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Meereskonferenz in Göteborg

Gleicher Meeresschutz für alle

Publicerat måndag 24 juni 2013 kl 06.00
"Große Wissenslücken in Schweden"
(3:48 min)
In weiten Teilen noch unerforschtes Gebiet in Schweden (Foto: Lisa Mattsson / Sveriges Radio)

Die Anrainerstaaten der Nordsee und des Nordostatlantiks sollen mithilfe eines gemeinsamen Überwachungsprogramms den Meeresschutz stärken. Dies fordert die schwedische Meeres- und Wasserbehörde im Zuge der am Montag in Göteborg eröffneten internationalen Meereskonferenz. Länderübergreifende Informationen über den Zustand der Meere sind bislang nur wenige vorhanden. Und dies, obwohl der maritime Raum zunehmend an Bedeutung gewinnt – nicht zuletzt, weil das Meer seitens wirtschaftlicher Akteure immer interessanter wird.

„Alle Länder sollten ein gemeinsames Bild davon haben, wie der Zustand der Meere gemessen wird. Die Meeresstrategie-Richtlinie der EU-Kommission fordert, dass alle europäischen Länder nach der gleichen Methode ihre Gewässer erfassen sollen. Also wie steht es etwa um die biologische Vielfalt oder um chemische Substanzen im Meer? Mit welcher Methode soll beispielsweise erfasst werden, wie viele Robbenbabys jährlich zur Welt kommen? Wie diese gemeinsame Messung aussehen soll, ist aber umstritten“, sagt Laura Píriz von der schwedischen Meeresbehörde im Gespräch mit Radio Schweden. Ihre Behörde ist Mitveranstalter der internationalen Konferenz „Ospar“ zum Schutz von Nordsee und Nordostatlantik, die in diesem Jahr im westschwedischen Göteborg stattfindet.

Verunreinigungen der Meere machen nicht an Ländergrenzen halt. Selbst Luxemburg oder die Schweiz sind über den Rhein und seine Nebenflüsse von Umweltentwicklungen im Nordostatlantik betroffen. Ein gemeinsames Bild davon, wie Artenbestände oder die Beschaffenheit von Meeresböden erfasst werden sollen, fehlt allerdings: Jedes Land misst für sich alleine und mit eigener Methode. Die gesammelten Daten lassen sich deshalb nur schwer miteinander vergleichen.

Umweltschützer hoffen auf gemeinsame Methoden

Umweltschützer setzen daher große Hoffnungen in die diesjährige Ospar-Konferenz in Schweden. „Maßnahmen zum Schutz der Meere lassen sich kaum ohne ausreichendes Wissen und Überwachsmethoden durchführen“, sagt der Vorsitzende des schwedischen Naturschutzbundes, Mikael Karlsson, gegenüber Radio Schweden. „Ich hoffe daher, dass man in diesem Jahr weiter vorankommt. Seitens der Forschung wird seit längerem ein Ökosystem-Ansatz gefordert, mit dem Daten zu unterschiedlichen Fischarten und Umweltbedingungen gesammelt und analysiert werden können. Das Wissen darüber, wie sich die einzelnen Bereiche im Meer gegenseitig beeinflussen, ist nur wenig ausgeprägt. Ein gemeinsames Überwachungsprogramm ist daher ein notwendiges Instrument.“

Etwa 70 Abgesandte aus 14 Staaten sowie internationale Organisationen werden in dieser Woche in Göteborg unter anderem versuchen, sich auf einen solchen gemeinsamen Ansatz zu einigen. Nicht zuletzt Kostengründe spielen hier eine entscheidende Rolle, da einzelne Länder wie Deutschland oder Holland ihre eigenen Umweltprogramme neu überdenken und in manchen Teilen überwerfen müssten.

Großer Wissensmangel in Schweden

Für Schweden selbst ist diese Frage allerdings weniger dringlich, da die Erfassung der Meeresumwelt hierzulande bislang von keiner größeren Bedeutung war, so Laura Píriz: „Wir haben einen großen Mangel an Wissen und Beschreibungen der schwedischen Meeresböden. Und dies, obwohl Kattegat und Skagerrak, was die biologische Vielfalt angeht, kostbare Schätze horten. Dennoch sind diese Gebiete nur vereinzelt erfasst.“

Bei wirtschaftlicher Meeresaktivität denkt man in Schweden vor allem an Fischerei und Seefahrt. Mit zunehmendem technischen Fortschritt wird der maritime Raum jedoch auch hierzulande zunehmend interessant: „Tourismus und Wassersport, aber auch die Energiegewinnung spielen eine größere Rolle. Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Land weniger Areale gibt, die genutzt werden können. Stattdessen blickt man auf das Meer. Nehmen Sie Offshore-Windparks. Vor nicht allzu langer Zeit meinte man, dass diese technisch unmöglich seien. Doch nun gibt es sie. Und dies ist nur ein Meeresprojekt von vielen. Es gibt inzwischen sogar Pläne, maritime Städte zu bauen“, so Laura Píriz.

Hansjörg Kissel

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