoppen 

Die unverstellt zur Schau getragene Kaufkraft nährt den Sozialneid in den schwedischen Kommunen. So behaupten die Schweden gern, der kleine Bruder würde vorzugsweise Waren von moralisch zweifelhaftem Wert erwerben, wie etwa Alkohol, Tabak und Süßigkeiten. „Eine natürliche Reaktion auf die veränderten sozialen Verhältnisse“, meint Soziologin Olsson. Fakt ist aber, dass der Einzug der Norweger die Preise in den Kommunen in die Höhe getrieben hat.

Die Wut geht so weit, dass den Norwegern jetzt auch Vordrängeln angehängt wird. Der gehässige Spruch „Ich will nicht in der Schlange stehen, ich will nur bezahlen“, scheint in aller Munde. Und selbstverständlich können die Norweger auch nicht so glänzend Auto fahren wie die Schweden – von denen Außenstehende dies bisher auch nicht wussten. 

Mit der simplen einspurigen Ablehnung ist es aber nicht getan, meint Olsson. Erschwert würde die Lage erheblich durch die vielen grenzüberschreitenden Liebesbeziehungen, die über die Jahre entstanden sind. Dies führe zu ambivalenten Gefühlen seitens des großen Bruders, der sich daran gewöhnen muss, vom wirtschaftlich starken kleinen Bruder überholt zu werden.

Liv Heidbüchel/Lari Honkanen

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