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Nach den Stockholmer Vorortkrawallen

Antidiskriminierungsbeauftragter soll raus aus der Innenstadt

Publicerat måndag 10 juni 2013 kl 15.41
Soll umziehen: Antidiskriminierungs-beauftragte Agneta Broberg

Der schwedische Diskriminierungsombudsmann und die dazugehörige Behörde sollen Ende kommenden Jahres aus der Stockholmer Innenstadt in einen der sozialen Brennpunkte Tensta oder Rinkeby umziehen. Das hat die Regierung am Montag beschlossen.

Die Entscheidung kommt nur wenige Wochen nach den jüngsten Ausschreitungen in den Stockholmer Vororten und soll helfen, die Stadtteile langfristig wieder attraktiver zu machen.

"Ungefähr 100 Personen werden künftig in den Stadtteilen ihren Arbeitsplatz haben, was schon an sich das positive Signal aussenden wird, dass der Staat auch ein Teil dieser Gegenden ist. Außerdem wird für Restaurants und andere Servicebetriebe eine Geschäftsgrundlage geschaffen, wenn man Arbeitsplätze dorthin verlegt. Überhaupt müssen wir mehr staatliche und kommunale Verwaltungseinrichtungen in von sozialen Problemen geprägte Gebiete bekommen. Das ist ein Schritt, um in diesen Stadtteilen eine positivere Entwicklung in Gang zu setzen", so die Begründung von Integrationsminister Erik Ullenhag für die Regierungsentscheidung.

Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze in den Vororten

Der Minister setzt große Hoffnungen darauf, dass der Umzug den lokalen Arbeitsmarkt in Rinkeby oder Tensta ankurbeln wird. Damit könne dann möglicherweise auch der Trend der letzten Jahre umgekehrt werden, wonach immer mehr öffentliche Einrichtungen wie Banken, Post oder Ähnliches aus den Vororten verschwunden seien.

An einen positiven Effekt des Umzugs glaubt auch Gregor Wroblewski, der in Tensta das Kulturzentrum Tensta träff leitet: "Wenn öffentliche Verwaltungen und Institutionen hier arbeiten, gibt das ja zum Beispiel den lokalen Geschäften einen Schub." Wroblewski begrüßt die Entscheidung, meint aber, dass sie schon viel früher hätte kommen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse man den Regierungsbeschluss vor allem als Reaktion auf die Krawalle der vergangenen Wochen verstehen: "Man kommt ja nicht umhin, diese Dinge zusammenzuführen; dass die Idee gerade jetzt präsentiert wird, wo Ullenhag diese Stadtteile gerade besucht hat."

Mietvertrag im Zentrum läuft aus

Offiziell bestätigt wird diese Version nicht. Laut Regierungsangaben eigne sich die Behörde des Diskriminierungsombudsmannes nur deshalb so gut für den Umzug in einen Vorort, weil der Mietvertrag für die derzeit genutzten Büros in der Innenstadt demnächst auslaufe. Darüber hinaus habe man keine weiteren Hintergedanken mit dem Beschluss, so Minister Ullenhag.

Gregor Wroblewski ist jedoch der Meinung, dass es besser gewesen wäre, wenn man eine andere Behörde als gerade die Anlaufstelle für Diskriminierte nach Rinkeby oder Tensta verlegt hätte: "Man könnte ja meinen, dass das zeigt, dass man diese Stadtteile nicht wie normale menschliche Siedlungen betrachtet, sondern dass es immer mit einer gewissen Problematik zusammenhängt, wenn die Regierung hier etwas tut."

Umzug nicht praktikabel?

Kritik an der Entscheidung kommt auch von der Leiterin der Behörde, Agneta Broberg. Für sie stehen jedoch vor allem praktische Gesichtspunkte im Vordergrund. So befürchtet Broberg, dass die Mitarbeiter durch den Umzug nicht ausreichend Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben könnten und es daher noch länger dauern werde, bis ein Fall fertig bearbeitet sei. Außerdem sei eine Anlaufstelle in der Stockholmer Innenstadt durchaus sinnvoll für ihre Behörde: "Einer der Gründe für unsere zentrale Lage war ja bisher, dass wir für alle, die sich aus verschiedenen Gründen diskriminiert fühlen, leicht zugänglich waren", so Broberg gegenüber dem Schwedischen Rundfunk.

Die Behörde hat nun einige Monate Zeit, die Auswirkungen eines möglichen Umzugs intern zu analysieren. Danach bleibt aber immer noch die Frage, ob Schreibtische, Computer und Akten Ende 2014 nun nach Tensta oder doch nach Rinkeby geschickt werden sollen. Dazu konnte Integrationsminister Erik Ullenhag am Montag noch keine Angaben machen.

Frank Luthardt

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