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Umweltproteste

Kalkabbau auf Gotland vorerst gestoppt

Publicerat fredag 10 augusti 2012 kl 13.36
Geplanter Kalkbruch auf Gotland sorgt für Proteste
(3:47 min)
Zuerst muss der Wald weichen

Die Proteste von Umweltschützern gegen den umstrittenen Kalkbruch im Norden der Ostseeinsel Gotland haben die Arbeiten vorerst zum Erliegen gebracht. Nach mehreren Jahren juristischen Tauziehens hatte das finnische Unternehmen Nordkalk schließlich im Juli die Erlaubnis zum Abbau erhalten. Die Naturschützer widersetzen sich dem Beschluss, indem sie in dem Bruch ein Lager aufgeschlagen haben und Druck auf die Provinzialregierung machen.

Seit Nordkalk grünes Licht bekommen hat, innerhalb von 25 Jahren 62 Millionen Tonnen Kalk abzubauen, mehren sich die Proteste der Umweltschützer und der Anwohner. Sie fürchten insbesondere um die Qualität des Grundwassers sowie des Wassers im See Bästeträsk und den umliegenden Wald Ojnareskogen mit mehreren geschützten Pflanzenarten. Seit Montag sind Umweltaktivisten vor Ort und blockieren die Waldarbeiten, die auf den Kalkabbau vorbereiten sollen. Bei Picknick und Thermoskanne herrscht gute Stimmung. 

„Was hier im Ojnareskogen in Bunge passiert, ist für ganz Schweden wichtig“, betont Niklas Persson, der aus dem mittelschwedischen Örebro angereist ist, im Lokalsender des Schwedischen Rundfunks. „Wenn man schon in so einem empfindlichen Gebiet Kalk brechen darf, ist das wohl überall möglich. Diese Erlaubnis bedroht die Natur in ganz Schweden.“ 

Verstoß gegen ein schlecht funktionierendes Gesetz  

Das Gesetz haben die Aktivisten nicht auf ihrer Seite – und genau darum geht es Alva Snis Sigtryggson von der Vereinigung der Feldbiologen. „Nordkalk hat zwar die Erlaubnis, aber leider ist dies nur ein Beweis dafür, dass das Gesetz nicht funktioniert.“ 

Die Aktivistin spielt auf die Gesetzesänderung von 2009 an. Der damalige Umweltminister der Zentrumspartei, Andreas Carlgren, hatte zwei, aus Umweltschützersicht wichtige Regelungen streichen lassen, wonach die Schäden für Tiere und Pflanzen durch einen Bruch abgewogen werden mussten. Bei ernsthafter Gefahr der biologischen Vielfalt griff bis dato die so genannte „Stopp-Regel“.

Zu umständlich und widersprüchlich und damit letztlich nicht anwendbar, befand die Regierung damals. Ersetzt wurden die Bestimmungen durch einen verstärkten Schutz von Natursteinbrüchen, die für die Trinkwasserversorgung wichtig sind oder als Natur- oder Kulturgebiete Bedeutung haben. Naturschützer stellten in Frage, warum nicht sämtliche Brüche, wie etwa Kalksteinbrüche, von der Regelung umfasst sein sollen. 

EU-Richtlinie ignoriert 

Im Falle von Nordkalk und Bunge auf Gotland machen nun die Protestler geltend, dass der Umweltobergerichtshof bei seiner Zusage die EU-Richtlinie zum Artenschutz ignoriert habe. Naturschutzbund und andere Kläger warten noch auf den Bescheid des Obersten Gerichtshofes in der Frage. Außerdem hoffen sie auf Beistand der EU-Kommission. Zudem baten sie noch einmal die Provinzialverwaltung, die bisherige Arbeit Nordkalks zu begutachten. 

Entgegen der Absprachen seien die Waldarbeiter rücksichtlos vorgegangen und hätten die Natur bereits erheblich zerstört, so die Umweltschützer. Nordkalk verwies darauf, dass die besondere Vorsicht lediglich außerhalb des 170 Hektar großen Gebiets gelte, nicht jedoch für die Zufahrtswege. Nun hat das Unternehmen bis zum 15. August Zeit darzulegen, inwieweit die bisherigen Rodungsmaßnahmen das Wasser in den Feuchtgebieten beeinflusst haben. 

Bei Nordkalk reagiert man entsprechend mit Verärgerung auf die Proteste. „Unsere Tätigkeit ist völlig legal“, erklärt Projektleiter Håkan Pihl. „Von den Aktivisten und Gegnern, die da draußen unsere Arbeit behindern, kann man das nicht behaupten.“ 

Nordkalk als der führende Kalksteinproduzent Nordeuropas steht auch als Garant für Arbeitsplätze in der Inselkommune, deren Arbeitslosenquote leicht über dem Landesdurchschnitt liegt. Ganze 60 Jobs sollen es in den kommenden 25 Jahren sein - sofern es im nordgotländischen Bunge mit dem Abbau von bis zu drei Millionen Tonnen Kalk im Jahr klappt.

Liv Heidbüchel/Li Dunkers

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