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Rentnerbörse vermittelt Senioren

Rente mit 67 für viele noch zu früh

Publicerat onsdag 15 augusti 2012 kl 12.09
Schwedens Rentner streben auf den Arbeitsmarkt
(3:54 min)
Will selber dereinst über die Rentnerbörse vermittelt werden: Ministerin Larsson

Immer mehr Rentner wollen oder müssen aus finanziellen Gründen weiter arbeiten. Ihre Zahl ist in Schweden seit 2004 um 80 Prozent angestiegen. Weil für die meisten aber mit 67 an ihrem Arbeitsplatz Schluss ist, nehmen sich nun verstärkt auf Rentner spezialisierte Zeitarbeitsfirmen der Vermittlung der rüstigen Arbeitswilligen an.

Mit 65 für immer vom Arbeitsleben Abschied nehmen – das ist für eine stetig wachsende Zahl an Rentnern in Schweden keine Option mehr. Nach Angaben des Rentenversicherers AMF arbeiten inzwischen 137.000 Personen, die älter als 64 Jahre sind. Seit 2004 ist nicht nur ihre Zahl förmlich in die Höhe geschnellt. Selbst bei den über 70-jährigen Berufstätigen lässt sich ein Anstieg um 25 Prozent feststellen. 

Die Rentner-Zeitarbeitsfirma Pensionärspoolen nutzt den Trend und hat nun in Stockholm ihre sechste Filiale schwedenweit eröffnet. Das Unternehmen vermittelt ausschließlich Dienstleistungen älterer Arbeitnehmer an sowohl Firmen wie Privatpersonen. „Das kann alles sein von Kinderhüten, Putzen, Handwerksarbeiten, Hausaufgabenhilfe und so weiter“, erklärt der Chef des Pensionärspoolen, MagnusWadenstierna, gegenüber Radio Schweden. „99 Prozent meiner Kunden fragen nach, ob auch tatsächlich ein Pensionär die Arbeit übernimmt. Diese Nachfrage bedeutet, dass der Markt bestimmt.“ 

Besonders in der schwedischen Hauptstadt ist das Interesse an der Arbeit nach 65 groß. Jeder fünfte Einwohner im Alter von 65 bis 74 Jahren arbeitet hier. In Nordschweden ist es nur jeder zehnte, was sich wohl auch mit dem geringen Jobangebot im Norden erklären lässt. Der Wille zum Arbeiten ist auch bei ehemaligen Büroangestellten deutlich größer als beim klassischen Arbeiter, der eher mit körperlichen Verschleißerscheinungen zu kämpfen hat. 

„Alleinsein macht asozial“ 

Ingemar Lodenberg ist seit Mai verrentet. Nach 20 Jahren als Logistik- und Lagerchef versteht er sich auf allerhand praktische Dinge und lässt sich nun über die Rentnerbörse für Handwerksarbeiten vermitteln. 

„Für mich war es nur natürlich weiter zu machen, denn das Arbeiten macht mir wirklich Spaß. Außerdem ist meine Frau zwei Jahre jünger als ich, das heißt, ich warte, bis sie auch in Rente geht, so dass wir dann gemeinsam unser Sommerhaus in den Schären genießen können.“ 

Ossi Jansson ist schon 70, doch so lange sie noch kann, will sie unbedingt weiter arbeiten. Ihr fiele sonst die Decke auf den Kopf, erzählt sie: „Würde ich nur zu Hause herumsitzen, würde ich mich von morgens bis abends nur mit Stammbaumforschung befassen. Das macht asozial. Es ist nicht schön ohne Freunde, und ich muss einfach raus. Wir haben zwar einen Hund, aber das Gassi-Gehen reicht nicht. Viele wollen doch noch arbeiten und ihre schlechte Rente aufbessern. Alle Menschen wollen fühlen, dass sie gebraucht werden.“

Alt gegen Jung? 

Rentner, die immer länger arbeiten bei einer extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit von 22 Prozent – ist das gerecht? Kinder- und Seniorenministerin Maria Larsson hat keine Bedenken und verweist abermals auf die Nachfrage: So lange der Kunde Rentner will, sie dies für den Arbeitsmarkt nur gut, so Larsson. 

„Ich bin davor überzeugt, dass das Potential weit größer ist und wir erst am Anfang stehen. Von Regierungsseite haben wir auf die gesunden, fitten Ruheständler, die gern arbeiten wollen, reagiert, indem wir Steuervergünstigungen für Rentner eingeführt und die freiwillige Rente mit 67 durchgesetzt haben. Auch eine weitere Anhebung des Rentenalters ist durchaus möglich. Wir wollen also wirklich zur Arbeit anregen – wenn man noch kann und will.“ 

Die Ministerin ist zwar selbst erst 56. Eines schönen Tages werde sie sich aber selbst bei der Rentnerbörse anmelden, kündigte sie bei Radio Schweden an.

Liv Heidbüchel/Jenny Hallberg

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