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Forschung

Warum brauchen wir Lesebrillen?

Publicerat fredag 2 januari 2015 kl 08.00
"Die Proteine zeigen Glasübergang"
(2:52 min)
Brille Kool Cat
Bald überflüssig? Foto: flickr.com/cc Kool Cat

Ein Forscherteam an der Universität Lund ist den Gründen für die Entstehung der so genannten Altersweitsichtigkeit auf der Spur.

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich beim Menschen das Nahanpassungsvermögen des Auges. Die Linse wird weniger elastisch und kann sich nicht mehr an die kurze Entfernung beispielsweise zum zu lesenden Buch anpassen. Dies war bereits bekannt.

Nanopartikelforschung macht’s möglich

Die Forscher in Lund haben nun mit Hilfe der Theorien aus der modernen Nanopartikelforschung die Hintergründe für dieses Geschehen erforscht. Der Schlüssel findet sich in den Proteinen, aus denen die Linse des Auges besteht, erläutert die Chemikerin Anna Stradner: „Wir haben das Alphakristallin, das am häufigsten vorkommende Protein der Augenlinse untersucht, und dabei festgestellt, dass Lösungen dieses Proteins einen Glasübergang zeigen, der in Analogie ist damit, was man auch in Nanopartikeldispersionen findet.“

Flüssig wird fest

Die zunächst flüssige Proteinlösung geht bei hohen Konzentrationen in einen glasartigen Zustand über, da die Beweglichkeit des Proteins sozusagen aufgrund der Enge abnimmt. „Was wir jetzt im Moment machen und was für die Zukunft auf dem Programm steht – und da werden sicher noch einige Jahre ins Land ziehen – ist die Studie an den Mischungen. Wir werden die unterschiedlichen Proteine kombinieren, um so nahe wie möglich an die tatsächliche Proteinmischung, wie sie im Auge ist, heranzukommen.“ Denn, so glauben die Forscher in Lund: „Wenn wir einmal genau verstehen, was hier wirklich abläuft, dann kann man sich in ferner Zukunft natürlich vorstellen, auch etwas dagegen zu unternehmen.“

Was gut ist, kann auch schlecht sein

Doch wie so oft im Leben, was in einem Blickwinkel von Vorteil ist, kann anderweitig problematisch werden. In diesem Fall hier kann eine eventuelle Behandlung der Alterssichtigkeit Auswirkungen auf die mögliche Entwicklung der Augenkrankheit grauer Star haben, so Anna Stradner. „Wenn wir das Ganze jetzt aus dem Blickwinkel der Entwicklung des grauen Stars ansehen, dann könnte man sich vorstellen, dass so eine Verfestigung und Versteifung der Linsenproteinlösung sich eher positiv auf die Starbildung auswirkt, das heißt, dass sie die Starbildung eher verzögern könnte.“ Mit anderen Worten, die Natur kann möglicherweise die mit dem Alter einsetzende Weitsichtigkeit als eine Art natürlichen Schutz gegen die Krankheit grauer Star einsetzen. „Also, man weiß noch nicht genau, vielleicht, indem man versucht, die Altersweitsichtigkeit durch eine Verdünnung der Linsenflüssigkeit nun zu verhindern, macht man möglicherweise auf der Seite des grauen Stars etwas, das nicht so gut ist. Das sind Spekulationen, aber man muss das auf jeden Fall immer im Auge behalten.“

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