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Radio Schweden Reportage

Traumarbeitgeber: Finanzamt

Publicerat fredag 24 oktober 2014 kl 14.55
"Nutzen für die Gesellschaft im Vordergrund"
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Begeisterte Finanzbeamtinnen: Ayse Uzun (li.), Jacqueline Simonsson und Kristin Lilieqvist (Foto: Hansjörg Kissel / Radio Schweden)
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Die Mammutbehörde ist von der Größe her fast ein eigenes Viertel (Foto: Hansjörg Kissel / Radio Schweden)
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Noch einer der vielen Eingänge (Foto: Hansjörg Kissel / Radio Schweden)
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Personalleiterin Lotta Halling (Foto: Hansjörg Kissel / Radio Schweden)

Entgegen vieler Vorurteile gehört das Finanzamt mit zu den attraktivsten Arbeitgebern für junge, hochqualifizierte Akademiker in Schweden.

In Jobrankings genießen üblicherweise die globalen Giganten aus der Privatwirtschaft das höchste Ansehen. Die schwedische Steuerbehörde, das Skatteverket, sticht hier eindeutig heraus. Was macht das Finanzamt nur so attraktiv für junge Akademiker? Radio Schweden stattete der Behörde einen Besuch ab.

Drei junge Frauen nehmen Platz in einem der unzähligen Meeting-Räume des Hauptquartiers von Skatteverket in Solna im Norden Stockholms. Sie sind 27 bis 29 Jahre junge, hochqualifizierte Arbeitskräfte mit akademischen Abschlüssen und Arbeitserfahrung – und sie haben ihren Traumjob im Finanzamt gefunden.

„An einem meiner normalen Arbeitstage gilt es, vielseitig zu sein“, erklärt die 27-jährige Ayse Uzun, die als Juristin im Bereich Unternehmenssteuern tätig ist. „Als Koordinatorin für die einzelnen Regionen gehe ich auf viele Meetings, mache Verbesserungsvorschläge in den Abteilungen.“

Steuerbehörde die selbstverständliche Wahl

Mit ihrem Juraexamen in Wirtschaftsrecht in der Tasche und ihren trotz junger Jahre bereits erworbenen Arbeitserfahrungen, könnte sich Uzun bei so ziemlich jedem Unternehmen bewerben, und zwar mit Aussicht auf Erfolg. Das Thema Steuern und Gesellschaft begeistert aber die junge Juristin, Skatteverket war die selbstverständliche Wahl. Auch ihre Kollegin Kristin Lilieqvist, 28-jährige Volkswirtin, lockte die Arbeit mit den Steuern:

„Der Nutzen für die Gesellschaft steht für mich in meiner Arbeit im Vordergrund“, so Lilieqvist, die als Controller und Koordinatorin für Gleichberechtigung in der Wirtschaftsabteilung arbeitet. „Natürlich ist es auch sehr wichtig, wie interessant die Arbeitsaufgaben sind, die man täglich zu erledigen hat. Bei einer Behörde wie dieser sind diese Aufgaben auf jeden Fall spannend.“

Rasanter Aufstieg im Jobranking

Die Mitarbeiterinnen stehen nicht alleine da mit ihrer Begeisterung für den öffentlichen Dienst. Im jüngsten Jobranking des Personalunternehmens Universum  legte das Finanzamt einen beispiellosen Image-Sprint hin; die Behörde klettere von Platz 68 auf den 15. Rang in der Liste über die Traumarbeitgeber junger Wirtschaftswissenschaftler. Damit findet sich die staatliche Behörde in Gesellschaft der großen multinationalen Unternehmen wieder, die sich üblicherweise im Licht der Bewunderung junger Arbeitsuchender sonnen können. Allen voran der kalifornische IT-Riese Google, der wohl wie kein anderes Unternehmen den Wunsch junger Menschen nach individueller Schaffenskraft, Prestige und Aufstiegschancen verkörpert.

In Schweden aber ticken die Uhren etwas anders. In kaum einem anderen Land der Welt ist Steuerzahlen derart positiv belegt wie hierzulande. Der Wunsch nach gesellschaftlicher Wohlfahrt und nationalem Fortkommen ist tief im Kollektivbewusstsein verankert. Das Finanzamt wird weniger als Steuereintreiber, sondern eher als soziale Entwicklungsinstanz aufgefasst, erklärt Personalleiterin Lotta Halling gegenüber Radio Schweden.

Steuernbegeistertes Schweden

„Wir genießen großes Vertrauen in der Bevölkerung und in der schwedischen Wirtschaft. Dass wir unsere Attraktivität bei jungen Mitarbeitern weiter steigern konnten, macht uns ganz besonders froh. Ich glaube, das hat viel damit zu tun, dass der Wunsch danach, die Gesellschaft mit den kollektiven Finanzmitteln voranzubringen, stark ausgeprägt ist. Es ist also eine Behörde, die mit positiven Dingen in Verbindung gebracht wird. Dies wirkt sich auch auf unsere Anziehungskraft als Arbeitgeber aus“, so Personalleiterin Lotta Halling.

Seit einigen Jahren schon befindet sich die Behörde im Wandel: Weg vom Image einer Kontrollinstanz, hin zur bürgernahen Serviceorganisation, was sich letztlich auf das Bild als Arbeitgeber abgefärbt hat. Eine natürliche Erklärung für die Attraktivität der Behörde ist schlichtweg auch, dass sie Unmengen an Arbeitsplätzen zur Verfügung stellt. Über 10.000 Menschen arbeiten über das gesamte Land verteilt, allein in der Hauptzentrale in Stockholm sind es mehr als 3.000. Die Behörde ist dem Finanzministerium untergegliedert. Abgesehen von der Bewältigung der Steuermittel fungiert das Skatteverket auch als Einwohnermeldeamt und stellt zudem Personalausweise aus.

Generell genießt der öffentliche Dienst in Schweden als Arbeitgeber einen guten Ruf. Jungen Angestellten werden bei der Familienbildung und Elternzeit in der Regel keine Steine in den Weg gelegt. Büroeinrichtungen, Arbeitsmittel und Fortbildungsmöglichkeiten liegen meist auf hohem Niveau. Verschiedene Umfragen bei jungen Akademikern weisen darauf hin, dass neben Bezahlung und Arbeitsumfeld vor allem Ansehen und Prestige sehr wichtig sind. Daran mangelt es einem Mitarbeiter beim schwedischen Finanzamt aber offenbar nicht, wie Volkswirtin Kristin Lilieqvist betont.

„Wenn ich anderen Leuten erzähle, dass ich bei der Steuerbehörde arbeite, bekomme ich immer sehr positive Reaktionen. Es scheint, dass sich die meisten Menschen gut von der Behörde behandelt fühlen. Außerdem wissen ja alle, womit die Behörde arbeitet. Bei meinem letzten Arbeitgeber, dem Innovationsrat, musste ich immer erst lange erklären, um was es sich dabei eigentlich handelt.“

Erstaunte Reaktionen im Ausland

Auf erstaunte Reaktionen treffen die Mitarbeiterinnen erst dann, wenn sie mit Freunden außerhalb Schwedens reden, erzählt Jacqueline Simonsson, 29 Jahre und Abteilungsleiterin im IT-Bereich: „Wenn ich Bekannten aus den USA erzähle, dass ich bei der schwedischen Version der IRS arbeite, schlagen die die Hände über ihren Köpfen zusammen. Das klingt für sie erstmal ziemlich unattraktiv. Ich erzähle dann aber, wie interessant es ist, dort zu arbeiten. Vor allem darüber, wie weit wir in Sachen IT-Lösungen gekommen sind, nämlich um einiges weiter, als die Behörde in den USA. Es ist eine schöne Aufgabe, als Botschafterin für die Steuerbehörde aufzutreten.“

Dass sämtliche Gesprächspartner beim Besuch von Radio Schweden in Solna Frauen sind, kommt nicht von ungefähr: Der Frauenanteil bei der Steuerbehörde liegt bei nahezu 70 Prozent. Im Vergleich mit der Privatwirtschaft sehen die Aufstiegschancen für Frauen im öffentlichen Dienst in Schweden auch sehr positiv aus. Für die drei jungen Mitarbeiterinnen spielte dieser Vorteil bei ihrer Entscheidung, den Dienst beim Finanzamt anzutreten, aber keine Rolle, wie sie betonen.

„Darüber habe ich überhaupt nicht nachgedacht“, sagt Juristin Ayse Uzun. „Für mich war es am wichtigsten, im Steuerbereich zu arbeiten. Wo ich als Frau die besseren Aufstiegschancen habe, das spielte keine Rolle.“

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