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Fremdenfeindlichkeit

Somalier flüchten aus småländischem Dorf

Uppdaterat onsdag 22 augusti 2012 kl 14.44
Publicerat onsdag 22 augusti 2012 kl 13.24
"Es ist unmöglich geworden, hier zu leben"
(3:07 min)
Konfliktträchtige Stimmung im südschwedischen Forserum (Foto: Alexandra Svedberg/Sveriges Radio)

Die idyllische Gemeinde Forserum in Småland erschüttert die schwedische Öffentlichkeit mit Meldungen zu fremdenfeindlichen Übergriffen. Seit zweieinhalb Jahren werden dort somalische Kriegsflüchtlinge regelmäßig bedroht, misshandelt und angefeindet. In diesem Sommer droht der Konflikt laut Berichten des Schwedischen Rundfunks zu eskalieren. Die Somalier halten aus Angst inzwischen ihre Kinder vom Schulbesuch fern, und die somalische Vereinigung ruft ihre Landsleute dazu auf, die Gemeinde zu verlassen.

Forserum liegt idyllisch inmitten der elchreichen smålandischen Wälder, nur unweit Schwedens zweitgrößtem See, dem Vättern, und dem aus Astrid Lindgrens Michel-Geschichten bekannten Vimmerby. Seitdem aber zunehmend fremdenfeindliche Übergriffe in dem 2000-Seelen Dorf bekannt wurden, liegt ein dunkler Schatten über der südschwedischen Idylle. Regelmäßig werden die Fensterscheiben des Vereinslokals der ansässigen Somalier durch Steinwurf in Scherben gelegt; Kinder werden auf Spielplätzen und in der Schule angefeindet. Eine Gruppe Jugendlicher hat in dieser Woche einem Vereinsmitglied verboten, sein Auto vor dem Lokal zu parken, und ihn anschließend blutig geschlagen.

Somalier-Vereinigung ruft Landsleute zur Abreise auf

95 der ursprünglich 160 Somalier haben inzwischen die Gemeinde verlassen, und der somalische Verein ruft die verbliebenen Familien – allesamt Flüchtlinge aus dem vom Krieg gezeichneten Somalia – dazu auf, dem Dorf den Rücken zu kehren. Zum großen Bedauern vieler der Flüchtlinge, wie etwa Abdula Abdi Dhinbil im schwedischen Fernsehen erzählt: „Mir gefällt dieser Ort wirklich sehr gut, aber es ist unmöglich geworden, hier zu leben. Nicht nur mir, sondern allen Somaliern geht es hier schlecht.“

Schuleskorte, um Übergriffe zu verhindern

Den gesamten Sommer über hatten die Somalier es nach eigenen Angaben nicht gewagt, ihre Kinder aus dem Haus zu lassen, und auch zum Schulbeginn diese Woche bleiben die somalischen Schüler vorsichtshalber Zuhause. „Keines unserer Kinder konnte heute zur Schule gehen, weil wir schlichtweg Angst haben. Auch wir Erwachsenen fürchten uns, das Haus zu verlassen“, sagt der Somalier Mohammed im schwedischen Fernsehen. Sein 11-jähriger Sohn war erst kürzlich auf dem Spielplatz geschlagen worden, und klagt seitdem über Rückenschmerzen.

Die Verwaltung in der Kreishauptstadt Nässjö hat unterdessen angekündigt, die somalischen Kinder auf ihrem Schulweg zu eskortieren. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, solle den Kindern ab morgen Begleitpersonen an die Seite gestellt werden, um Übergriffe auf ihrem Weg von und zur Schule zu verhindern.

Anfeindungen sind an der Tagesordnung

Laut vieler somalischer Flüchtlinge in Forserum gehören Anfeindungen von Seiten ihrer Mitbürger zum Alltag; Kinder, die auf offener Straße beleidigt werden, oder etwa eine schwangere Frau, die im örtlichen Supermarkt angerempelt wird. Wie der Pastor der Gemeinde, Jakob Fhager Bjärkhed betont, könne jedoch nicht das ganze Dorf für die Übergriffe verantwortlich gemacht werden: „Ich weiß, dass es sich um eine nur kleine Gruppe Jugendlicher handelt. Wir haben in Forserum nicht eine Bevölkerungsmehrheit, die die Somalier los werden will.“

Behörde siedelt Flüchtlinge gerne auf dem Land an

Die Bevölkerung von Forserum liegt bei knapp 2000 Einwohnern. Dass eine, prozentual betrachtet, so große Gruppe von Flüchtlingen in einer derart kleinen Gemeinde lebt, liegt in gewissem Maße an der Verteilungspolitik der Einwanderungsbehörde. Im Vergleich zu den großen schwedischen Städten, in denen ein teilweise eklatanter Wohnungsmangel vorherrscht, ist es in kleineren Gemeinden wie Forserum kein Problem, Unterkünfte für alle Asylsuchende heranzuschaffen. Viele der Flüchtlinge würden nach ihrer Ankunft im Land zwar die Anonymität der Großstädte vorziehen, werden aber von der Einwanderungsbehörde oftmals zunächst in kleinere Gemeinden platziert. Zwar ist es Flüchtlingen in Schweden erlaubt, ihren Wohnort frei zu wechseln – aber der besagte Wohnungsmangel in Stockholm, Göteborg oder Malmö macht dies häufig schwierig. Zudem ist Aufnahme von Flüchtlingen finanziell attraktiv für die Kommunen: Sie erhalten dafür gesonderte staatliche Zuschüsse. Viele Gemeinden sind deshalb dazu verleitet, bei der Einwanderungsbehörde um die Aufnahme möglichst vieler Flüchtlinge zu werben.

Hansjörg Kissel

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