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Massenmörder oder Mythoman?

Justizkanzler: „Starke Beweise gegen Quick“

Uppdaterat måndag 20 augusti 2012 kl 15.36
Publicerat måndag 20 augusti 2012 kl 09.23
Massenmörder oder Unschuldslamm?
(3:08 min)
Täter? Opfer? Psychopath? Thomas Quick alias Sture Bergwall

Der Rechtsskandal um den vermeintlichen Serienmörder Thomas Quick geht in eine weitere Runde. Es gebe sehr wohl starke und belastbare Beweise in einigen Fällen, die belegen, dass Quick der Täter sei. Dies erklärt der ehemalige Berater der Regierung in Rechtsfragen, Göran Lambertz, in der Tageszeitung Dagens Nyheter. Gleichzeitig zeichnet sich immer deutlicher ab, dass den Behörden bei den Ermittlungen der Fälle grobe Fehler unterlaufen sind. Auch Lambertz, der damals an diesen Ermittlungen beteiligt gewesen war, fordert eine unabhängige Untersuchungskommission.

Schuldig oder nicht schuldig? Diese Frage stellt sich Schweden nicht nur für Thomas Quick oder Sture Bergwall, wie er sich mittlerweile nennt. In Frage gestellt wird auch der gesamte schwedische Rechtsapparat, denn Quick war in den 1990er Jahren in acht Fällen wegen Mordes verurteilt worden. In drei Fällen wurde er aber wieder frei gesprochen, da der an einer Persönlichkeitsstörung leidende Mann sämtliche Geständnisse widerrufen hat. In einem Buch des mittlerweile verstobenen Journalisten Hannes Råstam wird in Frage gestellt, ob Quick überhaupt in einem der Fälle schuldig sei. Die Behörden hätten damals schlampig gearbeitet und hätten Quick, der teilweise unter dem Einfluss von Psychopharmaka stand, zu den Geständnissen gezwungen.

Jetzt meldet sich Göran Lambertz zu Wort. Es gebe sehr wohl starke Beweise gegen Quick, schreibt der damals als Justizkanzler fungierende Rechtsberater der Regierung in der Tageszeitung Dagens Nyheter und nennt fünf Beispiele für Aussagen, von denen nur der Täter gewusst haben konnte: „Ich bin der Meinung, dass dieses Beweise verdeutlichen, dass er einzigartige Kenntnisse hat. Dinge, die nur schwer zu erklären sind, wenn man nicht Täter am Tatort war. Ich sage nicht, dass er schuldig ist, aber es gibt starke Beweise gegen ihn.“

Kenntnisse von Muttermal des Opfers

Lambertz betont beispielsweise, dass Quick das Muttermal eines 11-jährigen Opfers genau beschreiben konnte. Das Buch von Hannes Råstam habe die Debatte über die Fälle verzerrt, so Lambertz gegenüber dem Schwedischen Rundfunk:

„Viele haben seit dem Erscheinen von Råstams Buch die falschen Schlüsse gezogen. Vereinzelt kann man lesen, es sei bewiesen, dass Quick unschuldig sei. Es sei völlig offensichtlich, dass es sich hier um einen Rechtsskandal handelt. Diese Schlussfolgerungen zu ziehen ist völlig verrückt.“

Massenmörder oder Unschuldslamm?

Thomas Quick, alias Sture Bergwall, also kein Massenmörder, aber eben doch nicht das Unschuldslamm und Opfer der Behörden, wie er mittlerweile dargestellt wird?

Lambertz hatte damals die Urteile geprüft und sie als „ außerordentlich überzeugend“ eingestuft. Danach hatte Quick seine Geständnisse widerrufen und er wurde in drei Fällen freigesprochen. Experten meinen deshalb, Lambertz wolle sich nur rechtfertigen. Darauf verweist auch der Anwalt von Sture Bergwall.

Auch der Kriminologe, Krimiautor und Experte des Schwedischen Fernsehens für schwer zu lösende Fälle, Leif GW Persson, hält wenig von den aktuellen Bemerkungen des damaligen Justizkanzlers: „Lambertz redet Mist“, so Persson gegenüber dem Schwedischen Fernsehen.

Lambertz fordert unterdessen wie andere Rechtsexperten und Angehörige von Opfern die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission. Sie soll klären, was alles falsch gelaufen ist im schwedischen Rechtsstaat, oder ob die Behörden richtig gehandelt haben.

Dieser Forderung haben sich unterdessen auch die Sozialdemokraten angeschlossen. Justizministerin Beatrice Ask signalisiert ebenfalls den Willen, den Fall genauer zu prüfen. Der Fall sei Besorgnis erregend und bedürfe der genaueren Untersuchung, so Ask gegenüber der Nachrichtenagentur TT.

Ci Holmgren/Dieter Weiand

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