Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Traditionen heute

Nationalfeiertag am 6. Juni: Feiern mit gemischten Gefühlen

Publicerat onsdag 5 juni 2013 kl 15.52
"Viele stört, dass die Hymne Schweden nicht erwähnt"
(7:05 min)
1 av 2
Der Nationalfeiertag kann Auswerwählten gar eine ganz persönliche Begegnung mit Königin Silvia bringen (Archivfoto: Karl Melander/ Scanpix)
In Norwegen kommt am 17. Mai regelmäßig viel Stimmung auf (Hhier: Vor dem Schloss, Archivfoto: Vegard Grøtt/Scanpix)
2 av 2
In Norwegen kommt am 17. Mai regelmäßig viel Stimmung auf (Hhier: Vor dem Schloss, Archivfoto: Vegard Grøtt/Scanpix)

An diesem Donnerstag begeht Schweden seinen Nationalfeiertag. Seit fast 100 Jahren werden jeweils am 6. Juni zu Ehren der Nation die blau-gelben Fahnen gehisst. Dennoch haben viele Schweden zu dem Tag ein gespaltenes Verhältnis – ein selbstverständlicher Anlass zu landesweit fröhlichem Feiern ist er bis heute nicht.

Gerade mal jeder Vierte feiert laut einer aktuellen Untersuchung den Nationalfeiertag; das Gros der Schweden freut sich darüber, einfach einen Tag frei zu haben. Ein offizieller Feiertag, mit rotem Eintrag im Kalender, ist der 6. Juni erst seit 2005. Seine Traditionen reichen aber zurück bis ins Jahr 1916. Damals, unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs und mit dem Ziel, das Land unter einer Fahne zu einen, beging man erstmals den „Tag der Schwedischen Flagge“. Dass die Wahl auf den 6. Juni fiel, hatte mehrere Gründe. So wurde an diesem Tag im Jahr 1523 Gustav Vasa zum König gewählt; der 6. Juni 1809 war der Geburtstag einer neuen Verfassung, die immerhin bis 1974 galt.

Fahnenschwenken mit Bedacht

Auch an diesem Donnerstag wird sie wieder erklingen, Schwedens Nationalhymne, auf Zeremonien wie der traditionellen Feier im Stockholmer Freilichtmuseum Skansen. Da wird gesungen, geklatscht und mit blau-gelben Fähnchen gewedelt. Allerdings in geordneten Formen; kein Vergleich beispielsweise zum alljährlichen landesweiten Freudentaumel am 17. Mai in Norwegen. Während man dort dem Nationalstolz jederzeit offen und unbekümmert frönt, muss ein erklärter Freud von Fahne und Vaterland in Schweden zumindest alltags damit rechnen, höchst zweifelhaften politischen Lagern zugeordnet zu werden. Entsprechend verhaltener fällt denn auch das feiertägliche Fahnenschwenken aus, und in schöner Regelmäßigkeit kommt vor dem 6. Juni diese schwedische Zerrissenheit aufs Tapet. Ein beliebtes Thema sind darüber hinaus kritische Anmerkungen zur Nationalhymne.

Konspiration Fehlanzeige

„Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, dass an der Hymne so ziemlich alles schlecht ist“, sagt Märta Ramsten. Gemeinsam mit Eva Danielsson hat sie soeben ein Buch über die schwedische Hymne veröffentlicht, die Richard Dybeck 1844 schrieb, in Form von zwei Strophen auf die Melodie eines alten Volkslieds. „Du alter, du freier, bergiger Norden“, so beginnt der Text – und bringt manchen damit bis heute in Rage. „Der häufigste Einwand ist, dass es in dem Lied nur allgemein um den Norden geht und dass Schweden im Text nicht ausdrücklich erwähnt wird“, weiß Märta Ramsten zu berichten. „Der Text wird also am häufigsten kritisiert. Die Musik fanden im Lauf der Jahre allerdings bei weitem auch nicht alle toll.“ „Schlapp, bleich und inhaltslos“ lautete beispielsweise das Urteil des 1960 verstorbenen namhaften Komponisten Hugo Alfvén. Für Liebhaber derzeit im Internet kursierender Verschwörungstheorien über das Verschwinden von zwei, wie es heißt, „politisch nicht korrekten“ Strophen dürfte aber vor allem das aktuelle Buch zur Hymne eine Enttäuschung sein. „Rickard Dybeck schrieb ursprünglich just zwei Strophen, die wir heute singen“, so Märta Ramsten. „Eine Frau namens Louise Ahlén, die es schade fand, dass Schweden nicht ausdrücklich genannt wurde, schrieb später zwei zusätzliche Strophen. Die tauchten dann kurz in ein, zwei Gesangsbüchern auf und wurden dann vergessen, in jüngster Vergangenheit hat man sie wieder aufgegriffen. Im Internet kursieren ja Gerüchte, diese Strophen seien verboten und deshalb entfernt worden – aber das stimmt also nicht, sie waren schlicht in Vergessenheit geraten.“

Begrüßung „neuer“ Schweden

Ein immer wichtigeres Element der Feierlichkeiten zum 6. Juni ist es in den vergangenen Jahren geworden, neue Staatsbürger mit Zeremonien symbolisch willkommen zu heißen. „Das ist inzwischen Tradition“, sagt Camilla Carlefall, verantwortlich für die Zeremonien in Göteborg, die in der westschwedischen Stadt mittlerweile zum siebten Mal stattfinden. „Es ist zu merken, dass die Zeremonie für die Betreffenden sehr viel bedeutet, unabhängig davon, aus welchen Gründen sie die Staatsbürgerschaft beantragt haben. Es ist wichtig, zu wissen, dass man zu Schweden gehört.“ 950 neue Staatsbürger werden am Samstag in Göteborg begrüßt. Etwa die Hälfte sämtlicher Kommunen hält mittlerweile ähnliche Zeremonien ab; im Entwurf neuer Regeln zur Staatsbürgerschaft, der der Regierung kürzlich vorgelegt wurde, regt Verfasser Gunnar Strömmer die obligatorische Einführung in allen Kommunen an. „Wenn man Staatsbürger ist, ist man sozusagen ein gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft, man muss nichts mehr beweisen“, so Strömmer. Die Zeremonien würden das Gewicht widerspiegeln, das die Übernahme der schwedischen Staatsbürgerschaft hat.

Rechte - und Pflichten?

Insgesamt haben in diesem Jahr schon 16.300 Menschen die schwedische Staatsbürgerschaft angenommen, darunter die größte Zahl, 6027 Personen, aus dem Irak, gefolgt von 754 aus Polen und 697 aus Thailand. Wer ganz formal Schwede geworden ist, hat damit das Recht erworben, sich jederzeit in Schweden aufzuhalten, an der Reichstagswahl teilzunehmen und selbst gewählt zu werden sowie mit schwedischem Pass weltweit unbehindert zu reisen. Diesen Rechten steht bislang eine vergleichsweise magere Liste von Pflichten gegenüber. Bislang darf die Staatsbürgerschaft grundsätzlich jeder nach fünfjährigem Aufenthalt in Schweden erwerben; in Zukunft sind hier weitere Erleichterungen geplant. Vorstrafen, selbst mehrjährige Gefängnisstrafen, verlängern zwar die Antragszeit, sind aber kein grundsätzlicher Hinderungsgrund, und Kenntnisse in Sprache und Landeskunde verlangt Schweden nicht.

Anne Rentzsch

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".