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Nach Anschlag auf Charlie Hebdo

Schwedische Journalisten warnen vor Selbstzensur

Publicerat torsdag 8 januari 2015 kl 13.42
"Journalisten beschränken ihre Arbeit schon jetzt"
(3:24 min)
Photo: SR
Schwedische Zeitungen am Tag nach dem Anschlag in Paris (Foto: SR)

Nach dem grausamen Anschlag in Paris haben auch schwedische Redaktionen ihre Wachsamkeit erhöht. Gleichzeitig warnen Journalisten vor Selbstzensur – dabei ist die schon gang und gäbe, wie Umfragen zeigen.

Vor acht Jahren war Ulf Johansson noch Chefredakteur der Tageszeitung Nerikes Allehanda. Im Zusammenhang mit einem Artikel über das Recht auf freie Meinungsäußerung veröffentlichte die Zeitung auf dem Titelblatt eine der umstrittenen Mohamed-Zeichnungen des schwedischen Künstlers Lars Vilks – eine Veröffentlichung, die in der schwedischen Medienlandschaft die große Ausnahme bildet. Die Folge: Morddrohungen von Islamisten gegen die Journalisten. 

„Entscheidungen müssen von Drohungen unabhängig sein“ 

Heute ist Ulf Johansson verantwortlich für die führende Nachrichtensendung Rapport im Schwedischen Fernsehen. Seine Meinung über die Veröffentlichung der Mohamed-Karikatur, für die auch Muslime in Schweden eine Entschuldigung forderten, hat Johansson auch heute nicht geändert, erklärt er im Schwedischen Rundfunk. 

„Ich meine, dass man Relevantes veröffentlichen sollte, und die Karikatur zum damaligen Zeitpunkt war relevant. Das würde ich in derselben Situation wieder so entscheiden. Kommt man aber an einen Punkt, wo man anfängt abzuwägen, ob man etwas veröffentlichen kann oder lieber nicht, weil vielleicht jemand sauer wird, dann wird es natürlich schwierig, eine klare Grenze zu ziehen. In meiner Funktion beim Fernsehen bekomme ich ständig Drohmails aus allen möglichen Richtungen. Man kann seine Entscheidungen nicht von so etwas abhängig machen.“ 

Selbstzensur aus Angst 

Lars Vilks, der wegen seiner als Verunglimpfung des Propheten Mohamed empfundenen Zeichnungen schon mehrfach Opfer von Anschlägen wurde und seit Jahren unter Polizeischutz steht, sieht seine Befürchtungen durch das blutige Attentat in Paris bestätigt. 

„Charlie Hebdo ist ein isolierter Punkt in der Medienlandschaft. Dort herrscht ein hohes Maß an Meinungsfreiheit, die nicht immer politisch korrekt ist. Das macht das Magazin zu einem Angriffsziel. Charlie Hebdo betreibt keine Selbstzensur, wie das andernorts vielfach zu beobachten ist.“ 

Beim Branchenverband der gedruckten Medien, Utgivarna, weiß man um die Selbstzensur von Journalisten. In einer Umfrage bestätigten insbesondere Reporter bei Lokalzeitungen, dass sie sich heiklen Themen aus Sicherheitsgründen nicht annehmen. Genannt wurde vor allem das organisierte Verbrechen. 

Jonas Nordling, Vorsitzender des Schwedischen Journalistenverbands bestätigt gegenüber Radio Schweden: „Am meisten Sorgen bereitet mir, dass wir in einer Situation mit Selbstzensur landen und man seine Arbeit aus Angst vor Bedrohung noch stärker begrenzt. Schon jetzt sehen wir diese Tendenz bei einigen Kollegen, die sich bewusst von gewissen Themen abwenden.“ 

„Sicher kann man nie sein“ 

Unterdessen verfolgt man die französischen Ereignisse auch beim schwedischen Staatsschutz Säpo genau. Die Lage in Schweden sei jedoch nicht gefährlicher geworden, meint Anders Kassman von der Säpo. Es gelte weiter die dritthöchste Warnstufe der fünfstufigen Skala. 

Das Risiko eines Anschlags dieser Art bestehe folglich auch in Schweden, so Kassman im Schwedischen Rundfunk: „Dass direkt im Anschluss an ein Attentat eine ähnliche Tat verübt wird, kommt nur selten vor, ausschließen kann man es deshalb aber nicht. Wie immer bei Ereignissen dieser Art kann es einen Dominoeffekt geben.“

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