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Wegen Homo-Ehe

Russland stoppt Adoptionen nach Schweden

Publicerat fredag 4 oktober 2013 kl 11.08
Russland fordert Garantien
(3:56 min)
Kinder werden zum Spielball der Politik

Russland wird bis auf Weiteres keine Adoptionen nach Schweden genehmigen. Eine Sprecherin des russischen Bildungsministeriums bestätigte gegenüber dem Schwedischen Fernsehen, dass die Maßnahme in der Annahme gründe, gleichgeschlechtliche Paare könnten die Kinder annehmen. Russland möchte daher mit Schweden ein bilaterales Abkommen, mit Garantien, die dies ausschließen. In Schweden zeigt man sich angesichts anhängiger Adoptionsverfahren unterdessen geschockt.

Erst kürzlich wurden in Russland die Gesetze gegen Homosexuelle verschärft. So dürfen Kinder nicht von gleichgeschlechtlichen Paaren adoptiert werden. Das soll jetzt auch bei Adoptionen ins Ausland sicher gestellt werden, wie der russische Kinderombudsmann Pavel Astachov feststellt:

„Das Bildungsministerium bereitet zurzeit bilaterale Abkommen vor, um Situationen vorzubeugen, für die wir keine Garantien haben. Damit Kindern, die ins Ausland adoptiert werden, nicht Schlimmes widerfährt. Die Kinder sollten in Russland bleiben.“

Die Sachverständige des russischen Bildungsministeriums für internationale Adoptionen, Irina Romanova, wird deutlicher: „Schweden hat die Homo-Ehe anerkannt. Der Oberste Gerichtshof in Russland hat allen niedrigeren Instanzen empfohlen, dass sie, falls es keine bilaterale Abkommen gibt, Adoptionen in solche Länder stoppen. Deshalb werden Schweden kein russischen Kinder adoptieren können, bevor ein solches Abkommen unterzeichnet wird.“

Hoffnung auf bilaterales Abkommen

In Russland gibt es ungefähr eine halbe Millionen Waisen. Sie leben meist in Kinderheimen. Adoptionen sind innerhalb Russlands generell nicht sehr populär, wie die Korrespondentin des Schwedischen Fernsehens berichtet. Viele Kinder hoffen daher, Eltern im Ausland zu finden. Allerdings hat Russland nicht die internationale Konvention zu Adoptionen unterzeichnet, sondern hofft auf jeweilige bilaterale Abkommen, wie jetzt auch im Fall Schweden, so Irina Romanova:

„Experten des Bildungsministeriums und Vertreter der Botschaft, werden sich treffen und darüber diskutieren, wie man das Problem lösen kann.“

Für Jonas Friberg vom Adoptionszentrum in Schweden ist die Kunde aus Russland jedoch eine schlimme Nachricht: „Das ist furchtbar. Wir haben 13 Kinder in russischen Kinderheimen, die bereits schwedische Eltern getroffen haben. Das ist eine furchtbare Situation für diese Kinder, die riskieren, dass die Adoption nicht vollzogen wird und sie in den russischen Kinderheimen bleiben müssen. Wir wollen nicht, dass Kinder in Kinderheimen, sondern in Familien aufwachsen. Aber es ist auch schlimm für die Väter und Mütter, die ihre Kinder schon getroffen haben und nicht wissen wie es weitergeht.“

Wie geht's weiter?

Was nun mit diesen Adoptionen geschieht, ist ungewiss. Der Prozess ist erst einmal gestoppt. Dazu Irina Romanova vom russischen Bildungsministerium: „Das ist eine schwierige Situation. Aber wir werden sie zusammen mit den schwedischen Behörden lösen.“

Der Konflikt hatte sich schon im Juni abgezeichnet. Jonas Friberg ruft die schwedische Regierung daher zum schnellen Handeln auf: „Wir fordern, dass sich Maria Larsson als zuständige Ministerin in dieser Frage engagiert und dass es zu einem bilateralem Abkommen kommt. Im Juni hat die Regierung noch festgestellt, dass es keinen Bedarf für solch ein Abkommen gibt. Jetzt gibt es 13 solche Bedürfnisse.“

Insgesamt sind zurzeit 44 Adoptionsfälle zwischen Russland und Schweden in der Schwebe. Manchen Eltern läuft dabei die Zeit davon, so Friberg: „Die Ausgangspositionen unterscheiden sich ein wenig für diese Eltern, welche anderen Länder in Frage kämen. Dann könnte es schon zu spät sein, weil man in Schweden bei einer Adoption laut Gesetz nicht älter als 42 Jahre alt sein darf.“

Weder Außenminister Carl Bildt noch Familienministerin Maria Larsson wollten gegenüber dem Schwedischen Fernsehen zu der Sachlage aktuell Stellung nehmen.

Anna-Maja Persson (SVT)/Dieter Weiand

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