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Schwedisch für Akademiker

Autobahn ins Arbeitsleben

Publicerat fredag 28 juni 2013 kl 12.58
„Von der Arbeit leben und gleichzeitig was für Schweden tun“
(7:40 min)
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Heute haben Elena Di Marco und Melis Gürses Wallin im Schwedischunterricht über Kost und Gesundheit diskutiert (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Thema: Gesundheit/Kost. Auch bei SIFA geht manchmal die Farbe aus (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Hans Brorström, erfahrener Sprachlehrer bei SIFA (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Bei Bedarf wird die Kantine der Schule auch für Gruppenarbeit und eine Schwätzchen benutzt (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Manchmal gehört es zum kulturellen Code, die Aufforderung zum Abräumen zweisprachig zu schreiben (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)
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Ein typischer Betonklotz aus den 60ern: Åsögymnasium für Erwachsene (Foto: Sybille Neveling / Radio Schweden)

Ein eingewanderter Arzt, der als Taxifahrer arbeitet, weil er keinen anderen Job bekommt, ist ein Verlust. Für sich persönlich und für die schwedische Gesellschaft.

In Spezialkursen für ausländische Akademiker werden studierte Einwanderer im Schnellverfahren für die Berufe fit gemacht, für die sie ausgebildet sind. Eine dieser Schulen liegt im Stockholmer Stadtteil Söder:

Lehrer Hans Brorström stellt seinen Schülern im Kurs Schwedisch als Zweitsprache die neue Aufgabe. Das Thema ist Kost und Gesundheit.

Die meisten Kursteilnehmer hier haben einen Hochschulabschluss als Soziologen,Wirtschaftsfachleute oder Juristen. Während sie zu zweit selbständig arbeiten, überprüft Brorström die Sprachkenntnisse seiner Adepten sonst nebenan im Einzelgespräch. Heute steht der erfahrene Pädagoge statt dessen selbst Rede und Antwort.

10 bis 30 Teilnehmer pro Kurs

„Im Schnitt sind unsere Schüler ungefähr 30 Jahre alt“, gibt er über die besondere Schulform, mit der er arbeitet, Auskunft. „Die Jüngsten sind ungefähr Mitte 20. Aber wir haben auch Kursteilnehmer, die rund 60 sind. Unsere Schüler müssen ein abgeschlossenes Studium aus einem anderen Land mitbringen. Normalerweise haben sie höchstens zwei Jahre in Schweden gelebt. Außerdem müssen sie Englisch können.”

Bei SIFA – Stockholms Intensivschwedisch für Akademiker - lernen diese Schüler zunächst grundlegendes Schwedisch, und dann eignen sie sich allmählich auch Fachausdrücke ihres Spezialgebiets an.

Unterricht nach Berufsgruppen

„Wir haben drei Berufskategorien an unserer Schule: Ingenieure und Pädagogen. Und ich selbst unterrichte Wirtschaftsfachleute, Juristen und Soziologen. Unsere Aufgabe ist, die Kursteilnehmer für den Arbeitsmarkt fit zu machen. SIFA wird von der Arbeitsmarktbehörde in Stockholm finanziert, nicht von der Schulbehörde. Sinn der Ausbildung ist, in Schweden in dem Bereich, für den die ausländische Ausbildung gilt, einen entsprechenden Arbeitsplatz für Akademiker zu bekommen.”

Dazu muss man Schwedisch privat und beruflich beherrschen, erläutert Brorström: „Man muss privat in Schweden zurechtkommen, also zum Beispiel die Ausdrücke kennen, die mit dem Zuhause zu tun haben. Man muss die Gesellschaft verstehen und über sie sprechen können. Und außerdem muss man die Berufssprache beherrschen, den Wortschatz können und besonderen Anforderungen gerecht werden. Man muss einen Vortrag halten, Mails formulieren, Berichte schreiben, an Sitzungen teilnehmen und Projekte ausarbeiten können. Dabei behandeln wir auch die kulturellen Unterschiede zwischen schwedischen Arbeitsplätzen und denen in den Heimatländern.”

Gesünderer Lebensstil

Seine Schüler üben gerade in zweien dieser Bereiche: Sie diskutieren über Fernsehsendungen. Elena Di Marco und Melis Gürses Wallin haben zunächst zusammen eine kurze Sendung des Schwedischen Fernsehens mit Tipps für einen neuen gesünderen Lebensstil angeschaut. Sie haben neue Wörter und Ausdrücke zum Themenbereich herausgesucht, und nun reden sie über Programminhalt und ihre persönlichen Ansichten.

„Ein Trainer hat viele Ratschläge gegeben“, fasst Melis Gürses Wallin zusammen. „Er sagt, wir müssen unseren Lebensstil ändern.“

„Er sagt, dass wir bessere Lebensmittel kaufen sollten“, fügt Elena Di Marco hinzu. Etwas Neues hat die Rumänin in der Sendung nicht erfahren. Ihr Mann sei Hauswirtschaftslehrer, die Familie kaufe schon sehr bewusst ein. Aber es wäre gut, wenn sie ihren Kurs in argentinischem Tango öfter besuchen würde, um sich mehr zu bewegen, meint Elena.

„Ich esse immer viel Obst und Gemüse, das ist bei uns in der Türkei so üblich“, flicht Melis Gürses Wallin ein. „Ich trinke keine Erfrischungsgetränke, und ich esse viel Joghurt. Ungefähr drei Kilo pro Woche.“

Neben solchen mündlichen Übungen gehören auch Aufsätze im jeweiligen Spezialgebiet der einzelnen Teilnehmer und Studienbesuche zum Kursprogramm, zählt Hans Broström auf: „Wir haben die Zentralbank besucht, die Stockholmer Börse NASDAQ-OMX, das Stadtmuseum, um die Geschichte Stockholms kennenzulernen… und selbstverständlich lesen wir Texte. Den berufsspezifischen Aspekt kann man sogar im Grammatikunterricht unterbringen!”

Abstecher ins Alltagleben sind auch finanziell wichtig. Der Unterricht ist für die Kursteilnehmer zwar kostenlos, aber der Lebensunterhalt kostet ja auch.

Direktorin Christina Rydén weiß aus Erfahrung, dass viele ihrer rund 270 Schüler lieber arbeiten würden, als Schwedisch zu pauken. Denn der Unterricht ist zwar kostenlos, aber der Unterhalt kostet ja auch. „Viele leben in der ersten Zeit auf Kosten ihrer Familie. Aber viele brauchen auch ein Einkommen. Deswegen jobben sie. Manche tragen frühmorgens die Zeitung aus, andere arbeiten in einer Bäckerei, bevor sie ihren Vollzeittag bei uns beginnen. Einige bekommen Lehraufträge als Vertretung in Schulen oder Vorschulen, sobald sie sich etwas besser auf Schwedisch ausdrücken können. Je mehr Schwedisch sie lernen, desto interessierter sind sie, eine Arbeit anzunehmen.”

Mentorenprogramme

 

Damit es nicht wie früher oft bei Jobs bleibt, für die die Kursteilnehmer überqualifiziert sind, bietet die Schule auch Orientierungskurse an, die von Betriebswirten, Juristen oder Pädagogen gehalten werden. Außerdem müssen die Schüler die vielen unausgesprochenen Codes in Schweden verstehen, Hans nennt Beispiele Brorström: „Warum finden die Schweden es so schön, allein durch die Natur zu wandern? Deutsche und Niederländer verstehen das recht gut, aber für andere ist das schwieriger. Oder warum geht es so ruhig auf Sitzungen am Arbeitsplatz zu? Schweden besprechen vieles informell bei einer Tasse Kaffee. Schweden streben danach, dass alle derselben Meinung sind. Es geht relativ unhierarchisch und leiser zu als in anderen Ländern.”

Es gibt vieles, was den Sprung zum qualifizierten Arbeitsplatz erleichtert, betont Christina Rydén: „Obgleich sie recht gut Schwedisch können, fehlt vielen Kursteilnehmern der Einblick ins schwedische Arbeitsleben. Deswegen haben wir auch zwei beliebte neunmonatige Mentorenprogramme. Bei drei gemeinsamen Treffen erfahren die Teilnehmer mehr darüber, wie es an einem schwedischen Arbeitsplatz zugeht. Zusätzlich haben sie persönliche Kontakte zu Mentoren, die auch schon zu Praktika und Anstellungen geführt haben. Denn darum geht es ja: sie wollen eine Arbeit von der sie leben können, und sie wollen gleichzeitig auch etwas für Schweden tun.“

Sybille Neveling

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