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Forderung des Nordschwedischen Verbandes

Nationaler Koordinator soll Landflucht stoppen

Publicerat torsdag 13 juni 2013 kl 07.43
"Es ist bis jetzt nichts passiert"
(4:36 min)
Strom aus dem Norden findet dort häufig keine Abnehmer mehr

Um der Landflucht in Nordschweden Einhalt zu gebieten, muss die Regierung endlich einen nationalen Koordinator berufen, der alle bisherigen Gegenmaßnahmen auf ihren Sinngehalt hin überprüfen und neue Eingriffe vorschlagen soll. Außerdem sollte über eine gerechtere Verteilung der Ressourcen nachgedacht werden. Dies fordert der Nordschwedische Verband. 

Während Stockholm an Wachstumsproblemen leide, blute das Land durch Entvölkerung aus, so die Vorsitzende Ewa Back im Gespräch mit Radio Schweden. Was konkret dagegen getan werden kann, weiß der Verband allerding auch nicht.

In zwei Dritteln der Kommunen Nordschwedens sind die Bevölkerungszahlen im vergangenen Jahr gesunken. Zahlreiche Regionen haben sogar seit 1955 keine positiven Wachstumsraten mehr. Für die Vorsitzende des Nordschwedischen Verbandes, Ewa Back, ist es höchste Zeit, dass sich ein nationaler Koordinator mit dem Problem beschäftigt: „Es ist ja bis jetzt nichts passiert. Wir wissen, dass vieles besser gemacht werden könnte, wenn man mehr voneinander wüsste und das besser koordinieren könnte.“

Umverteilung und Investitionen gefordert

Backs Verband fordert eine gerechtere Verteilung der Ressourcen, mehr Investitionen in die Infrastruktur und in den Arbeitsmarkt sowie in Forschung und Ausbildung. Außerdem sollten private und öffentliche Arbeitgeber ermuntert werden, nach Nordschweden zu kommen. Die Schieflage sei dramatisch, so Back gegenüber Radio Schweden und nennt ein Beispiel, wie die Region besser beteiligt werden könnte:

„Ein Beispiel für die gerechte Verteilung von Ressourcen ist die Wasserkraft. Hier wird ja in Nordschweden mehr produziert als verbraucht wird. Von den Gewinnen, die diese Wasserkraft einbringt, bleibt nur wenig im Norden. Das sind Milliardengewinne. Wir finden es wäre angemessen, wenn ein Teil der Gewinne wieder zurückfließt. Zum Beispiel als Kapital für Entwicklungsfonds für die Gebiete, die für die Gewinnung der Wasserkraft beitragen.“

Beängstigende Dimension

Das Ausmaß der Landflucht habe in Nordschweden beängstigende Dimensionen angenommen, auch wenn es nicht überall gleich schlimm sei, sagt Back: „Das hat viele Facetten. Die mittelgroßen Orte an den Küsten unterscheiden sich sicher wenig von denen im Süden. Aber weiter im Landesinneren nimmt die Bevölkerung stetig ab. Szenarien gehen davon aus, dass es in 25 bis 50 Jahren, wenn diese Entwicklung weiter anhält, Orte gibt, die komplett entvölkert sind. Verlassene Dörfer und Regionen will doch keiner in Nordschweden.“

Zu dieser Entwicklung habe auch der Staat beigetragen, meint Back und nimmt die Politiker in die Pflicht: „Wir müssen feststellen, dass der Staat in Form seiner Behörden uns mehr oder weniger im Stich lässt. Viele Behörden und Arbeitsplätze sind verschwunden. Das ist ja eine völlig kontraproduktive Entwicklung.“

Norwegen als Vorbild

Der nationale Koordinator sollte sich auch Inspiration für seine Arbeit aus dem Ausland holen. Back nennt hier Norwegen mit seiner Regionalpolitik als leuchtendes Vorbild.

„Gerade in Norwegen werden die Regionen ja an den Gewinnen aus der Wasserkraft beteiligt. Da geht man völlig anders an die Sache heran. Da gibt es auch Erfolge. Das norwegische Beispiel ist für uns in Schweden sehr interessant.“

Back möchte den Zuzug in die Großstädte wie eben Stockholm stark begrenzen, auch wenn ihr bewusst ist, dass dies nicht einfach befohlen werden kann: „Klar können die Leute hinziehen, wo sie wollen. Aber wir sehen auch die Probleme in Stockholm mit der Wohnungssituation, dem Verkehr und so weiter. Gleichzeitig sind die Probleme auf dem Land genau entgegengesetzt. Da sollte der Staat deutlicher werden. Darüber hinaus sollten private Initiativen ermuntert werden, sich wo anders zu etablieren. Das ergäbe eine bessere Entwicklung für beide Seiten.“

Kein Allheilmittel

Die Vorsitzende des Nordschwedischen Verbandes räumt ein, dass die Landflucht nur sehr schwer zu stoppen ist. Ein Generalrezept gebe es jedenfalls nicht: „Wenn wir alle Antworten hätten, würden wir keinen nationalen Koordinator fordern. Das ist ja das Problem, dass niemand es in den Griff bekommt. Und keiner weiß, was Erfolg bringt und was nicht.“

Back hofft jetzt darauf, dass die Vorschläge ihres Verbandes in der Stockholmer Regierungskanzlei Gehör finden. Regionalminister Eskil Erlandsson soll bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. Den ländlichen Kommunen laufen derweil Zeit und Einwohner davon.

Dieter Weiand

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