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Keine Versicherungskarte

Obdachlose EU-Bürger ohne ärztliche Versorgung

Publicerat tisdag 9 juli 2013 kl 09.38
"Denen müssen wir helfen"
(2:48 min)
EU-Bürger oder illegaler Einwanderer?

Illegale Einwanderer haben seit Monatsbeginn ein Anrecht auf medizinische Versorgung . Gleiches wird jedoch vielen armen EU-Bürgern, die in Schweden auf Arbeitssuche sind, verweigert. Dem Schwedischen Fernsehen sind mehrere Fälle bekannt, bei denen EU-Bürgern in Schweden ärztliche Hilfe verweigert wurde, da diese in ihrem Heimatland nicht versichert waren.

Die Krise in Südeuropa hat viele EU-Bürger nach Schweden kommen lassen, in der Hoffnung hierzulande Arbeit zu finden. Eine von ihnen ist Rosana Cabel aus Rumänien.

Sie erzählt dem Schwedischen Fernsehen, dass sie hier im Zelt schläft, weil sie sich nicht leisten kann, eine Wohnung zu mieten. Offiziell darf sie sich drei Monate in Schweden aufhalten, um eine Arbeit zu finden. Doch Menschen wie Rosana Cabel haben oft nichts, wohin sie zurückkehren können. Die Lage in den Heimatländern ist hoffnungslos. Viele waren schon lange Zeit dort ohne Arbeit. Eine Tatsache, die ihnen auch in Schweden zum Verhängnis werden kann, denn sie sind in ihren Heimatländern nicht krankenversichert und haben deshalb auch keine blaue europäische Versicherungskarte.

Mehrere Fälle bekannt

Ihnen wird dann die ärztliche Versorgung, die über akute Hilfe hinsausgeht, verweigert, wie Tiberius Lacatus vom Betreuungszentrum Crossroads bestätigt: „Es gibt mehrere Fälle. Menschen kommen zu uns und bitten um Hilfe, weil sie vom Arzt weggeschickt wurden.“

Crossroads wird von der Stockholmer Stadsmission betrieben und unter anderem von der EU, der Stadt und dem Arbeitsamt unterstützt. Es dient als Anlaufstelle für Arbeit suchende EU-Mitbürger. Es kommen meist Menschen in hoffnungslosen Situationen. Sie halten sich mit Gelegenheitsjobs oder Flaschensammeln über Wasser.

Rolf Byström arbeitet als Arzt für Obdachlose in Stockholm. Er beschreibt die obdachlosen EU-Bürger als neue Gruppe, die in der Regel weder von Drogen noch von Alkohol abhängig sind und auch keine psychischen Störungen haben. Sie sind schlichtweg sehr arm. Dass ihnen hierzulande nicht geholfen werde, ist für Byström eine Schande.

„Man definiert doch das humanitäre Niveau eines Landes daran, wie den allerärmsten geholfen wird. Das hier sind unsere allerärmsten. Denen müssen wir helfen.“

EU-Bürger ist kein illegaler Einwanderer

Diese Menschen sind durchs soziale Netz gefallen, haben keine Versicherungskarte, keine Arbeit aber sind eben EU-Bürger. Was ihnen seit Anfang Juli in Schweden zum Nachteil gereicht, denn hierzulande werden illegale Einwanderer ohne Krankenversicherung medizinisch versorgt. Das heißt sie können zum Zahnarzt, Geburtenvorsorge oder Gesundheitsuntersuchung. Dazu haben die Provinzialverwaltungen besondere Mittel bewilligt bekommen. Für die Behandlung versicherungsloser EU-Bürger dagegen nicht.

Im letzten Jahr hätten die EU-Bürger noch Hilfe bekommen, meint Tiberius Lacatus. Jetzt seien die Provinzialverwaltungen wohl zu der Erkenntnis gekommen, dass ihre Rechnungen wohl nie bezahlt werden.

Malin Attefall (SVT)/Dieter Weiand

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