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Schwächelndes Schienennetz

Frustrierte Lokführer und Null Feedback

Publicerat tisdag 4 november 2014 kl 13.46
„Bei kleineren Störungen sieht man einfach weg“
(3:04 min)
Nur der Lokführer sieht genau, was auf den Schienen los ist. Leider intressiert sich die Leitung der Bahn nicht ausreichend dafür (Foto: David Westh/Sveriges Radio)

Viele schwedische Lokomotivführer melden keine Gleisfehler mehr, weil sie davon ausgehen, dass sich ohnehin niemand um die Behebung kümmern wird.

Zu diesem, gelinde gesagt, nachdenklich machenden Ergebnis kam eine Untersuchung an der Universität Uppsala.

Wie die Forscherin Rebecca Forsberg herausfand, ist es inzwischen normal, dass Schwachstellen an den Schienen nicht an die Zentrale weitergegeben werden:  „Bei kleineren Störungen sieht man einfach weg. Der Grund liegt darin, dass man gemerkt hat, dass gemeldete Fehler und Schwachstellen nicht weiterbearbeitet werden, oder dass es sehr lange dauert, bis etwas endlich mal repariert wird. Es ist einfach zum Normalzustand geworden, dass die Schienen schlecht sind.“

Nur Lokführer sehen alles

Lokomotivführer sind diejenigen, die ständig sehen, was auf den Geleisen passiert, welche Störungen es gibt und wo der Verschleiß kritisch wird. Niemand sonst hat eine solche Kenntnis vom Zustand des Schienennetzes. Die Leitung der schwedischen Eisenbahn hat über einen langen Zeitraum die Fehlermeldungen ihrer wichtigsten Mitarbeiter so konsequent ignoriert, dass sich der Frust breitgemacht hat. Gemeldet wird nur noch, was akut gefährlich ist.

„Es gibt dieses prinzipielle Gefühl, dass der Kunde vorgeht, dass der Zug pünktlich ankommt, dabei gerät dann die Sicherheit in den Hintergrund.“, sagt Forsberg. In ihrer Studie kommen Lokführer vor, die ihr erzählten, dass die Fahrt auf bestimmten Strecken „fürchterlich“ sei, dass immer mehr unerfahrene Gleisarbeiter zu beobachten seien, die gar nicht richtig wüssten, wie man sich richtig schützt.

Ohne Feedback frustriert

Als der Schwedische Rundfunk bei verschiedenen Lokführern nachfragte, wurde dieser Eindruck bestätigt. Wenn man neunmal einen Fehlerbericht abgegeben hat, ohne dass etwas repariert wurde – und oft ohne, dass überhaupt ein Feedback von der Zentrale kam, dann kann es leicht passieren, dass man es beim zehntenmal bleiben lässt, wurde dem Reporter erklärt.

Rebecca Forsberg schildert auch eine  Konsequenz, die sich aus alledem ergibt:

„Auf manchen Strecken kann die vorgegebene Geschwindigkeit gar nicht eingehalten werden, weil man das Gefühl hat, dass es dann zu gefährlich wird.“

Die Bürokratie macht es noch schwerer

Erschwerend ist auch der Umstand, dass die Routinen zur Fehlermeldung bei den verschiedenen Betreibern nicht einheitlich sind, und dass eventuelle Reparaturaufträge zu kompliziert ablaufen, zum Beispiel, wenn Subunternehmen wiederum eigene Subunternehmen beauftragen.

„Das alles erzeugt Unsicherheit. Die Lokführer haben das Gefühl, dass die Verantwortung zwischen den einzelnen Aktören hin- und hergeschoben wird, und das führt dann dazu, dass wichtige Fragen unbeantwortet bleiben“, sagt Rebecca Forsberg.

Und so bleibt dann auch die Fehlerberichterstattung der Lokführer im bürokratischen Geflecht zwischen Bahnbetreiber, Verkehrssicherheitsbehörde, Gleisbaufirmen und deren Subunternehmern auf der Strecke.

Michael Harmann / Maria Jansson

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