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Multiresistente Bakterien in Schweinefleisch entdeckt

Publicerat torsdag 13 november 2014 kl 11.17
"Schwierig, die Bakterien fernzuhalten"
(3:29 min)
MRSA in Schweinefleisch auch stark in schwedischen Supermärkten vertreten (Foto: Leif R Jansson/TT)
Bacon. Foto: Leif R Jansson/TT

Trotz strikterer Bestimmungen bei der Tierhaltung findet sich auch in schwedischen Supermärkten häufig Schweinefleisch, das von multiresistenten Bakterien befallen ist.

Die Tageszeitung Dagens Nyheter hat gemeinsam mit dem staatlichen veterinärmedizinischen Institut Stichproben aus importiertem Fleisch aus Deutschland und Dänemark untersucht. Die Wahrscheinlichkeit, resistente MRSA-Bakterien auf den Teller zu bekommen, ist demnach auch in Schweden sehr hoch.

Multiresistente Bakterien im Schnitzel oder Schweinenacken, das war für die Verbraucher in Schweden bislang eher ein Problem der südlichen Nachbarländer. Die übermäßige Verabreichung von Antibiotika bei der Schweinemast in Dänemark und Deutschland hat dazu geführt, dass die große Mehrzahl der Tiere von multiresistenten Bakterien befallen ist. In Dänemark sind es um die 80 Prozent aller Mastschweine.

Jede fünfte Probe verseucht

In Schweden aber ist die Anwendung von Antibiotika bei gesunden Tieren und ohne tierärztliche Bescheinigung untersagt. Die Einfuhr lebender Tiere nach Schweden unterliegt außerdem strikten Beschränkungen. Dennoch sind die Verbraucher nicht vor MRSA-Bakterien gefeit, wie die jüngste Untersuchung zeigt. Reporter von Dagens Nyheter kauften 20 Pakete dänisches Schweinefleisch in verschiedenen Supermärkten von Stockholm und ließen es vom veterinärmedizinischen Institut testen. Die Erzeugnisse stammten von unterschiedlichen Anbietern und Schlachtern. Das Ergebnis: Jede fünfte Fleischprobe enthielt MRSA-Bakterien.

„Letztlich ist es keine große Überraschung, dass wir die Bakterien auch in Schweden in importiertem Fleisch finden“, so Björn Bengtsson vom veterinärmedizinischen Institut. Auch 20 Stichproben deutschen Importfleisches wurden untersucht. Hier fand sich nur eine, die Erreger enthielt. Bei einer umfassenden statistischen Prüfung mit mehr Stichproben würde das Ergebnis aber sicherlich auch bei deutschem Importfleisch anders aussehen, vermutet Bengtsson.    

Allgemein sei der Verzehr von befallendem Fleisch nicht gesundheitsgefährdend, so der Wissenschaftler. Erst wenn MRSA über Wunden oder Schleimhäute in die Blutbahn gelangt, kann es für den Menschen gefährlich werden, da die Behandlung mit Antibiotika nicht viel gegen den Erreger ausrichten kann. Vor allem der Direktkontakt mit lebenden Tieren berge daher Risiken, so Bengtsson.

„Diejenigen, die mit den Tieren arbeiten, sind am stärksten gefährdet.“ Auch wenn schwedische Schweine – zumindest bisherigen Erkenntnissen zufolge – noch nicht betroffen sind, so sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch Schweinemast-Anlagen in Schweden größere Schutzmaßnahmen ergreifen müssten. „Auch wenn wir alle Schlupflöcher stopfen, so glaube ich, dass es schwierig sein wird, die Bakterien fernzuhalten.“

Regelmäßig Boykott-Aufrufe

Wie es um die schwedischen Mastanlagen bestellt ist, wird eine derzeit laufende Untersuchung zeigen, die im Januar abgeschlossen wird. Schwedische Verbraucher sind durch MRSA-Skandale im südlichen Nachbarland Dänemark  sensibilisiert. Erst im Mai kam es zu einem Aufruf mehrerer Lebensmittelketten und Verbraucherorganisationen, Importfleisch zu boykottieren . Auslöser waren vier Todesfälle in Folge von MRSA-Erkrankungen in Dänemark.

Schweden sieht sich als Vorreiter bei der artgerechteren Schweinemast. Bereits seit Mitte der 1980er Jahre wurde die Antibiotikaanwendung bei gesunden Tieren verboten. Auch bei kranken Tieren liegt die verabreichte Dosis bei Weitem unter dem in Dänemark üblichen Maß. Zudem ist das Kupieren von Ferkelschwänzen hierzulande verboten.

Die Unterschiede in der Tierhaltung spiegeln sich auch im Preis für das Fleisch und damit auch im Konsum wider. Trotz des erhöhten Verbraucherbewusstseins stammt auch ein Drittel des verzehrten Schweinefleisches aus billigeren Erzeugerländern, vorrangig aus Dänemark und Deutschland.

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