Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Krankenhäuser tun zu wenig gegen Druckgeschwüre

Publicerat måndag 22 december 2014 kl 13.44
"Dekubitus gefährlicher als Straßenverkehr"
(3:47 min)
Entren vid NUS i Umeå. Foto: Erica Ddahlgren/Sveriges Radio
Ein Umfeld, das krank macht: Krankenhaus (hier in Umeå) (Foto: Erica Ddahlgren/Sveriges Radio)

Schwedens Krankenhäuser sind einmal mehr in die Kritik geraten. Wie das Schwedische Fernsehen herausgefunden hat, ist das Risiko, an einem Druckgeschwür zu erkranken, in manchen Kliniken ungleich höher als in andern.

Für Aina Nässén fing alles mit einer akuten Magenoperation an. Nach dem schweren Eingriff gaben ihr die Ärzte zur Schmerzlinderung eine Rückenmarksbetäubung. Eine Lähmung war die Folge, die Patientin verbrachte die nächsten zwei Monate im Rollstuhl.

„Beim Duschen bekam ich natürlich Hilfe von einer Krankenschwester, und eines Tages fragte die ganz erschrocken, was ich denn da am Hintern habe", erzählt Aina Nässén im Schwedischen Fernsehen.

Dekubitus, ein Druckgeschwür, hatte sich gebildet. Mit Schaudern erinnert sich ihr Lebensgefährte Sixten Larsson an die Wunde, die er nach der Entlassung versorgen musste.

„Ich sehe die Wunde immer noch vor mir, klein war sie ja nicht gerade. Du hast die nur bekommen, weil die dich nicht richtig untersucht haben."

Schuld daran war die Überbelegung der Klinik und das hoffnungslos überlastete Personal, meint Aina Nässén. Jeden zweiten Tag fuhr sie zur Wundversorgung ins Krankenhaus. Die Wunde wollte sich jedoch nicht schließen, also wurde die Rentnerin abermals operiert. Nun erinnert eine Kuhle am Gesäß an die Erkrankung, die Rentnerin Nässén gelinde gesagt „unnötig" findet.

Vermeidbare Erkrankungen sorgen für Leid und Kosten

Dekubitus ist auch in Schweden ein umfassendes Problem. Sowohl die Druckgeschwüre als auch Infektionen machen zusammen 40% der Erkrankungen aus, die sich Patienten in den hiesigen Krankenhäusern einhandeln. Ungefähr jeder zehnte Krankenhauspatient ist davon betroffen. Die Extrakosten für die vermeidbaren Leiden belaufen sich auf umgerechnet knapp eine Milliarde Euro.

Thomas Vikerfors, Geschäftsführer der Klinik im värmländischen Karlstad, ist längst nicht nur wegen der Kosten besorgt: „Ich schätze, dass mehr Menschen an den Folgen von Dekubitus sterben als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen."

Unsicheres Ranking

Wie nun eine Zusammenstellung des Schwedischen Fernsehens zeigt, stehen aber nicht alle Krankenhäuser im Land gleich schlecht da, wenn es um die Vermeidung von diesen typischen Pflegekrankheiten geht. Ein besonders hohes Risiko gehen Patienten demnach in Norrköping, Gävle, Falun, Uddevalla und Trollhättan sowie in Hässleholm ein.

Beim Dachverband der schwedischen Gemeinden und Provinziallandtage ist man mit der Veröffentlichung eines Rankings vorsichtiger. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr zum Vorkommen von Erkrankungen in der Pflege zeigt zwar, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Krankenhäusern gibt. Welche Kliniken aber mit 2,5 Prozent erkrankter Patienten besonders gut abschneiden, und welche mit 33 Prozent besonders mies, solle noch nicht öffentlich gemacht werden. Die Ergebnisse seien noch „zu unsicher", heißt es.

Dass es selbst dem Amt für Gesundheits- und Sozialwesen so schwer fällt, sich einen genauen Überblick über das Problem zu verschaffen, liegt vor allem an der Nachlässigkeit der Krankenhäuser. So werden dem Schwedischen Fernsehen zufolge Liegegeschwüre nicht immer ordnungsgemäß in die Patientenkartei eingetragen. Auch mit den Selbstanzeigen bei schwer wiegenden Verstößen gegen die Patientensicherheit würden die Krankenhäuser zu leichtfertig umgehen.

Lars-Erik Holm, Generaldirektor des Gesundheitsamts, erinnerte die Provinziallandtage an ihre Pflichten: „Das ist natürlich betrüblich, denn hier geht es immerhin um den Öffentlichen Dienst. Hier sollte es keinerlei Vertuschung geben. Diese Sicht auf Patientensicherheit müssen wir bekämpfen und mehr Missstände öffentlich machen. Eintragungen in die Patientenkartei sind gesetzlich vorgeschrieben, Ausnahmen gibt es nicht."

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".