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Schweden vernachlässigt Folteropfer

Publicerat tisdag 30 juli 2013 kl 09.14
Auch den Kindern von Folteropfern helfen
(2:51 min)
Einer von Tausenden...

Obgleich immer mehr Asylbewerber, die in ihren Heimatländern gefoltert worden sind, nach Schweden kommen, fehlen hierzulande die notwendigen Kenntnisse und Mittel für die Behandlung. Es gibt nur zwei Therapiezentren für traumatisierte Flüchtlinge. Dabei wäre es ein echter Gewinn für Schweden, mehr in die Behandlung von Rehabilitierungszentren zu investieren, versichert die Expertin Gunilla Brodda Jansen vom Karolinischen Institut.

„Diese Menschen sind Überlebende. Sie sind keine Opfer!“, betont Gunilla Brodda Jansen.

Die Ärztin für Schmerzmedizin und rehabilitierende Medizin weist in einem Artikel der Tageszeitung Svenska Dagbladet auf die Konsequenzen der allgemeinen Unkenntnis über diese Gruppe von Asylbewerbern hin. Nach Berechnungen des Roten Kreuzes gibt es in Schweden ungefähr 180 000 Überlebende der Folter, des Krieges oder anderer Gewalttaten.

Kompetentere Behandlung

Um ihrem Behandlungsbedarf gerecht zu werden, fordert Brodda Jansen einen landesweiten Plan. „Die zuständige Behörde in Stockholm zum Beispiel, das Landsting, möchte die Behandlung von Gefolterten den Hausärzten übertragen und nicht spezialisierten Therapiezentren. Ich halte das für den falschen Weg.“

Sowohl im schwedischen Parlament als auch im Stockholmer Senat liegen Anträge für mehr Mittel zur Behandlung von Kriegs- und Folteropfern vor. Großes Interesse haben sie allerdings bisher nicht hervorgerufen.

Jugendkriminalität senken

In Dänemark jedoch sieht die Lage anders aus: Dort leben zwar bedeutend weniger Flüchtlinge und Migranten, aber in Kopenhagen gibt es vier öffentlich finanzierte Rehabilitierungszentren zur medizinischen, therapeutischen und psychosozialen Betreuung von Folteropfern. Dort hat man auch festgestellt, dass die Jugendkriminalität bei Kindern von Folteropfern abnimmt, wenn die Eltern kompetent behandelt werden.

„Es handelt sich also um die Kinder von Gefolterten. In Kopenhagen lief vor rund zehn Jahren ein besonderes Projekt an. Es zeigte, dass die Jugendkriminalität durch Netzwerke mit Treffs und anderen Rehabilitierungsmethoden für gefolterte Eltern und Familien sank“, erläutert Gunilla Brodda Jansen.

In Stockholm werden pro Jahr 500 gefolterte Menschen behandelt und rehabilitiert. Aber viele Ärzte wissen zu wenig über die Betreuung von Menschen, die durch Unfälle, Gewalttaten, Todesfälle oder Naturkatastrophen ein akutes Trauma erlitten haben.

Brodda Jansen will eine höhere Spezialisierung sehen: „Ich möchte, dass diese Probleme mehr Beachtung finden. Selbstverständlich in erster Linie, um den Klienten zu helfen, aber auch um Schweden einen Dienst zu erweisen“, sagt die Medizinerin. „Ich glaube, dass Schweden dadurch seine Integrationspolitik in einer Weise verbessern kann, die wir bisher noch nicht erprobt haben.“

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