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Jugendarbeitslosigkeit

Liberale wollen Lehrlingssystem einführen

Publicerat fredag 5 juli 2013 kl 15.25
Europäische Erfahrungen nutzen
(4:14 min)
Jan Björklund in Almedalen

Um die hohe Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, wollen Schwedens Liberale den Bildungsbereich nachhaltig umgestalten. Jan Björklund, Parteichef und Bildungsminister in der bürgerlichen Viererkoalition, schlägt die Einführung eines Lehrlingssystems vor. Mit der Anlehnung an ein System, das vor allem in Deutschland Tradition hat, betritt der Minister in Schwedens Bildungspolitik Neuland.

Jeder soll das Recht haben zu studieren – noch richtet sich Schwedens Bildungssystem vornehmlich nach diesem Prinzip, das in der Praxis allerdings nicht ganz so gut funktioniert wie in der Theorie. Zwar besucht das Gros der Schüler nach der neunjährigen Grundschule die gymnasiale Oberstufe; ein Viertel der Schüler schafft dort aber den Abschluss nicht und gerät auf diese Weise ins Abseits auf dem Arbeitsmarkt. Knapp 27 Prozent aller 15 bis 24-Jährigen sind derzeit in Schweden arbeitslos. Nach dem Blick auf Erfahrungen anderswo in Europa und vor allem in Deutschland will man dem Problem nun mit der Einführung einer gänzlich neuen Anstellungsform zu Leibe rücken, der so genannten gymnasialen Lehrlingsanstellung. Ein Unternehmen solle demnach künftig einen Oberschüler einstellen und nach Tarifbedingungen bezahlen können, erläuterte Jan Björklund am Freitag auf der Politikerwoche in Almedalen auf Gotland. „Wenn der Schüler einen berufsvorbereitenden Zweig am Gymnasium besucht, dann soll der Großteil der Ausbildung an einem Arbeitsplatz stattfinden – nicht wie bisher in der Schule. Der Schüler ist während seiner Ausbildungszeit angestellt, im Rahmen einer Lehrlingsausbildung.“

Nutzen für alle Seiten

Die Tatsache, dass auch beim besten politischen Willen nicht alle studieren wollen oder können, hatte der Bildungsminister in den vergangenen Jahren schon mehrfach aufs Tapet gebracht. Maßgeblich auf sein Drängen hin sind die praktischen, berufsvorbereitenden Zweige, mit enger Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen,  im Gymnasium ausgebaut worden. Allerdings musste Björklund an diesem Themen-Tag seiner Liberalen in Almedalen einräumen, dass der Erfolg der Kampagne bisher zu wünschen übrig lässt. Weder Schüler noch Unternehmer zeigen aneinander nennenswertes Interesse. Nun also winkt man stattdessen mit finanziellen Anreizen, nicht nur für die potenziellen Lehrlinge. Die Arbeitgeber bekommen den Lehrlingslohn zu 80 Prozent vom Staat erstattet. Dass sie die Lehrlinge nicht verbindlich einstellen müssen, wiegt in Schweden mit seinen strengen Anstellungsregeln ebenfalls schwer. „Wenn der Schüler sozusagen nicht mehr Schüler ist, sondern aufhört, dann ist auch die Anstellung beendet“, erläutert Björklund das für Schweden ungewohnte System. „Der Punkt ist aber natürlich, dass viele dieser Ausbildungsverhältnisse in Festanstellungen übergehen – nachdem man entsprechend neu verhandelt hat.“

Konkurrenz für den Oberlehrer der Nation  

Dem Lehrlingssystem räumen Schwedens Liberale große Chancen ein. Bis zum Jahr 2020, so Björklunds Ziel, soll mindestens die Hälfte aller berufsorientierten Ausbildungen am Gymnasium die Form einer Lehrlingsausbildung haben. Die Zeit drängt für den Minister, der sich in den vergangenen Jahren wie kein anderer Politiker als Symbolfigur für eine Änderung des gesamten Ausbildungssystems hin zu mehr Qualität profilierte. Die unverändert betrüblichen Meldungen über den Leistungsstand schwedischer Schüler lassen mittlerweile aber immer mehr Wähler am Erfolg dieser Bemühungen zweifeln. Unterdessen bekommen die Liberalen bei ihrem Parade-Thema Schule und Ausbildung harte Konkurrenz. Vor allem die Grünen wollen sich im Schulbereich profilieren. Die Koalition habe es nicht geschafft, die Entwicklung in der Schule zum Positiven zu wenden, betonen Spitzen der Grünen am Freitag in einem Gastartikel in der Tageszeitung Dagens Nyheter. Zudem genießen die Sozialdemokraten laut neuesten Umfragen bei den Wählern in Schulfragen inzwischen mehr Vertrauen als die Liberalen. Eins scheint sicher: Bei den Wahlen im Herbst kommenden Jahres dürfte das Bildungssystem eine große Rolle spielen.

SR Ekot /Anne Rentzsch

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