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(Publicerat idag kl 15.15)
Besorgniserregendes Phänomen

Sterben Schwedens Elche an Vitaminmangel?

Publicerat måndag 3 juni 2013 kl 08.00
Besonders in Südschweden werden in den Wäldern immer wieder tote Elche gefunden

Ein mysteriöses Elchsterben beschäftigt derzeit Wissenschaftler, Jäger und Naturfreunde in mehreren Provinzen entlang der schwedischen Ostseeküste. Tiere magern ab, erblinden, verlieren ihr Fell und stolpern bisweilen halb gelähmt durch den Wald, bevor sie stark geschwächt und unter Schmerzen dem Tod entgegengehen.

Noch ist unklar, was die Ursache dieser besorgniserregenden Entwicklung ist. Forscher glauben jedoch, dass dem König des Waldes die Vitamine fehlen.

Vitaminmangel bei Fischen und Vögeln

"Wir wissen ja schon länger, dass einige Fischarten und zahlreiche Vogelarten entlang der Ostseeküste von Vitaminmangel, genauer gesagt Mangel an Vitamin B1 oder Thiamin, betroffen sind. Und es spricht sehr viel dafür, dass dies auch für die Elche gelten könnte", erklärt Lennart Balk von der Universität Stockholm, der das mysteriöse Elchsterben seit Längerem erforscht, gegenüber dem Schwedischen Rundfunk.

Zusammen mit Kollegen von der Staatlichen Veterinärmedizinischen Anstalt hat Balk im vergangenen Herbst während der Jagdsaison unter anderem in Blekinge im Südosten des Landes unzählige Proben von toten Elchen genommen, an deren Auswertung noch immer gearbeitet wird. Das kleine Blekinge, das nicht einmal 1 Prozent der Gesamtfläche Schwedens einnimmt, gilt als die derzeit am stärksten betroffene Provinz. Allein hier wurden letztes Jahr 80 tote Elche gefunden. In einem normalen Jahr sterben im gesamten Land nur etwa 30 solcher Tiere an verschiedenen Krankheiten.

Keine ganz neue Entwicklung in der Tierwelt

Dass in der Fauna von Blekinge Vitamin-B1-Mangel auftritt, ist grundsätzlich bereits seit Jahrzehnten bekannt, wie auch Torsten Mörner von der Staatlichen Veterinärmedizinischen Anstalt bestätigt: "Schon seit 1974 wissen wir von dieser Problematik bei Lachs und sie stellt ein großes Problem für den Lachs in der Ostsee dar. In den letzten Jahren haben wir uns vor allem Eiderenten und verschiedene Möwenarten angesehen und festgestellt, dass auch diese an Vitaminmangel leiden. Wenn das also sowohl bei Vögeln als auch bei Fischen vorkommt, ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass Tiere, die an Land leben, ebenfalls davon betroffen sein können."

Allein seit der Jahrtausendwende hat man in Blekinge bei insgesamt 25.000 Vögeln Thiamin-Mangel festgestellt. Einige Rehe und Hirsche haben ebenfalls bereits Symptome gezeigt. Elchkühe gebären weniger sowie kleinere Kälber. Und längst sind neben Blekinge auch andere Küsten-Regionen wie Öland, Småland oder Sörmland betroffen. Lennart Balk schlägt daher Alarm:

"So wie ich das sehe, kann es sich hierbei um eine der absolut ernstesten Störungen in der Umwelt handeln, die wir überhaupt bisher beobachtet haben. Wenn es so weitergeht, besteht das Risiko, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren mehrere Tierarten ganz verschwinden."

Ursachen des Vitaminmangels unklar

Nun, da man bei der Auswertung der im vergangenen Herbst genommenen Proben von den Elchen so weit gekommen ist, dass sich die Theorie vom Vitamin-B1-Mangel zu bewahrheiten scheint, stellt sich die Frage nach den Ursachen des Problems. Hier tappen die Forscher nach wie vor im Dunkeln. Torsten Mörner glaubt aber, dass sehr wahrscheinlich wir Menschen dahinterstecken:

"Unsere heutige Gesellschaft versteht vielleicht nicht ganz, dass man die Natur so stark verändern kann, dass ein Mangel an Vitaminen entsteht. Wir sind eher an Nachrichten gewöhnt, dass wir irgendwelche Stoffe ausstoßen, die die Natur vergiften. Aber es ist möglich, dass da ein Zusammenhang besteht; dass wir etwas ausstoßen, was Einfluss auf das Vorkommen von Vitamin B in der Natur hat."

Mehr Geld für Forschung notwendig

Um den Ursachen wirklich auf den Grund zu gehen und das Mysterium zu lösen, müsse mehr Geld für die Erforschung des Problems bereitgestellt werden. Das fordert neben den bereits aktiven Wissenschaftlern nun auch die Gouverneurin der Provinz Blekinge, Berit Andnor Bylund, in einem Brief an die Regierung. Das Massensterben in der Tierwelt sei eine so ernste und wichtige Frage, dass die Ressourcen ihrer eigenen Provinzialregierung nicht ausreichten, um die Ursachen selbst weiter untersuchen zu können. Daher müsse nun die staatliche Naturschutz- oder die Wasserbehörde von der Regierung mit der Erforschung beauftragt werden, so Andnor Bylund.

Eine Antwort darauf aus Stockholm steht noch aus. Sollte die Entwicklung so weitergehen und nichts dagegen unternommen werden, dürfte das Ganze laut Lennart Balk für die Menschen in Schweden aber auf jeden Fall eine Folge haben: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Elchjagd künftig ausfallen muss."

Frank Luthardt

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