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Konflikt in Syrien

Mehr Flüchtlinge suchen Schutz in Schweden

Publicerat tisdag 14 augusti 2012 kl 12.29
„EU noch nicht einmal den Versuch unternommen, sich zu einigen"
(3:47 min)
Während die Kämpfe in Aleppo andauern, fliehen immer mehr Syrer nach Schweden ( Foto: Scanpix)

Der Konflikt in Syrien eskaliert und über eine Million Menschen sind auf der Flucht vor der Gewalt in ihrer Heimat. Die meisten von ihnen versuchen verzweifelt, innerhalb der Staatsgrenzen oder in den anliegenden Ländern sicheren Unterschlupf zu finden; mehr und mehr wenden sich jedoch auch an die EU-Staaten. Eine gemeinsame Linie in der Aufnahme der Flüchtlinge fehlt allerdings gänzlich – während manche europäische Länder etwa noch die Asylsuchenden zurück in das syrische Chaos geschickt haben, versuchen Schweden und auch Deutschland in der Flüchtlingsfrage voranzuschreiten.

„Wir hätten uns nie vorstellen können, dass wir eines Tages gezwungen sein würden, Syrien zu verlassen. Aber, wir hatten keine andere Wahl; wir mussten unsere Kinder beschützen“, erzählt die Syrerin Amal, die dem Chaos ihrer Heimat entfliehen konnte. Ihre beiden Söhne, fünf und sechs Jahre alt, schrecken in den Nächten immer noch aus dem Schlaf hoch; weinen von Alpträumen geplagt. Amal hat es im Vergleich noch gut getroffen, konnte sie doch bei Verwandten nahe Stockholm Unterschlupf finden. Viele ihrer Angehörigen sitzen noch entweder in dem umkämpften Land fest, oder haben sich wie 150.000 andere Syrer in die Grenzländer Jordanien oder den Libanon flüchten können.

Keine gemeinsame EU-Linie in der Flüchtlingsfrage

Auch nach Europa können sich mehr und mehr Syrer retten, wenngleich ihr Aufenthalt dort alles andere als gesichert ist – der EU fehlt es gänzlich an einer gemeinsamen Linie in der Handhabung des Syrien-Konflikts, erklärt Philippe Fargues vom Europainstitut im italienischen Florenz dem Schwedischen Rundfunk. „Die EU hat noch nicht einmal den Versuch unternommen, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen – und dies, obwohl ganze 18 Monate seit Beginn der Unruhen vergangen sind“, so Fargues.

Auch Cecilia Wikström, die für die schwedischen Liberalen im Europaparlament sitzt, plädiert für eine gemeinsame Verantwortung und humane Haltung der EU-Staaten: „Es ist wichtig, mit einer Stimme zu sprechen; nicht mit 27 unterschiedlichen Stimmen. Diejenigen, die es geschafft haben zu entkommen, müssen auf anständige Weise in Europa empfangen werden. Deshalb müssen wir gemeinsam agieren“, so die Europa-Abgeordnete Wikström im Schwedischen Rundfunk.

Syrer bald die größte Flüchtlingsgruppe in Schweden

Bis vor kurzem hatte etwa das EU-Land Italien sich sogar noch geweigert, Flüchtlinge aufzunehmen und diese nach kurzem Aufenthalt wieder zurück in den syrischen Konflikt geschickt. Andere EU-Mitglieder wie Schweden und Deutschland hingegen haben inzwischen versprochen, allen asylsuchenden Syrern eine zeitbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen. Im schwedischen Fall wird den Flüchtlingen ein Aufenthalt von bis zu drei Jahren gewährt. Allein in der vergangenen Woche haben 227 syrische Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl in Schweden gestellt. Falls sich diese Entwicklung fortsetzt, werden die Syrer demnächst die größte Flüchtlingsgruppe in Schweden stellen. Bereits in diesem Juli hatte die schwedische Regierung das Antragsverfahren für Asyl erleichtert und es den syrischen Flüchtlingen ermöglicht, bei den schwedischen Behörden im türkischen Ankara und Istanbul ihre Anträge einzureichen.

Was Flüchtlingspolitik im Allgemeinen betrifft, hat Schweden international einen guten Ruf. So nahmen die Vereinten Nationen am Montag Kontakt mit der schwedischen Einwanderungsbehörde auf mit der Bitte, 48 auf Kuba gestrandete Flüchtlinge aufzunehmen. Die Syrer hatten sich auf dem Weg nach Kanada befunden, hatten aber nur Kuba erreicht. Die UN hatte daraufhin interveniert, da die kubanische Regierung mit dem Regime in Damaskus freundliche Kontakte pflegt und die Flüchtlinge dorthin zurückschicken wollte.

Schweden gilt in Flüchtlingsfragen als Vorbild

Auch in der schwedischen Gesellschaft können Flüchtlinge allgemein auf ein eher wohlwollendes Klima hoffen. Laut einer Untersuchung der Universität Göteborg ist der Anteil der Schweden, die fordern, weniger Flüchtlingen Asyl zu gewähren, in den vergangenen 20 Jahren konstant gesunken. Hatten sich 1993 noch 65 Prozent gegen die vermehrte Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen, so waren es in diesem Jahr nur noch 41 Prozent.

Vor Ausbruch der Kämpfe in Syrien hatten vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia und dem Irak den Weg nach Schweden gefunden. Auch für Minderjährige, die gezwungen sind gänzlich auf sich alleine gestellt die Flucht anzutreten, ist das skandinavische Land weltweit Anlaufstelle Nummer eins. 2.500 Minderjährige suchen pro Jahr in Schweden Asyl – doppelt so viele wie etwa in Großbritannien und fast fünf Mal so viele wie im Nachbarland Norwegen.

Hansjörg Kissel / Susanne Palme

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