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Wir kommen aus Europa

Jorge Muriel paukt für ein Lehrerexamen

Publicerat torsdag 20 juni 2013 kl 13.34
„Der Kinder wegen können wir nicht so bald zurück“
(3:11 min)
Ein Schwedischkurs für Pädagogen soll Jorge Muriel fit für den Arbeitsmarkt machen

Jorge Muriel besucht eine der kommunalen Schulen zur Ausbildung von Einwanderern mit Hochschulabschluss. Der Spanier büffelt Schwedisch bei SIFA, Stockholms Intensivschwedisch für Akademiker. Vor der Eurokrise hatte er in der hoch verschuldeten Region Valencia ein eigenes Unternehmen zur Sprachausbildung.

„Wir haben meist Englisch unterrichtet. Viele spanische Firmen brauchten Mitarbeiter mit guten Englischkenntnissen. Wir hatten auch Kurse für die Landesregierung, zur Lehrerausbildung. Sieben Jahre lang lief es prima, aber dann kam die Krise. Viele Unternehmen mussten schließen und im Sommer 2011 stellte die Landesregierung ihre Zahlungen ein.“

Halb schwedisch und halb spanisch

Jorge Muriels Frau ist Schwedin. Das Paar beschloss, mit den beiden kleinen Töchtern nach Schweden überzusiedeln und von vorn anzufangen. Im Juli 2012 begannen sie ihren Neuanfang.

Im Urlaub und zu Weihnachten war die Familie vorher schon oft in Schweden gewesen. „Ich mochte Schweden von Anfang an. Natürlich kann man ein politisches und soziales System immer kritisieren. Alles hat seine Schwachpunkte. Aber ehrlich gesagt: das schwedische System funktioniert. Wenn man wirklich will, hat man hier Möglichkeiten. Man muss hart arbeiten, aber schließlich sind wir nicht als Touristen hier. Meine Familie ist halb schwedisch und halb spanisch. Wir müssen überleben.”

Zum Überleben braucht man Einkommen und Arbeit. Jorge Muriel könnte Geschichte, Philosophie und Sprachen unterrichten. Er bringt ein Hochschulexamen in Geisteswissenschaften von der Universität Cáceres in Extremadura mit und braucht jetzt eine schwedische Zulassung als Lehrer. Um die vierköpfige Familie zu versorgen, haben Jorge und seine Frau verschiedene Kurzzeitjobs angenommen.

Viele Eisen im Feuer

„Ich suche Arbeit“, sagt der 35-Jährige. „Ich habe in Schweden schon ein halbes Jahr mit autistischen Kindern gearbeitet, und ein paar Stunden pro Woche unterrichte ich Spanisch in der Oberstufe. Aber ich möchte eine Vollzeitstelle bekommen. Für eine Lehrerzulassung muss ich gute Schwedischkenntnisse nachweisen. Also nehme ich an den Sprachkursen hier teil und lerne Schwedisch für Pädagogen.“

„Im Grunde bin ich ein richtiger Unternehmer“

Sicherheitshalber hat er außerdem noch angefangen an seiner alten Hochschule seinen Doktor in Linguistik zu machen. Aber eigentlich träumt Muriel davon, in Schweden ein ähnliches Unternehmen aufzubauen, wie er es in Spanien hatte. Denn nach Spanien zurückzukehren, wenn die Wirtschaftslage sich dort entspannt, ist für ihn keine echte Alternative:

„Nein, zurück können wir der Kinder wegen nicht so bald. Sie sind ja nur sieben und fünf, in dem Alter braucht man Stabilität. Die Probleme in Spanien und den anderen südeuropäischen Ländern werden anhalten. Möglich, dass es den Menschen dort in zehn Jahren wieder besser geht. Ich denke, das ist ungefähr so, wie es in den 1990er Jahren in Schweden war. Es dauert lange, bis die Situation wieder besser wird.“

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