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Kein Film mehr ohne Untertitel

Publicerat fredag 12 december 2014 kl 14.54
Komödien künftig ohne Witze?
(2:59 min)
Biostol
Bald alles voll oder gähnende Leere? Wie das Publikum auf die obligatorischen Untertitel reagiert, weiß noch keiner (Foto: Fernando Arias /Sveriges Radio)

Schweden Filmbranche steht vor einschneidenden Veränderungen. Künftig sollen auch schwedische Produktionen grundsätzlich mit Untertiteln versehen werden. Hintergrund ist die Verschärfung des Anti-Diskriminierungsgesetzes zum Jahreswechsel. Der Beschluss der Kinobetreiber ruft ein geteiltes Echo hervor.

Schnelle Dialoge und viele Hintergrundgeräusche: Schon bei leicht verschlechtertem Gehör wird das Kino-Erlebnis zur Qual. Dem Verband der Hörgeschädigten zufolge haben 1,4 Millionen Schweden Hörprobleme. Dass ab dem 19. Dezember jeder schwedische Film nur noch mit Untertitel gezeigt wird, ist für den Verbandsvorsitzenden Jan-Peter Strömgren ein großer Erfolg. 

„Für einen normal Hörenden ist nur schwer nachvollziehbar, wie toll das ist. Plötzlich entsteht eine ganz andere Sicherheit, wenn man ins Kino gehen kann und weiß, dass man der Geschichte folgen kann. Das ist eine Riesensache“, so Strömberg im Schwedischen Rundfunk. 

„Das ist nicht mehr mein Film“ 

Schon heute ist das schwedische Publikum an Untertitel in Kino und Fernsehen gewöhnt. Bis auf Kinderfilme wird in Schweden nichts synchronisiert, das Mitlesen beim Filmegucken lernt man hierzulande schon von Klein auf. Doch nun auch Untertitel bei schwedischen Produktionen? Wenn an Weihnachten die Komödie „Micke & Veronica“ von Regisseur Stefan Lindberg in die Kinos kommt, ist er einer der ersten Leidtragenden. Mit der untertitelten Version seines Werks ist er alles andere als zufrieden. 

„Ich war völlig gefrustet als ich die Untertitel sah. Mir kam das wie ein ganz anderer Film vor. Die Witze liest man zu früh und wenn sie dann noch nicht einmal korrekt wiedergegeben sind, ist klar, dass das dem Film schlecht bekommt.“ 

So wie Lindberg sehen das viele seiner Kollegen. Der Produzent des Familiensfilms „Sune i fjällen“ (Sune in den Bergen) mit Premiere am 19. Dezember, Patrick Ryborn, kritisierte gegenüber der Nachrichtenagentur TT, das keinerlei Dialog mit den Urhebern geführt worden sei. Außerdem gebe es bereits heute untertitelte Versionen. Dass nun jeder auf der Leinwand gezeigte Film untertitelt sein muss, versteht der Produzent nicht. 

Publikumsmagnet oder Schreck-Gespenst? 

Seitens der größten Kino-Kette Schwedens, SF (Svensk Filmindustri), bedauert man, bislang nur so wenige untertitelte schwedische Filme gezeigt zu haben. Wenn zum Jahreswechsel das Anti-Diskriminierungsgesetz verschärft wird, bleibe den Kinos keine andere Wahl als auf Untertitel umzuschwenken, meint Pressesprecher Thomas Runfors. Nun sollen sich also die Kinosäle einem breiteren Publikum öffnen, getreu dem Slogan des Unternehmens „Film ist im Kino am besten“. Was bei ausländischen Filmen kein Problem ist, dürfte auch bei schwedischen Produktionen funktionieren, so Runfors. 

„Wir testen das jetzt erst einmal und warten ab, wie das angenommen wird. Wenn die Leute nicht mehr ins Kino kommen, weil alles untertitelt ist, überdenken wir unsere Entscheidung natürlich noch einmal.“

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