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Bericht zu Anschlägen in Norwegen

Sicherheitsbehörden blind für nicht-islamistischen Terror

Publicerat måndag 10 juni 2013 kl 13.24
Professor Agrell will den Blick für unerwartete Bedrohungen schärfen

Schwedische Sicherheitsbehörden haben sich zu stark auf das Verhindern von islamistischem Terror spezialisiert und sind deshalb schlecht auf Bedrohungen anderer Art vorbereitet. Das meint Professor Wilhelm Agrell von der Hochschule der Streitkräfte, der am Montag einen Bericht zur Arbeit der norwegischen Behörden im Vorfeld der Anschläge von Olso und Utøya vorgelegt hat.

Durch die Vorstellung, dass mutmaßliche Attentäter hauptsächlich unter muslimischen Extremisten zu suchen seien, hätte man den Blick für Bedrohungen von anderen Seiten verloren, so Agrell.

"Norwegen hat, genau wie der Rest der westlichen Welt, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seine Bewertung der Bedrohungslage verändert. Was Terrorismus angeht, wurde die Bedrohung durch Dschihadisten allmählich zur völlig dominierenden Gefahr", sagte der Professor für Geheimdienstanalyse dem Schwedischen Rundfunk.

Ähnliche Herangehensweise in Schweden

Die Erkenntnisse über die Versäumnisse der norwegischen Behörden sind laut Agrell auch höchst relevant für Schweden. Da die hiesige Sicherheitspolizei die Lage ähnlich eingeschätzt habe und auf ähnliche Weise arbeite wie ihre Kollegen im Nachbarland, bestehe die Gefahr, dass man in vergleichbaren Fällen die gleichen Fehler begehe.

Die einseitige Spezialisierung auf islamistischen Terror in Norwegen hat laut Agrell dazu geführt, dass die zuständigen Behörden nicht schnell genug auf Hinweise reagierten, die auf die Spur des späteren Attentäters Anders Behring Breivik hätten führen können. In seinem Bericht schreibt der Professor beispielsweise, dass der norwegische Zoll bereits 2010 wegen des Imports von Chemikalien, die zum Bau von Bomben geeignet sind, auf Breivik aufmerksam geworden sei. Die Sicherheitspolizei wurde von einem Zollbeamten darüber unterrichtet, ging dem Tipp jedoch monatelang nicht nach.

Behörden blind für Terror von rechts

Aber auch abgesehen von diesem konkreten Hinweis habe es relativ viele Anzeichen dafür gegeben, dass der Rechtsextremist Breivik ein Terrorattentat plane. Das Problem sei vielmehr gewesen, dass Behörden und Gesellschaft so schlecht darauf eingestellt waren, diese Anzeichen auch zu sehen und richtig zu deuten, so der Professor.

"Man richtet einen Großteil seiner Aufmerksamkeit sowie der Fahndungs- und Analysearbeit darauf, islamistische Bedrohungen zu entdecken. Aber das bedeutet, dass, wenn etwas völlig anderes auftaucht, die Hinweise darauf als irrelevant oder unverständlich aufgefasst und letztlich aussortiert werden."

Blick in alle Richtungen nötig

Agrell empfiehlt für die Zukunft daher eine offenere Herangehensweise bei Hinweisen zu möglichen Bedrohungen:

"Wir müssen einsehen, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Bedrohungslage gewandelt hat und wir nicht damit rechnen können, immer vorgewarnt zu werden. Wir sollten vorwarnen, wann immer es geht, aber wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass manche Dinge ganz einfach außerhalb des uns bekannten Bereiches liegen. Dies setzt voraus, dass man die Arbeit mit Risiken und Risikovorsorge künftig vorbehaltloser angeht, als wir das heute tun."

Frank Luthardt

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