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Eng, laut und unzweckmäßig

Kritik an Kindergarten-Baracken wächst

Publicerat tisdag 11 juni 2013 kl 15.24
Vielleicht sollten die Kinder beim Kindergarten-Bau selbst mit anpacken?

Hohe Geburtenzahlen in Kombination mit dem rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz lassen die schwedischen Kommunen zu drastischen Maßnahmen greifen. Viele in den vergangenen Jahren neu errichtete Kindertagesstätten in den Großstädten sind keine festen Gebäude, sondern in kurzer Zeit aus verschiedenen Containermodulen zusammengebaute Provisorien.

Dabei sind die Räumlichkeiten häufig zu klein, der Lärmpegel hoch und die sanitären Einrichtungen nicht an große Kindergruppen angepasst. Zudem müssen Tausende Kinder demnächst in andere, für sie ungewohnte Kindergärten umziehen, weil für die Baracken ein Höchstalter gilt. Bei Eltern und Angestellten wächst nun der Widerstand gegen die zahlreichen Übergangslösungen.

Schlechte Planung der Kommunen

"Die Stadt Norrköping sollte besser vorausplanen können. Man weiß ja, wie viele Kinder geboren werden und in welchen Teilen der Gemeinde. Da sollte man doch einen Schritt voraus sein können und Kindertagesstätten nicht so viele Jahre in Baracken unterbringen müssen, wie das bei uns der Fall war", meint Katrin Stahlberg aus dem kleinen Ort Svärtinge in der Nähe von Norrköping. Sie hat zwei Kinder, die beide in Kindergärten-Baracken gegangen sind, hat sich aus Frust über die dort herrschenden Verhältnisse aber inzwischen für die Unterbringung in einer anderen Kindertagesstätte entschieden.

So wie Katrin Stahlberg denken viele Eltern, deren Nachwuchs eine der zahlreichen, aus den meist grauen Containermodulen errichteten Übergangslösungen besucht. In E-Mails und Briefen an das Schwedische Fernsehen machen sie ihrem Ärger über die Planungsfehler und die schlechten Zustände Luft. Dabei erhalten sie auch Zustimmung von Seiten der Betreuer. Viele von ihnen sind unzufrieden mit der Unterbringung. Wer kann, wechselt an einen Kindergarten mit "richtigen" Wänden und permanentem Standort.

Module nicht an Kinder-Bedürfnisse angepasst

Sussi Sahlqvist arbeitet als Erzieherin in einer als vorübergehende Lösung eingerichteten Container-Kindertagesstätte im Stockholmer Vorort Solna: "Die Räume bei uns werden so warm, dass man sich drinnen teilweise gar nicht aufhalten kann. Aber wir dürfen keine Markisen anbringen lassen, weil die Container nicht der Gemeinde gehören. Außerdem redet man immer davon, dass die Kinder selbstständig werden sollen. Es geht immer darum, dass es wichtig ist, dass wir niedrige Tische, niedrige Stühle haben. Aber wenn man solche Module baut, sind diese ja, zum Beispiel was Toiletten und Waschbecken angeht, nur an Erwachsene angepasst."

Im ganzen Land besuchen Tausende Kinder einen Container-Kindergarten. Laut einer Untersuchung des Schwedischen Fernsehens hat man in 10 der 15 größten Städte des Landes mehr als ein Drittel aller seit der Jahrtausendwende neu gebauten Kindertagesstätten in Baracken untergebracht. In fünf Städten ist gar mehr als die Hälfte aller neuen Einrichtungen eine der schnell errichteten Übergangslösungen.

Schnell und billig errichtet

Die Vorteile für die Kommunen liegen dabei auf der Hand: Anstatt einen teilweise mehrjährigen Planungs-, Bewilligungs- und Bau-Prozess wie bei normalen Gebäuden zu durchlaufen, sind die Container innerhalb weniger Monate einzugsfertig. Da sie nur eine vorläufige Baugenehmigung erhalten, sind die einzuhaltenden Vorschriften nicht so streng wie bei Kindergärten aus Stein. Und natürlich sind auch die Kosten zunächst einmal niedriger, als wenn komplett neu gebaut wird.

In Uppsala sind drei Viertel aller seit 2000 errichteten Kindertagesstätten Baracken. Stadträtin Cecilia Forss begründet dies mit dem starken Bevölkerungswachstum: "Es sind jetzt sehr viele Baracken geworden, da die Zahl der Zuziehenden und die der Geburten so dramatisch angestiegen ist." Forss gibt aber auch Fehler der Kommune zu: "Das Ganze ist schlecht ausgeführt worden. Wir haben ja mehrere Kindergärten, die fertig geplant, aber nicht gebaut sind. Bei der Ausführung hapert es also."

Bevölkerungswachstum niedriger eingeschätzt

Ähnlich sieht man es in Norrköping, wo 60 Prozent der neuen Betreuungseinrichtungen in Baracken untergebracht sind. Auch hier meint Stadtrat Lars Stjernkvist, dass man das Bevölkerungswachstum selbst unterschätzt habe und eigentlich mehr Kindertagesstätten hätte bauen sollen. Daher plant die Stadt nun bis 2017 insgesamt 36 Kindergarten-Abteilungen in permanenten Gebäuden neu zu errichten und damit zahlreiche der provisorischen Container-Lösungen überflüssig zu machen.

Ersatz für die Baracken müssen die Kommunen ohnehin bald schaffen. Für Gebäude mit vorläufiger Baugenehmigung gilt laut dem neuen Planungs- und Baugesetz ein Höchstalter von zehn Jahren. Die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, wie sie noch im alten Gesetz bestand, ist inzwischen nicht mehr vorgesehen. Vielerorts hat man die Grenze bereits überschritten und laut Schwedischem Fernsehen muss insgesamt ein Fünftel aller Container innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden.

Höchstalter ausgereizt

In Örebro werden einige der Baracken vermutlich trotzdem ihr zulässiges Höchstalter überschreiten. Eine andere Wahl habe man nicht, meint Göran Lunander, Geschäftsführer des kommunalen Immobilienverwalters Futurum: "Die Alternative wäre, den Kindergarten, für den die vorläufige Baugenehmigung ausgelaufen ist, ganz zu schließen. Dann könnten die Kinder aber nirgendwo hin. Wir sehen diese Frage aus der Perspektive der Kinder: Sie müssen irgendwo untergebracht werden, bis eine Ersatzlösung gefunden ist. Und das versuchen wir so schnell hinzubekommen, wie es nur überhaupt geht."

Frank Luthardt

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