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Hintergrund

Stockholm im Pferdefieber

Publicerat fredag 28 november 2014 kl 15.40
"30.000 Arbeitsplätze in Schweden"
(4:07 min)
Zur International Horse Show werden über 80.000 Besucher erwartet (Foto: Roland Thunholm)
Zur International Horse Show werden über 80.000 Besucher erwartet (Foto: Roland Thunholm)

Schweden hat das Pferdefieber erfasst. In kaum einem anderen Land in Europa ist der Reitsport derart verbreitet wie in Schweden, und an diesem Wochenende kennt die Pferde-Euphorie kein Halten mehr.

In der Stockholmer Nationalarena steigt die alljährliche Sweden International Horse Show, die voraussichtlich alle bisherigen Publikumsrekorde brechen wird.

Die begeisterte Reiterin Ursula Eriksson ist eine der über 80.000 Besucherinnen und Besucher, die an diesem Wochenende zu dem Pferde-Spektakel erwartet werden. „Pferdesport ist meist eine recht einsame Angelegenheit, wenn man im Stall oder draußen nur mit seinem Pferd zusammen ist. Da fühlt es sich gut an zu wissen, dass es so viele andere gibt, die dasselbe tun wie ich auch. Auf so einer großen Pferdeshow wird die Zusammenhörigkeit mit so vielen anderen Menschen spürbar“, so Eriksson im Gespräch mit Radio Schweden.

"500 Kilo unter mir unter Kontrolle"

Seit 33 Jahre schon schnürt Eriksson die Reitstiefel. Sie selbst ist Besitzerin eines eigenen Pferdes, und auch ein Pony steht für ihre Tochter, die in diesem Jahr erstmals mit zur Horse Show folgen wird, mit im Stall. „Wenn ich und mein Pferd einander verstehen und ich 500 Kilogramm unter mir ohne Gegenwehr unter Kontrolle bringe, dann befindet sich alles in vollkommener Harmonie. Nach diesem Augenblick der vollkommenen Kommunikation mit dem Tier, danach sehne ich mich immer wieder.“  

Das Interesse an der Pferde-Show war in diesem Jahr laut dem Veranstalter so groß, dass der bisherige Veranstaltungsort – Stockholms größte Eventhalle „Globen“ – nicht mehr ausreichte. Die edlen Hengste, Stuten, Wallache und Fohlen – insgesamt über 300 verschiedene Pferderassen – werden stattdessen in der Stockholmer Nationalarena „Friends“ antraben.

500.000 Schweden reiten regelmäßig

Dass die Horse Show derart gut ankommt bei den Schweden ist für Annelie Andersson nicht sonderlich überraschend. Sie ist die zweite Vorsitzende der Interessenorganisation Hästföretagarna („Die Pferdeunternehmer“). „Der Pferdesport ist in den letzten 10-15 Jahren immer größer geworden. Heute ist Schweden, pro Einwohner gemessen, das Land mit der zweitgrößten Pferdedichte in Europa. Der Zuwachs hat vor allem damit zu tun, dass der Reitsport zunehmend als perfekte Form der Erholung angesehen wird, vor allem bei Frauen. Ungefähr eine halbe Millionen Menschen in Schweden reiten regelmäßig, 80 Prozent davon sind Frauen.“

Was für viele Reit-Fans und Außenstehende häufig nicht offenkundig ist: Der Wirtschaftsfaktor, der hinter dem Geschäft mit der Rosinante schlummert, ist enorm. Umgerechnet fast 5 Milliarden Euro werden in der gesamten Branche jedes Jahr umgesetzt – nicht zuletzt seit viele Landwirte die Zeichen der Zeit erkannt und auf Ställe und Pferdpflege umgesattelt haben. Die etwa 360.000 Pferde in Schweden sorgen für ungefähr 30.000 Arbeitsplätze – mehr beispielsweise, als der schwedische Prestigekonzern Volvo in Schweden an Angestellten zählt.

Mehr Angestellte als Volvo

Trotz dieser wirtschaftlichen Erfolge werden Reitsport-Unternehmer in Schweden als unseriös belächelt, wie Annelie Andersson findet: „Seitens der Behörden wird häufig in Frage gestellt, ob die Arbeit mit Pferden ein reines Hobby ist oder eben eine unternehmerische Tätigkeit. Will man eine Firma mit den entsprechenden steuerlichen Voraussetzungen, so ist dies um einiges schwieriger wenn man angibt, dass man mit Pferden arbeitet.“

Allein vom Stallangebot und von den Ausreitmöglichkeiten her ist der Reitsport traditionell in den ländlichen Regionen Schwedens am stärksten verbreitet. Aber auch in den Großstädten können Pferdenarren ein gutes Angebot finden. Die fortschreitende Landflucht in Schweden, mit der es zunehmend viele Menschen aus ländlichen Gegenden in die Großstädte zieht, wird dem Pferdesport jedenfalls nicht schaden, glaubt Annelie Andersson.

„Ganz im Gegenteil! Je mehr Menschen in die Städte ziehen, desto größer ist das Verlangen nach naturnahen Erlebnissen. Pferde und Reiten sind dafür perfekt geeignet. Sogar in der Innenstadt von Stockholm gibt es viele, sehr schöne Reitwege.“

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