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Damenfußball-EM in Schweden

Eine Fußballnation und ihre Heilsbringerin

Publicerat onsdag 10 juli 2013 kl 13.35
Grenzenloser Durst nach Erfolg
(4:41 min)
Über Pia Sundhage thronen die hohen Erwartungen einer Fußballnation (Foto: Björn Larsson Rosvall / Scanpix)

Das Frauen-Fußball-Fieber hat die Schweden erfasst. Mit dem Eröffnungsspiel Schweden-Dänemark am Mittwochabend fällt der Startschuss für das Großereignis im hierzulande vergleichsweise populären Frauenfußball. Die Erwartungen an die schwedische Nationalmannschaft sind dementsprechend hoch, nicht zuletzt weil mit ihrer Trainerin Pia Sundhage eine der schillerndsten Figuren des Frauenfußballs über dem Ereignis thront.

Im Sommer 1984 fällt der Startschuss für den schwedischen Frauenfußball und seiner vielleicht größten Persönlichkeit aller Zeiten. Im Endspiel gegen Gastgeber England schnappt sich die Spielerin Pia Sundhage im endscheidenden Elfmeterschießen den Ball. Sie läuft kurz an und zwirbelt den Ball, scheinbar ohne große Mühen, ins linke Eck.

Mit dem errungenen Europameistertitel werden die Weichen in Schweden auf Erfolg gestellt: Die Nationalmannschaft wird in den kommenden Jahrzehnten mit anderen Topteams wie USA, Brasilien oder Deutschland auf gleicher Höhe mitspielen können. Für Pia Sundhage beginnt der Weg zur Über-Figur des schwedischen Damenfußballs, die eine neue Generation an Spielerinnen inspirieren und die Etablierung der Sportart entscheidend mitprägen wird.

Vom schwedischen Land zum großen Erfolgen

Aufgewachsen in Marbäck nahe dem mittelschwedischen Ulricehamn, ackert sich Pia Mariane Sundhage zunächst als Spielerin durch die lokalen Vereine. Es folgen vier Meisterschaftstitel mit ihrem Göteborger Stammverein Jitex BK. Neben dem Titelgewinn in der ersten Damen-EM aller Zeiten 1984 ist Sundhage auch an den weiteren frühen Triumphen der Schwedinnen beteiligt. Zwei weitere Male erreicht sie EM-Endspiele, 1991 erringt sie mit ihrer Mannschaft den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft.

Nach Abschluss ihrer Spieler-Karriere sattelt Sundhage auf eine Laufbahn als Trainerin um und schnuppert schon bald internationale Fußballluft. Auf einen ersten Assistenzjob für den US-Verein Boston Breakers folgt eine Position als zweite Trainerin des chinesischen Teams. 2008 übernimmt sie die Leitung der Nationalmannschaft der USA, mit der sie die Goldmedaille in beiden folgenden Olympischen Spielen erringen wird.

Schweden dürsten nach Erfolgen

Die seit Sundhages verwandeltem Elfmeter 1984 titellos gebliebenen Schweden dürsten nun nach neuen Erfolgen. Nach dem Sieg von Sundhage und ihren US-Damen bei der letzten Olympiade in London waren sich zahlreiche schwedische Sportkommentatoren etwa nicht zu schade, von einer schwedischen Goldmedaille zu sprechen. Dann, Ende 2012, kommt der Aufschrei: Die von Publikum, Beobachtern und 2013 auch von der FIFA zur besten Trainerin der Welt erkorene kehrt heim und übernimmt die Leitung der schwedischen Nationalmannschaft.

Die hohen Erwartungen, die regelmäßig an schwedische Teams aller Sportarten gestellt werden und häufig an maßlose Selbstüberschätzung grenzen, sind hierzulande zwar ein wiederkehrendes Phänomen vor internationalen Sportereignissen. Zur jetzigen EM im eigenen Land kennt die Forderung nach Erfolg aber keine Grenzen mehr; Sundhage wird seitens der Medien und Fans unmissverständlich zu verstehen gegeben: alles außer dem Europameistertitel wird als Scheitern gewertet.

Nur der Titelgewinn zählt

Im Interview mit dem Schwedischen Fernsehen macht die Trainerin auch keinen Hehl daraus, dass für sie bei diesem Turnier nur das Finale in Frage kommt. Letztlich ist Sundhage mit ihrem für schwedische Verhältnisse eher direkten und harten Führungsstil selbst auch nicht ganz unschuldig an der an sie angelegten Messlatte. Ungeschliffene Balltechnik und mangelnde Leistungen mancher Nationalspielerinnen hat sie öffentlich kritisiert. Den Assistenztrainer Birger Jacobsson hat sie in seinem Einfluss im Team an kurzer Leine gehalten. Nur vier Tage vor EM-Start wirft er schließlich das Handtuch und verzichtet damit freiwillig auf einen womöglich lockenden Meisterschaftstitel.

Den Schweden kann es egal sein, denn der hierzulande als „Pia-Effekt“ bezeichnete EM-Rausch hat die Fußballfans vollends erfasst. Der Nationalmannschaft wird seit Sundhages Antritt als Trainerin eine nie zuvor gekannte Aufmerksamkeit entgegengebracht – der erfolgreiche Kartenverkauf für das Turnier ist ein weiterer Beleg. Sundhage selbst gibt aber trotz der allgemeinen Aufmerksamkeit weiterhin die klassisch bescheidene Schwedin.

„Sicher, meine Erfolge sind wichtig für mich als Anerkennung dafür, dass man etwas gut gemacht hat. Am meisten zählt aber für mich, dass der Damenfußball mehr Aufmerksamkeit erhält und andere Spielerinnen zum Erfolg geführt werden können. Es steht ja nicht nur eine Frau hinter diesen Erfolgen, sondern die Preise werden ja mit der gesamten Mannschaft geteilt.“

Hansjörg Kissel

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