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Einwanderung nach Schweden

Handel mit Arbeitserlaubnissen blüht

Publicerat tisdag 28 augusti 2012 kl 12.26
„So was kostet natürlich"
(4:11 min)
Die Eiwanderungsbehörde hat viel zu tun

Der illegale Handel mit Arbeitsgenehmigungen wird in Schweden zunehmend zum attraktiven Geschäft. Nach Angaben der Polizei sind mehrere einschlägig bekannte Personen vom Menschenhandel auf diese lukrative Art des Gelderwerbs umgestiegen.

Eine falsche Arbeitserlaubnis kann dabei Zehntausende Euro einbringen. Die Schuldigen festzunageln, ist aber alles andere als leicht. „Uns liegen Informationen aus verschiedenen Dezernaten vor,  Geheiminformationen, laut denen es sich hier um ein wachsendes Problem handelt“, erklärt Sören Clerton von der Reichskriminalpolizei. „Ganz offensichtlich geht es um Missbrauch, den man bekämpfen muss.“

Die aktuellen Probleme entstanden mit der Öffnung des schwedischen Arbeitsmarktes Ende 2008. Damals wurden neue Regeln eingeführt, die es Menschen aus Ländern außerhalb der EU erleichterten, zum Arbeiten nach Schweden zu kommen. Hatte zuvor die zentrale schwedische Arbeitsvermittlung das letzte Wort gehabt, ging die Entscheidungsgewalt nun an die Arbeitgeber über: Allein sie bestimmen seither, welchen ausländische Arbeitnehmer sie für welchen Job in die Firma holen.

Mit der Änderung des Gesetzes wuchsen auch die Möglichkeiten des Missbrauchs. So bieten Kriminelle Scheinanstellungen an, für die sie sich gediegen bezahlen lassen – von Menschen wie Rodi Husein. Husein, der seinen wirklichen Namen nicht nennen will, ist 25 Jahre alt und kam vor sechs Monaten aus Syrien nach Schweden. Schon zweimal zuvor hatte er versucht, mit Hilfe von Menschenhändlern zu fliehen. Beide Male war er aber in der Türkei von der Polizei aufgegriffen worden. Beim dritten Anlauf schließlich war er erfolgreich. Diesmal kam er nicht als Flüchtling, sondern mit einer nagelneuen Arbeitserlaubnis, die ein Landsmann in Schweden für viel Geld gekauft hatte.

„Man braucht Kontakte“

„Man muss hier Kontakte haben“, sagt Rodi Husein, „jemanden, der eine Arbeit hat, der Papiere besorgen und sagen kann, ich brauche diese Person für meinen Arbeitsplatz, für mein Unternehmen. Dann wird der Antrag anerkannt, und die Arbeitskräfte können herkommen. Natürlich kostet das seinen Teil. Als ich mit Menschenschmugglern herkam, war es genauso teuer. Der einzige Unterschied war, dass ich beim letzten Mal per Direktflug nach Schweden kam.“

Genaue Angaben über die Häufigkeit dieses Szenarios hat Sören Clerton von der Reichskriminalpolizei nicht. Zwar sei der Großteil der jährlich rund 15.000 bewilligten Arbeitserlaubnisse ganz legal erworben. Gleichwohl handele es sich bei den falschen Erlaubnissen um eine „ansehnliche Zahl“. „Nach unseren Angaben kann eine solche illegale Arbeitserlaubnis bis zu 250.000 Kronen kosten.“ Umgerechnet 30.000 Euro also – bei der Polizei ist man kaum darüber verwundert, dass eine solche Summe kriminelle Energien freisetzt.

 „Frustrierend“

Um Missbrauch zu erschweren, hat die Einwanderungsbehörde zu Jahresbeginn die Regeln verschärft. In mehreren Branchen müssen die Arbeitgeber nun nachweisen, dass sie in der Lage sind, den gesuchten Arbeitnehmern zwei Jahre lang Lohn zu zahlen. Dies habe bereits Ergebnisse gezeitigt, sagt Nina Johansson von der Einwanderungsbehörde: „Eine Reihe von Anträgen ist zurückgezogen worden, weil sich die angebotenen Anstellungen als nicht seriös erwiesen haben.“

Sören Clerton von der Reichskriminalpolizei begrüßt die härteren Kontrollen. Doch es müsse noch mehr passieren, ist er überzeugt – gerade, weil für die Polizei die Untersuchung der Fälle so schwierig sei. So sind eben nicht die Arbeitserlaubnisse an sich falsch, sondern die Gründe, wegen derer sie bewilligt werden. Da zudem die Strafsätze nicht sonderlich hoch seien, habe die Aufklärung keine hohe Priorität. Sören Clerton kennt keinen einzigen Fall, in dem eine schuldige Person verurteilt und bestraft worden wäre. Seine Schlussfolgerung als Polizist: „Das ist natürlich frustrierend und keinesfalls gut.“

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