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Frauen arbeiten bis Jahresende unentgeltlich

Publicerat fredag 14 november 2014 kl 14.27
"Frauen sollten mehr an die eigene Zukunft denken"
(4:00 min)
"Frauen arbeiten bis Jahresende unentgeltlich", meint Unternehmensleiterin Sofia Gerstenfeld beim Lohnsystemanbieter Visma Agda (Foto: Visma Agda)
Frauen müssen sich gegen unbezahlte Arbeit wehren, aber auch zu mehr Risiken bereit sein, meint Unternehmensleiterin Sofia Gerstenfeld vom Anbieter für Kundenverwaltungssysteme Visma Agda (Foto: Visma Agda)

Im vielfach gerühmten Land der Gleichberechtigung geht die Gleichung „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ noch längst nicht auf. Umgerechnet auf Vollzeitstellen verdienen die Frauen in Schweden gerade einmal 87 Prozent vom Lohn der Männer. Damit arbeiten Frauen bis Jahresende unentgeltlich.

Dass Gehälter auch im Jahr 2014 noch nicht grundsätzlich von objektiven Kriterien ausgehen, bringt Sofia Gerstenfeld auf die Palme. Als Chefin für eins der größten Unternehmen Schwedens, die Lohn- und Kundenverwaltungssysteme anbieten, steht das Thema Gehälter immer wieder auf der Tagesordnung.

Denn selbst bei der exakt gleichen Tätigkeit liegt das Erwerbseinkommen der Frauen laut Statistischem Zentralamt noch sechs Prozent hinter dem der Männer. In Deutschland ist diese einzig vom Geschlecht abhängige Lohnkluft noch größer, nämlich acht Prozent. 

Welcher Beruf ist wichtig? 

In Gastbeiträgen in verschiedenen Tageszeitungen prangert Gerstenfeld an, dass Schweden noch nicht weiter gekommen ist. Sicher gibt es typische Frauenberufe, die schlechter bezahlt sind. Warum dies aber ursächlich so ist, kann Gerstenfeld nicht nachvollziehen. 

Gegenüber Radio Schweden erklärte sie: „Warum haben diese Berufe eigentlich einen niedrigeren Stellenwert? Insbesondere im Öffentlichen Dienst werden diese Einschätzungen vorgenommen. Krankenschwestern etwa sollen sich mit einem bestimmten Lohn begnügen, weil es kaum andere Arbeitgeber gibt. Gleiches gilt für zum Beispiel Lehrkräfte. Es wird immer gern betont, dass die Mittel begrenzt seien, für andere Tätigkeiten im Öffentlichen Dienst ist gleichzeitig aber sehr wohl Geld vorhanden.“ 

Noch immer schwerer Stand als potenzielle Mutter  

Noch immer fiele bei weiblichen Angestellten ins Gewicht, dass sie Kinder haben oder bekommen könnten – unzeitgemäß, findet Sofia Gerstenfeld, die in ihrem eigenen Unternehmen gut 5.000 Mitarbeiter beschäftigt und daher immer wieder auf die Frage nach der Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben antworten können muss. Abgesehen davon, dass Kinder nicht der Aufgabenbereich der Mütter allein sein sollten, propagiert sie selbst als Chefin Gleitzeit und die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. 

„Es ist letztlich nur ein kleiner Zeitraum im Leben, den man mit Kleinkindern zu Hause verbringt. Gleichzeitig kommt es mir so vor, als wäre das ausschlaggebend für Gehalt und Karriere insgesamt. Ich finde das absurd, denn bis zur Rente mit 67 hat man ja noch einige Jahre Zeit.“ 

Gerade im Öffentlichen Dienst herrscht Gerstenfeld zufolge noch eine gewisse Starre, was flexible Arbeitszeitmodelle angeht. In der freien Wirtschaft sei man schon weiter. Aus gutem Grund. 

„Moderne, gut ausgebildete Frauen und Männer wollen bei Unternehmen arbeiten, für die die Vereinbarkeit von Vollzeitarbeit und Elternschaft eine Selbstverständlichkeit ist. Wer so etwas nicht bieten kann, macht sich selbst zum unattraktiven Arbeitgeber.“ 

Raus aus der Teilzeitfalle 

Doch so wie es die Aufgabe von Unternehmen sei, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten, genauso sieht Gerstenfeld aber auch die Frauen selber in der Pflicht. Viel zu oft beobachtet die Unternehmensleiterin, dass Frauen vor lauter hohen Ansprüchen an sich selbst vor beruflichen Herausforderungen zurückschrecken, anstatt auch einmal ein Risiko einzugehen. Studien belegen, dass Frauen im Durchschnitt besser ausgebildet sind als ihr Job es verlangt, Männer hingegen vielfach eigentlich unterqualifiziert sind. Fazit: Die gute Ausbildung lohnt sich für Frauen also gar nicht. 

Von der viel gescholtenen Teilzeitfalle rät auch Gerstenfeld dringend ab: Zu wenig Geld und schlechte Rentenansprüche, Halb-Infos vom Arbeitsplatz, die Kollegen rechneten nicht 100% mit einem und zu allem Übel fühle man sich auch noch zwischen Arbeit und Zuhause hin- und hergerissen, so das klare Urteil der Chefin. 

„Jeder muss sich um seine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kümmern. Das kann man nicht einfach auf den Mann abwälzen. Denn ehe man sich’s versieht, ist er arbeitslos, und wie stehe ich dann als Teilzeitlerin mit einem bescheidenen Gehalt und einer miesen Rente da? Frauen sollten viel mehr an sich selber und ihre eigene Zukunft denken.“

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