Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Griechin sucht Arbeit

Erdbeerverkäuferin mit zwei Hochschulexamen

Publicerat fredag 31 maj 2013 kl 09.16
„Die Nervosität ist weg! Es ist gut gelaufen!“
(4:09 min)
1 av 3
Geschafft! Angeliki Vlachou atmet nach ihrem Referat über das Examensprojekt auf (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
2 av 3
Alles fertig für den Examensvortrag (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
3 av 3
Vorschlag im Examensprojekt von Angeliki Vlachou: ein kleines Openair-Kino in Athens historischem Dreieck (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)

Angeliki Vlachou hat Examen gemacht. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die junge Architektin aus Thessaloniki. Sie begann in Stockholm an der Königlich Technischen Hochschule ein Zusatzstudium in Städtebau, um sich hier ein neues Leben als aufzubauen. 

Erwartung liegt in der Luft, hin und wieder ein gespanntes Lachen. In einer weißen, holzverkleideten Halle der Hochschule bereitet Angeliki Vlachou sich auf den letzten und wichtigsten Vortrag ihres Studiums vor. Stadtpläne und vergrößerte Skizzen hängen säuberlich an die Wandschirme gepinnt. Der Beamer für die Powerpoint-Präsentation ist mindestens drei Mal getestet.

Prüfer und Lektoren treffen ein,  ein gutes Dutzend Mitstudenten wartet als Zuhörerschaft auf das Referat. Endlich gibt Lektorin Meike Schalk das Zeichen anzufangen.

Griechisches Projekt  

Zunächst etwas vorsichtig, aber dann immer selbstsicherer präsentiert Angeliki Vlachou ihr Examensprojekt. Sie hat ein Thema aus ihrer Heimat gewählt:

Sie hat städtebauliche Verbesserungen für die Stadtteile des ziemlich heruntergekommenen historischen Dreiecks in Athen ausgearbeitet. Dabei ist es ihr einerseits wichtig, die Originalität der alten Viertel Plaka, Thission und Psiri zu bewahren. Anderseits möchte sie die Lebensbedingungen und die strapazierte Umgebung für die Bewohner verbessern, ohne dass eine „feine – und teure - Gegend“ daraus wird.

Angeliki schlägt kostengünstige Baumaterialien vor und Lösungen, bei denen möglichst viele Bewohner teilweise in Eigenhilfe eingebunden sind. Wie wäre es mit der Begrünung eines Platzes, an dem es noch eine der jahrhundertealten Wasserstellen gibt? Oder mit einem kleinen gemeinsamen Freilichtkino?

 Die Prüfer fragen nach, loben und kritisieren.

Geschafft!

Irgendwann setzt der erlösende Beifall ein. Und während im Hintergrund gleich für die nächste Präsentation umgeräumt wird, atmet die frischgebackene Städteplanerin Angeliki Vlachou endlich entspannt auf:

„Ich bin froh! Ich bin glücklich!“ Noch klingt sie ein bisschen erstaunt darüber, dass sie mit ihrem Zusatzstudium fertig ist. „Die Nervosität ist weg! Es ist gut gelaufen, ich bin zufrieden. Und ich glaube,  meine Prüfer sind es auch.“

Die Prüfer haben engagierte Fragen gestellt, sie fanden das Examensprojekt im fernen Athen offenbar interessant.

„Ich habe im Januar angefangen - eigentlich schon im Dezember. In den Weihnachtsferien war ich in Athen und habe die Stadtteile, über die ich meine Examensarbeit geschrieben habe, begutachtet. Ich wusste schon vorher eine ganze Menge über sie, weil ich die ersten sechs Jahre meines Lebens dort verbracht habe.“

Fremd im alten Viertel

Richtig sicher hat sie sich bei den Rundgängen zu Studienzwecken allerdings nicht immer gefühlt:

„Die vielen Einwanderer, die dort leben, waren natürlich nicht bedrohlich. Aber es leben auch viele Drogenabhängige in diesen Stadtteilen. Sie können gefährlich werden, wenn sie dringend Geld für neuen Stoff brauchen. Länger als bis sieben Uhr bin ich dort am Abend nicht gewesen.“

Angelikis Vorschläge zur Veränderung des Milieus dieser Stadtteile könnten das Leben dort leichter machen. Aber es gibt zurzeit kaum Aussichten, dass es verwirklicht wird. Die finanzielle Lage der Stadt Athen ist zu düster.

Erst mal Geld verdienen

Die junge Architektin setzt deshalb weiterhin auf Schweden:

„Jetzt im Juni habe ich erst mal einen Saisonjob als Erdbeerverkäuferin. Im Juli mache ich einen Monat Ferien in Griechenland und besuche meine Familie und Freunde. Und danach komme ich wieder nach Schweden und suche einen Arbeitsplatz, der zu meiner Ausbildung passt. Das wird nicht einfach, aber irgendwie wird es schon gehen.“

 

Im Februar haben wir Angeliki Vlachou schon einmal getroffen: 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".