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Abhör-Skandal in Stockholms Regierungsviertel

Publicerat torsdag 18 december 2014 kl 14.20
"China und Russland kommen in Frage"
(3:44 min)
Abhör-Skandal im Stockholmer Regierungsviertel (Foto: Liv Heidbüchel/Radio Schweden)
Derlei SMS sollte man in der Nähe des Stockholmer Regierungsviertels derzeit nicht verschicken (Foto: Liv Heidbüchel/Sveriges Radio)

Werden auch Schwedens Politiker abgehört? Die Tageszeitung Dagens Nyheter legt diesen Verdacht nahe. Ihr zufolge gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die dafür notwendige Ausrüstung im Stockholmer Regierungsviertel platziert worden ist. Wer möglicherweise dahinter steckt, ist noch unklar.

Beim Amt für Post und Telekommunikation nimmt man die Erkenntnisse von Dagens Nyheter sehr ernst. Erst vor wenigen Tagen deckte die norwegische Zeitung Aftenposten auf, dass im Regierungsviertel von Oslo zwischengeschaltete Basisstationen zum Abhören von Handys benutzt worden sind. Nun setzt auch die schwedische Zeitung ihre Enthüllungsserie über Lücken bei der IT-Sicherheit im eigenen Land fort und stellt mit Hilfe eines so genannten Cryptophons fest: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Mobilfunk in der Gegend um die Stockholmer Regierungskanzlei abgehört. 

„Wir prüfen die Vorfälle“ 

Konfrontiert mit den Ergebnissen des Blatts leitete das Amt für Post und Telekommunikation eigene Untersuchungen ein, deren Ergebnisse in den kommenden Tagen ausgewertet werden sollen. Ob die Öffentlichkeit viel erfahren wird, scheint jedoch zweifelhaft. 

Im Schwedischen Rundfunk erklärte Jonas Wessel, der beim Amt für die Erteilung von Frequenzen zuständig ist: „Über erste Erkenntnisse kann ich nichts sagen. Wir haben jedenfalls an Ort und Stelle Daten eingeholt und müssen nun erstmal überprüfen, ob da etwas dran ist.“ 

Dagens Nyheter konnte mit Hilfe des Cryptophons rund 40 Aktivitäten im Mobilfunknetz messen, die auf zwischengeschaltete Basisstationen deuten. Soll heißen: Wenn sich ein x-beliebiges Handy sein Netz sucht, geht der gesamte Datenverkehr durch diese zwischengeschaltete und damit stärkste Basisstation. Wer diese kontrolliert, hat also Zugang zu Gesprächen und SMS und kann sogar in gewissen Fällen das Mikrophon eines Handys nutzen – selbst wenn das Telefon ausgeschaltet ist. 

Nicht nur Politiker von Interesse 

Für Spionagezwecke sind das selbstredend interessante Informationen, bestätigt IT-Experte Marcus Murray im Schwedischen Fernsehen: „Natürlich sind einmal die Politiker von Interesse. Dann können aber auch Situationen entstehen, in denen andere Personen in den Mittelpunkt rücken, etwa wenn es um Verteidigungsfragen geht und den Einkauf von Kampffliegern oder ähnlichem.“ 

Wer hinter der möglichen Abhöraktion stecken könnte, ist nicht bekannt – oder es bleibt wohlweislich unter Verschluss. Jonas Wessel vom Telekommunikationsamt erklärte dazu: „In Norwegen spricht man von anderen Staaten, möglicherweise China oder Russland. Die Regierungskanzlei in Schweden ist ja bereits Hackerangriffen ausgesetzt gewesen, die von außen kamen. Die norwegischen Sicherheitsbehörden können nicht mit Sicherheit sagen, wer es war, aber konnten die Existenz von zwischengeschalteten Basisstationen nachweisen.“

Auch der Spionageexperte Joakim von Braun, der früher bei der Säpo als auch dem militärischen Abwehrdienst tätig war, hält Russland und China für denkbar. Dies habe bereits eine KGB-Liste über Abhörstationen aus den 1980er Jahren bestätigt, auf der auch Stockholm aufgeführt gewesen sei, so von Braun. Vor dem Hintergrund der gesteigerten russischen Aktivität in den vergangenen 15 Jahren, sei es unwahrscheinlich, wenn Moskau heute weniger Abhörstationen betreibe als früher, glaubt der Experte. 

Säpo hält sich bedeckt 

Schwedens Staatsschutz Säpo geht mit den Erkenntnissen stillschweigend um: „Interessant“ seien sie, hieß es gegenüber Dagens Nyheter. Wie viel von den vermeintlichen Enthüllungen der Säpo bereits bekannt ist, bleibt ein Geheimnis. 

Eine scharfe Reaktion kam vom Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, dem Liberalen Allan Widman. Er forderte gegenüber der Zeitung, dass Schweden mit aller Kraft agieren müsse, sollte sich der Spionageverdacht bestätigen.

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