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Die Schweden sind eifrige Häuslebauer

Publicerat onsdag 2 mars 2005 kl 15.28

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich auch keines mehr“, heißt es bei Rilke. Für die Schweden gilt dies freilich nicht. Denn niemals nahmen sie mehr Kredite auf, um Häuser und Wohnungen zu erwerben, als heute. Ein wahrer Immobilienboom ist über das Land hereingebrochen, freuen sich die Banken. Doch allzu lange wird dieser Boom nicht anhalten können, warnen Analysten.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Immobilienkredite verdoppelt. Im Schnitt leiht heute jeder Schwede annähernd 17.000 Euro für Immobilienkäufe. Johan Hansing von der schwedischen Bankenvereinigung über die Kreditlust seiner Landsleute:

„Die Zahl der Kredite für Häuser- und Wohnungskäufe ist in der Tat kräftig angestiegen. Allein im vergangenen Jahr waren es fast 11 Milliarden Euro. Zurzeit sind eben die Zinsen gering, während die Immobilienpreise weiterhin hoch sind. Noch nie haben die Haushalte so viel Geld geliehen.“

Leben auf Pump liegt im Trend

Schwer im Trend liegen Anleihen für Einfamilienhäuser und Stadtwohnungen. Reihenhäuser dagegen erfreuen sich bei den Schweden keiner allzu großen Beliebtheit. Die Tendenz, Kredite aufzunehmen, zeichnet sich nicht allein bei den Immobilien ab. In beinahe allen Bereichen wählen die Kunden das Finanzkaufverfahren, weswegen im vergangenen Jahr die Privathaushalte erstmals mehr Geld bei den Banken liehen als die Unternehmen – immerhin 295 Milliarden Euro. Das entspricht dem schwedischen Bruttoinlandsprodukt.

Kredite und vor allem Immobilienkredite stellen also eine feste Säule im Wirtschaftssystem des Landes dar. Doch das Leben auf Pump sei an sich nichts Beunruhigendes, meint der Banker Johan Hansing:

„Die Reichsbank hat das genau untersucht und festgestellt, dass dadurch kaum eine Gefahr für unser gesamtes Finanzsystem besteht. Und da die Zinsen wohl kaum noch sinken werden, entscheiden sich gerade jetzt viele für ein Darlehen.“

Verlockend niedrige Zinsen

Denn während die Schweden im Jahr 1995 noch elf Prozent ihres Einkommens auf die Abzahlung von Hypotheken verwenden mussten, sind dies heute nur noch vier Prozent. Den Schweden geht es offenbar wirtschaftlich immer besser. Doch das derzeitige Niveau sei langfristig kaum zu halten, ist sich Johan Hensing sicher:

„Wer heute Geld leiht, muss davon ausgehen, dass die Zinsen wieder steigen werden.“

Und steigende Zinsen werden den schier unaufhaltsamen Aufschwung des Immobilienmarkts gewiss bremsen. So könnte am Ende vor allem wieder eine Branche als Gewinner dastehen: die Banken. Schließlich verdienen sie am Kreditgeschäft Jahre bis jahrzehntelang.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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