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Hintergrund

Astrid Lindgren: mehr als nur liebe Märchentante

Publicerat måndag 15 december 2014 kl 08.00
Astrid-Lindgren-Doku sucht nach anderen Antworten
(5:25 min)
Kristina Lindström. Foto: Åsa Stöckel/Sveriges Radio
Strebt nach Doku über Olof Palme nach neuen Erfolgen mit "Astrid": Regisseurin Kristina Lindström (Foto: Åsa Stöckel/Sveriges Radio)

Auf diesen Dokumentarfilm dürften viele lange gewartet haben: Das Leben der wohl berühmtesten Schriftstellerin der Welt, der Schwedin Astrid Lindgren, ist von der Doku-Regisseurin Kristina Lindström in drei Stunden zusammengefasst worden – und gibt den Blick frei auf die unbekannteren Seiten der Astrid Lindgren. Gleichzeitig ist ein einmaliges Zeitdokument über das 20. Jahrhundert entstanden.

An Weihnachten ist es soweit. „Astrid“ lautet der schlichte Titel der Dokumentation, deren ersten Teil das Schwedische Fernsehen am ersten Weihnachtsfeiertag ausstrahlt. Denn wenn man in Schweden über Astrid Lindgren sprach und spricht, so ist die berühmte Schriftstellerin eben immer einfach „Astrid“.

„Man sagt, in ihrem Geburtsjahr dauerte der Sommer bis zum November an, und selbst die Walderdbeeren waren noch reif, an diesem 14. November 1907.“ Die Sprecherstimme in dem Dreiteiler ist die der Regisseurin Kristina Lindström höchstselbst. Die 56-Jährige ist eine routinierte Dokumentar-Filmerin, zuletzt machte sie vor zwei Jahren mit ihrem Film über Schwedens 1986 ermordeten sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Olof Palme von sich reden. 

Zuvor war Lindström lange Jahre beim Schwedischen Rundfunk sowie ein Jahrzehnt Chefin der Kulturredaktion des Schwedischen Fernsehens. In ihrer langen Karriere traf die Filmemacherin Astrid Lindgren auch höchstpersönlich, erzählt sie Radio Schweden. 

„Ich habe sie getroffen und interviewt. Ich war damals 25 Jahre alt und gerade Mutter geworden. Das Interview war eher ein Gespräch - über Kinder.“

Schicksal und Werk eng verwoben 

Dass sich Astrid Lindgren nicht nur in ihren Büchern, sondern auch im wirklichen Leben stets für Kinder stark gemacht hat, ist wohl das Signum der Kinderbuchautorin. Regisseurin Lindström schildert nun in ihrer Doku, wie stark Lindgrens eigenes Schicksal ihr Werk beeinflusst hat: Als gerade einmal 19-Jährige wurde die damalige Zeitungsjournalistin Astrid Anna Emilia Ericsson durch ihr Verhältnis mit einem 50-jährigen Zeitungsredakteur schwanger und gebar ihren Sohn Lasse. Uneheliche Kinder galten als Schande damals, das Kind war für Astrids tiefreligiöse Eltern eine Katastrophe. Lasse wurde seiner Mutter weggenommen und wuchs bei einer Pflegefamilie in Kopenhagen auf. 

Erst Jahre später, als verheiratete Frau, konnte Astrid Lindgren ihr Kind wieder zu sich nehmen. Ein Drama, das viele unverheiratete Schwedinnen in dieser Zeit betraf. Die Geschichten der allein gelassenen Kinder in den Erzählungen Lindgrens, wie etwa in „Mio, mein Mio“, wären ohne die eigene schreckliche Erfahrung vielleicht nie entstanden. 

Wichtiges Zeitdokument 

Das persönliche Leben der Astrid Lindgren, anhand dessen sich immer wieder das Leben in Schweden im 20. Jahrhundert exemplarisch darstellen lässt, faszinierte Regisseurin Kristina Lindström während ihrer zweijährigen Arbeit an dem Film, der auch im Ausland zu sehen sein wird. „Als ich mich in das Thema einlas, stellte sich immer deutlicher heraus, dass ihr privates Leben sich immer wieder mit wichtigen politischen und historischen Ereignissen kreuzte, und das ist natürlich sehr spannend.“ 

Überhaupt suchte Lindström in dem umfassenden Material aus Interviews mit Journalisten, aber auch Privatpersonen, aus Briefwechseln und aus den Kriegstagebüchern nach einem anderen Blick auf die Ikone der internationalen Kinderliteratur. 

„Ich habe die Archive wirklich durchgeforstet. Da sind einmal die Filme aus den 1920ern aus Vimmerby, wo Astrid Lindgrens gesamte Welt dabei ist. Unter anderem sieht man Redakteur Reinhold Blomberg neben ihr, den späteren Vater ihres Kindes. Dann haben wir konkret nach Bildern gesucht, auf denen die Menschen den Betrachter anschauen. Dadurch ist die Zeit, in der das Foto aufgenommen wurde, viel gegenwärtiger. Und dann habe ich natürlich nach Material gesucht, das noch nicht reproduziert worden und damit schon bekannt ist. Ich wollte andere Antworten finden.“ 

Konnte Interesse nicht nachvollziehen 

Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman hat die TV-Doku bereits einige Male gesehen und findet die Produktion gelungen – auch wenn der Film für sie keine Überraschungen parat hält. Ihre Mutter, die für ihre Bescheidenheit und Bodenständigkeit bekannt war, wäre mit dem Ergebnis auch zufrieden gewesen, meint Nyman gegenüber Radio Schweden. 

„Sie hätte bestimmt gesagt, dass der Film ordentlich gemacht sei. Und dann hätte sie vermutlich gefunden, dass es für eine breitere Allgemeinheit nicht sonderlich interessant sei. Dass diese breitere Allgemeinheit das anders sieht, konnte sie nie so recht nachvollziehen.“

Teil Eins von „Astrid“ läuft am 25. Dezember, Teil 2 am 28. Dezember und der letzte Teil dann an Neujahr.

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