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Utöya und die Folgen

Rettungsdienste schlecht auf Terror vorbereitet

Publicerat fredag 17 augusti 2012 kl 11.31
"Die Politik hat die Dringlichkeit der Situation nicht verstanden"
(3:00 min)
Trügerisches Idyll - Insel im Stockholmer Schärengarten (Foto: Scanpix)

Im Schatten des norwegischen Untersuchungsberichts zum Terrorattentat von Oslo und Utöya sind die schwedischen Rettungsdienste zunehmend in die Kritik geraten. War der sogenannte „Bericht zum 22.Juli“ noch voll des Lobes für  Ausrüstung und Personal der norwegischen Rettungsdienste, so würden die schwedischen Kollegen im Falle einer vergleichbaren Notsituation keine gute Figur abgeben. An allen Ecken und Enden fehlt es an Unfallärzten und Rettungshubschraubern – das Schreckensszenario eines Terrorattentats in den Stockholmer Schären wäre verheerend.

Der Stockholmer Schärengarten ist ein wahres Wunder der Natur. 35.000 Inseln erstrecken sich über eine Fläche von 12.000 Quadratkilometern, viele von ihnen unbewohnt und weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Ein Paradies für Freizeiturlauber – ein Alptraum für die Notfalldienste. Auch Utöya vor der norwegischen Küste ist in einem vergleichbaren Archipel gelegen, aber nichtsdestotrotz schafften es die norwegischen Rettungsteams, im Angesicht des Schreckens am 22. Juli 2011 so vielen Menschen wie möglich zur Hilfe zu kommen.

Schweden liegt 30 Jahre hinter Norwegen zurück

Ein Notfalleinsatz, der die schwedischen Kollegen vor Neid erblassen lässt. Ein Extremfall in unzugänglichen Gegenden wie den Schären erfordert ein weitreichendes Netzwerk an Ambulanzflugzeugen und Hubschraubern, die rund um die Uhr bemannt sind und erfahrenes Personal an Bord haben. Während Norwegen mit nur der Hälfte der Einwohnerzahl Schwedens aber elf Stationen mit Rettungshubschraubern aufzuweisen hat, gibt es in ganz Schweden insgesamt nur acht Einsatzhelikopter. Was die Notfallbereitschaft des schwedischen Unfalldienstes angehe, liege Schweden 30 Jahre hinter Norwegen zurück, wie ein Unfallarzt in Göteborg gegenüber dem Schwedischen Rundfunk äußerte.

Qualifizierte Unfallärzte müssen regelmäßig draußen im Einsatz sein

Neben der Ausstattung an Einsatzfahrzeugen und Material herrscht in Schweden vor allem ein Mangel an qualifizierten Unfallärzten. Um zum Einsatz im Rettungsdienst fähig zu sein, sollten Krankenhausärzte regelmäßig draußen im Einsatz sein und dort eine Routine erlernen, erklärten mehrere Oberärzte des Stockholmer Karolinska Krankenhaus in einem Schreiben an die Tageszeitung Dagens Nyheter. In vielen Teilen Schwedens aber fehle den Ärzten diese regelmäßige Erfahrung im Rettungsdienst. In Stockholm und Göteborg seien außerhalb der normalen Arbeitszeiten keine erfahrenen Unfallärzte im Einsatz, und in weiten Teilen des Landes fehlten sie gänzlich, so die Verfasser des Schreibens. Für einen Schwerverletzten sei es aber überlebenswichtig, noch vor Einlieferung ins Krankenhaus von einem Arzt versorgt zu werden.

„Die Politik hat die Dringlichkeit der Situation nicht verstanden“

Oberarzt Pierre Sundin, Mitverfasser des Schreibens an die Tageszeitung, zeigt sich besorgt über die gegenwärtige Situation. „Ich arbeite selbst zeitweise im Notfalldienst und bin stolz darauf, dass ich meine Kompetenzen dort erweitern kann. Es ist wirklich erschreckend, dass Schwerverletzte nicht von einem vollständigen Rettungsteam, zu dem eben auch ein Unfallarzt gehört, behandelt werden“, sagte der Oberarzt dem Schwedischen Rundfunk. Sehr fähige Krankenschwestern und Rettungssanitäter würden zwar sehr gute Arbeit leisten, aber zu einem vollständigen Rettungsteam gehöre nun einmal auch ein Unfallarzt, so Sundin.

„Bereits seit den 80er Jahren konnten Studien zeigen, dass die Sterblichkeit bei akuten Notfällen durch den Einsatz von Unfallärzten stark gesenkt werden kann“, erklärt der weiter Oberarzt im Schwedischen Rundfunk. „Die verantwortlichen Behörden und die Politik haben die Dringlichkeit dieser Situation einfach nicht verstanden.“

Hansjörg Kissel / Peder Gustafsson

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