Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på https://kundo.se/org/sverigesradio/
Schwedische Rapper provozieren mit harten Texten

Kein Verfahren gegen Anti-Schwedendemokraten-Song

Uppdaterat fredag 10 januari 2014 kl 10.00
Publicerat torsdag 9 januari 2014 kl 13.35
Provozierender, aber nicht ungesetzlicher Hip-Hop
(3:44 min)
Musiker Timbuktu zeigt seinen schwedischen Pass während einer Preisvergabe im Parlament

Gegen den bekannten schwedischen Musiker Timbuktu und den heftig umstrittenen Song „Svarta Duvor och Vissna Liljor“ (Schwarze Tauben und verwelkte Lilien) wird kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Der Rap-Song von Timbuktu und der Hip-Hop-Gruppe Kartellen richtet genre-typisch rohe Kritik an die rechtspopulistischen Schwedendemokraten und ihren Vorsitzenden Jimmie Åkesson. Ende letzten Jahres war eine umfassende Debatte in Gang gekommen zur Frage, wann Kunst bei Aufrufen zu Gewalt die gesetzlich erlaubte Grenze überschreitet.

Sebbe Staxx und seine Band „Kartellen“ gehören zu den derzeit bekanntesten schwedisch-sprachigen Hip-Hop-Gruppen. Rohe politische Texte mit brutaler und direkter Sprache sind typisch für das Genre, und Sebbe Staxx stellt dabei absolut keine Ausnahme dar. Die Zusammenarbeit mit dem hierzulande überaus beliebten Musiker Timbuktu sorgte Ende letzten Jahres für große Aufmerksamkeit.

Harte Worte

In dem Song „Svarta Duvor och Vissna Liljor“ kriegen mehrere führende Politiker ihr Fett weg. Selbst Olof Palme kommt nicht ungeschoren davon. Auf dem Tisch der Justizkanzlei landete der Song allerdings vor allem wegen einigen Textzeilen gegen die rechts-außen Partei der Schwedendemokraten, deren Mitglieder, in Anspielung auf den sogenannten Eisenrohr-Skandal , mit eben solchen Rohren ins Koma befördert werden sollten. Der Vorsitzende Jimmie Åkesson solle zudem „gelb und blau geprügelt“ und anschließend an einem Fahnenmast hochgezogen werden.

„Parlamentsabgeordnete rannten mit Eisenrohren auf der Straße herum und nannten andere Leute Nigger und Hure“, sagte Rapper Sebbe Staxx im Schwedischen Fernsehen. „Wen sollte man hier eigentlich kritisieren? Die, die so etwas machen, oder mich, der davon erzählt.“

Aufregung im Parlament

Sebbe Staxx ist keine unbescholtene Figur in der schwedischen Hip-Hop-Szene. Wegen früherer Twitter-Kommentare, in denen er zu Folter und Mord an Jimmie Åkesson aufgerufen hatte, war er schon einmal wegen des Delikts der widerrechtlichen Drohung verurteilt worden. Dennoch kann man die Aufmerksamkeit um den jüngsten Hip-Hop-Song mit Timbuktu als ungewöhnlich bezeichnen, was nicht zuletzt an einem Zufall lag. Timbuktu, der mit bürgerlichem Namen Jason Diakité heißt, sollte inmitten der aufwallenden Debatte einen Preis im schwedischen Parlament entgegennehmen. Die Bewegung „Fem-i-tolv“ (Fünf vor Zwölf) ehrte den Künstler dafür, mit seiner Musik und seinem Engagement den Rassismus zu bekämpfen. Nur eine Woche zuvor war „Svarta Duvor och Vissna Liljor“ herausgekommen, und mehrere Parlamentsabgeordnete protestierten gegen die Preisvergabe. Parlamentspräsident Per Westerberg blieb der Verleihung bewusst fern.

Kritik am Schwedischen Rundfunk

Weiteren Zündstoff für die Debatte lieferte der Schwedische Rundfunk mit der Entscheidung, den Song, trotz hoher Platzierung in den Musikcharts, nicht unkommentiert im Programm zu spielen. Die Inhalte seien politisch gesehen stark parteiisch, und außerdem würden einzelne Politiker konkret bedroht, so die Begründung des Rundfunks. Dies sei nicht mit der Unparteilichkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vereinbar. Die Entscheidung löste vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter einen Sturm der Entrüstung aus. Zahlreiche Kritiker sprachen von Zensur.

In Schweden ist die Justizkanzlei für Anklagen wegen Verstößen gegen die Meinungs- und Pressefreiheit zuständig. Am Donnerstag gab die Kanzlei bekannt, dass es sich bei dem Song nicht um eine „widerrechtliche Drohung im Sinne der Meinungsfreiheit“ handle. Der Fall werde nicht weiter verfolgt.

Rapper: Nicht als wirkliche Drohung gemeint

Die Justizkanzlei folgt damit der Einschätzung, die zahlreiche Juristen bereits dazu Fall gegeben haben. Und auch der Rapper Sebbe Staxx erklärte in einem Interview mit dem Schwedischen Fernsehen im Dezember, dass die Textzeilen nicht als direkte Drohung aufgefasst werden sollen.

„Wollen wir über Drohungen reden? Dann nehmen Sie doch die 10 bis 15 Morddrohungen, die ich jeden Tag von Schwedendemokraten erhalte. Ich nehme solche Drohungen aber genauso wenig ernst, wie Jimmie Åkesson meine Drohungen ernst nehmen muss. Ich singe ja nur darüber. Ich mach es doch nicht wirklich.“

Hansjörg Kissel / SVT

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".