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85-Jährige erliegt Stichverletzungen

Amoklauf in Varberg - Todesschuss der Polizei kritisiert

Uppdaterat måndag 8 juli 2013 kl 13.10
Publicerat måndag 8 juli 2013 kl 10.21
Polizeiabsperrung nach dem Amoklauf im westschwedischen Varberg (Foto: P4 Halland)

Nach dem tödlichen Schuss gegen einen Amokläufer im westschwedischen Varberg ist die Polizei für ihren Einsatz von Schusswaffen kritisiert worden.

Augenzeugenberichten zufolge hatte ein Polizist den mit einem Messer bewaffneten Amokläufer aufgefordert, seine Waffe fallen zu lassen. Anschließend habe er einen Warnschuss abgegeben, gefolgt von zwei weiteren Schüssen, wovon einer den 24-Jährigen tödlich in die Magengegend getroffen habe.

Laut Polizeiangaben war der 24-Jährige am Sonntagmorgen mit gezogenem Messer durch die Innenstadt von Varberg gezogen. Er habe dabei eine 85-jährige Frau angegriffen und ihr schwere Stichwunden zugefügt. Die Frau erlag anschließend ihren Verletzungen. Zwei weitere Personen seien ebenfalls attackiert und verletzt worden. Beide würden derzeit im Krankenhaus behandelt.

Ein großes Polizeiaufgebot nahm die Verfolgung unter Einsatz von Hundestaffeln und Hubschraubern auf, bis der 24-jährige Täter schließlich gestellt werden konnte. Die Motive des Amokläufers sind bislang nicht bekannt, offenbar kannte er keines seiner Opfer.

Elektroschocker die bessere Wahl?

Wie Martin Marmberg, Gewerkschaftssprecher der westschwedischen Polizei dem Schwedischen Rundfunk sagte, hätte auch der Einsatz von Elektroschockpistolen den Amokläufer zum Aufgeben zwingen können. Elektropistolen würden bislang nicht zur Standardausrüstung der Polizei hierzulande gehören, obwohl diese die Möglichkeit erhöhen würden, wie in dem aktuellen Fall in Varberg den Todesschuss überflüssig zu machen.

Bereits zu früheren Anlässen war die schwedische Polizei für den Einsatz von Waffengewalt kritisiert worden – nicht zuletzt aufgrund der üblicherweise verwendeten Hohlspitzgeschosse, die zu schweren Verletzungen führen können. Diese erweitern sich nach einem Treffer im Körper, um so zu verhindern, dass die Kugel austritt und umstehende Personen verletzt. Zuletzt war diese Polizeimethode beim tödlichen Schuss gegen einen Mann im Stockholmer Stadtteil Husby kritisiert worden, der auch als einer der Anlässe für die anschließenden Krawalle in der Hauptstadt gewertet wurde.

Linkspartei fordert Untersuchung

Die Linkspartei hat unterdessen am Montag eine offizielle Untersuchung zu den jüngsten Todesschüssen gefordert. Man habe seit einiger Zeit schon die von der Polizei verwendete Munition kritisiert, sagte Lena Olsson, rechtspolitische Sprecherin der Partei der Nachrichtenagentur TT. Die Schüsse mit tödlichem Ausgang hätten sich gemehrt. Auch seien psychisch kranke Menschen betroffen gewesen. Nun solle geprüft werden, ob Elektropistolen nicht die bessere Alternative seien, so Olsson.

In zehn Jahren hat die schwedische Polizei 18 Menschen erschossen

Juli 2013, Varberg: Ein junger Mann wird von der Polizei erschossen. Er steht im Verdacht, drei Menschen mit einem Messer angegriffen zu haben. Eines der Opfer starb.

Mai 2013, Husby, Stockholm. Ein 69-Jähriger wird von der Polizei bei einem Einsatz in seiner Wohnung erschossen.

Januar 2013, Södertälje: Die Polizei schießt auf einen 26-Jährigen, nachdem dieser das Geschäft eines Goldschmieds ausgeraubt hat. Der Räuber erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Februar 2011, Eskilstuna: Ein 26-Jähriger, der unter dem Verdacht steht kurz zuvor seine Mutter ums Leben gebracht zu haben, wird erschossen, als er Polizeibeamte bedroht.

Januar 2009, Trelleborg: Ein 57-Jähriger greift die Polizei mit einem Messer bewaffnet an und wird erschossen.

Juni 2006, Falkenberg: Ein 45-Jähriger wird erschossen, nachdem er die Polizei mit einem Messer angegriffen hat.

März 2005, Lindesberg: Ein psychisch labiler 22-Jähriger wird erschossen.

Januar 2004, Katrineholm: Ein 40-Jähriger wird erschossen nachdem er Menschen mit einer Axt bedroht hat.

Juli 2003, Bräkne-Hoby: Ein Mann, der einen Geldtransport ausgeraubt hat, wird von der Polizei erschossen.

Quelle: TT

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