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Neue Wolfpolitik

"Schutzjagd schon nach dem ersten Angriff"

Publicerat fredag 23 augusti 2013 kl 12.59
"Reale Bedrohung für Menschen auf dem Lande"
(4:16 min)
Peter Egardt hat die Vorschläge im Regierungsauftrag erarbeitet (Fotos: Scanpix)

Die Schutzjagd auf Wölfe soll erleichtert werden. Das empfiehlt das so genannte Wolf-Komitee, das an diesem Freitag seinen Bericht präsentierte. Zu den Vorschlägen gehören auch höhere Entschädigungen für gerissene Tiere, beispielsweise an Rentierzüchter. Auf diese Weise hofft man, in Sachen Wolfpolitik Wogen zu glätten.  

Im Laufe von zehn Jahren sei der Stamm schnell gewachsen, von 80 auf 400 Tiere, betonte Peter Egardt vom Wolf-Komitee. Dieses rasche Wachstum habe die Diskussionen um das Raubtier zu einer hitzigen und stark polarisierten Angelegenheit werden lassen. „Die Wölfe verbreiten sich nun von den traditionellen Wolf-Gebieten auf andere Teile unseres Landes. Infolgedessen kommen immer mehr Menschen mit dem Wolf in Berührung. Wirtschaftszweige auf dem Lande, so der Almbetrieb oder die Rentierhaltung, stehen vor einer realen Bedrohung. Das hat psychologische Auswirkungen, man ist beunruhigt. Man fragt sich, wie man den Schulweg der Kinder regeln soll, und eine Reihe anderer Dinge." Zwar zeigten Umfragen, dass die Mehrheit der Schweden das Vorkommen von Wölfen in der freien Natur begrüße, so Egardt. In den Städten seien die Befürworter aber deutlich stärker vertreten als auf dem Land, zudem gehe ihre Zahl insgesamt zurück.

Gemeinschaftsarbeit

Dies habe seine Schlussfolgerungen aber nicht beeinflusst, versicherte Peter Egardt. Der an diesem Freitag vorgelegte Empfehlungskatalog hat die Ambition, den verschiedenen Interessen, die sich um das Thema Wolf ranken, gerecht zu werden. Einerseits behält man also das Kernziel schwedischer Wolfpolitik bei: einen starken und von Nachhaltigkeit geprägten Wolfsstamm mit guten Entwicklungsbedingungen. Andererseits will man die Interessen des Einzelnen wahren, der mit dem Wolf in Berührung kommt.

Das von der Regierung eingesetzte Wolf-Komitee besteht streng genommen aus Egardt als einziger Person. Gleichwohl ist sein Bericht in enger Zusammenarbeit mit einer Vielzahl schwedischer Organisationen entstanden, so mit Interessenvertretern von Landwirten und Jägern und mit Naturschutzorganisationen. Mit am Tisch saßen auch Repräsentanten der EU, die die schwedische Wolfpolitik mehrfach kritisiert hat.

Schutzjagd einfacher machen

Im Ergebnis hat das Komitee nun insgesamt 40 Vorschläge für die künftige Politik präsentiert, die sowohl dem Wolfstamm als auch den Interessen Einzelner gerecht werden sollen. Ein wichtiges Instrument dafür soll die Erleichterung der Schutzjagd sein. „Wir sagen zum Beispiel: Schutzjagd soll schon nach dem ersten Angriff auf frei weidende Tiere auf der Alm, auf Rene oder auf Tiere in den Schärengebieten bewilligt werden. Vorausgesetzt, dass man nicht im Vornherein weiß, dass es sich um einen Wolf handelt, der nachweislich genetisch wertvoll ist. Weiß man das nicht, dann soll Schutzjagd schon nach dem ersten Angriff erlaubt sein."

Auch der umstrittenen Lizenzjagd will das Komitee unter Umständen grünes Licht geben, allerdings nur für den Fall, dass der Wolfstamm stark genug ist. Bis auf weiteres gilt also nur die Schutzjagd, mit Ausnahme genetisch wichtiger "Neuzugänge", die für den stark von Inzucht betroffenen schwedischen Stamm so wichtig sind. 

"Guter Kompromiss"

Die Vorschläge sollen nun verschiedenen Instanzen zur Beurteilung vorgelegt werden und anschließend erneut auf dem Tisch der Regierung landen. Noch für den Herbst ist die Vorlage eines Gesetzesentwurfs zur Raubtier-Politik geplant. Die Reaktionen auf die Arbeit des Komitees waren am Freitag größtenteils positiv. Der Naturschutzverband sprach von einem „guten Kompromiss". „Es ist gut, eine sachliche Einschätzung darüber zu erhalten, wie groß der Wolfstamm werden soll", so Verbandsvorsitzender Mikael Karlsson. „Dann muss man natürlich akzeptieren, dass es auf dem Weg hin zu diesem Ziel manchmal nötig sein wird, zu jagen. Aber wenn dies geschieht ohne dass man die positive Entwicklung des Wolfstammes insgesamt behindert, ist das im Wesentlichen schon in Ordnung", so Karlsson.

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